Mit einem Ortstermin am neu geplanten Baugebiet "Bergfeld III" im Ortsteil Mitgenfeld begann die Sitzung des Oberleichtersbacher Gemeinderats. Die Gemeinderäte hatten die Gelegenheit, das Gelände genauer in Augenschein zu nehmen. Dort sollen elf neue Bauplätze entstehen. Die Sitzung wurde in der Alten Schule im Ortsteil Breitenbach fortgesetzt.

Johannes Hahn vom gleichnamigen Planungsbüro aus Bad Kissingen erläuterte die eingegangenen Stellungnahmen aus der Behörden- und Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan "Bergfeld III". Eventuelle Einwendungen konnten durch entsprechende Beschlüsse des Gemeinderats entkräftet werden. Es gibt zwar in Mitgenfeld noch elf private Baugrundstücke, die aber zurzeit nicht veräußert werden. Auf Grund der hohen Nachfrage nach Baugrund - es liegen bereits fünf Kaufgesuche vor - hält die Gemeinde die Ausweisung des Baugebiets für notwendig. Ein Fachbüro wird mit der Prüfung auf schützenswerte Pflanzen und Tiere im vorgesehenen Baugebiet beauftragt. Der Beteiligungs- und Auslegungsbeschluss wurde einstimmig gefasst.

In Oberleichtersbach, Gemarkung Unterleichtersbach plant die Gemeinde ebenfalls ein neues Baugebiet. Im Bebauungsplan "Eller V" werden die vorhandenen Baugebiete "Eller III" und "Eller IV" um 38 Baugrundstücke erweitert. Hier gibt es bereits 18 Kaufanfragen von Bauwilligen, so dass das neue Baugebiet nach Ansicht der Gemeinde erforderlich ist, um der Nachfrage gerecht zu werden. Innerorts stehen keine geeigneten Flächen zur Verfügung.

Störende Entwässerungsgraben

Ein Gemeinderat kritisierte die Entwässerungsgräben in den Baugebieten "Eller III" und "Eller IV", da diese von vielen Anwohnern als störend empfunden würden. Er regte an, im neuen Baugebiet eine andere Lösung zur Ableitung des Regenwassers zu wählen. Die Räte beschlossen, diesen Punkt zu vertagen und sich zunächst vor Ort über die Situation zu informieren. Auch der Einspruch eines Bürgers, der eine landwirtschaftliche Fläche und eine Streuobstwiese im geplanten Gebiet besitzt, wurde vertagt, da insbesondere die neuen Gemeinderäte sich ein genaues Bild vom vorliegenden Sachverhalt machen wollten.

Auf den Einspruch eines Bürgers, der seine Grundstücke am Rande des Baugebiets mit eingeschlossen haben möchte, reagierten die Gemeinderäte dahingehend, dass die Straßenführung im Planungsgebiet so geändert wird, dass ein späterer Anschluss dieser Grundstücke möglich ist. Eine sofortige Einbeziehung sei aktuell nicht möglich, da ansonsten der Lärmschutzwall an der KG32 erweitert werden müsste. Dies würde aber die Grundstücke wesentlich verteuern.

Die starke Staubentwicklung auf dem Schotterweg zwischen der Otto-Rienecker-Straße und der Unteren Flur, insbesondere durch LKW während der Bauphase, monierte ein anderes Gemeindemitglied unterstützt von einer Unterschriftenliste vieler Anwohner. Eine Bewässerungspflicht durch die Baufirmen könnte hier Abhilfe schaffen. Der Weg würde auch oft als Abkürzung benutzt.

Höhere Kosten durch Bauverzögerung

Aufgrund der Vertagung einzelner Einwendungen wurde die Fassung des Billigungs- und Auslegungsbeschlusses ebenfalls vertagt. Bei der Generalsanierung und Erweiterung des Oberleichtersbacher Kindergartens sind, nicht zuletzt durch die Bauverzögerung um etwa ein Jahr, bei einigen beteiligten Firmen Mehrkosten durch zwischenzeitliche Lohnerhöhungen und höhere Materialkosten entstanden. Die Firma Finestra Fenstertechnik GmbH stellt zusätzliche Kosten in Höhe von 4.479 Euro in Rechnung. Die für den Außenputz zuständige Firma Zeier berechnete zusätzliche Kosten von 2.000 Euro. Wegen zusätzlicher Stemmarbeiten berechnete die Firma Wilhelm Schneider Mehrkosten von 5.045 Euro. Für zehn Sprechanlagen zwischen der Außentür und den einzelnen Gruppenräumen, die auch die Gruppenräume untereinander verbindet berechnete die Firma Elektro-Spahn aus Oberthulba 11.787 Euro. Die gleiche Firma stellte zusätzlich 41.584 Euro für die Erneuerung und Erweiterung der Außenbeleuchtung, sowie neue LED-Leuchten im Innenbereich in Rechnung. Da man sich immer noch innerhalb des geplanten Kostenrahmens bewege, stimmten alle Gemeinderäte den zusätzlichen Kosten zu. Das Angebot einer Zusatzvereinbarung gegen Überspannungsschäden an der Straßenbeleuchtung der Bayernwerk AG in Höhe von 646 Euro jährlich, lehnte der Gemeinderat als unnötig ab.