Bürgermeister Udo Baumann hätte sich ein einstimmiges Ergebnis gewünscht, als es darum ging, ob das Braveheart-Battle im nächsten Jahr in Bischofsheim stattfinden kann. Denn das wäre ein tolles Zeichen nach außen gewesen. Doch diesen Gefallen taten ihm die Stadträte nicht. Allerdings gab es eine große Mehrheit. Mit vier Gegenstimmen sprachen sich die Stadträte für das Event aus.
Die Teilnehmerzahl ist für 2016 auf 3500 beschränkt worden, um erst einmal Erfahrungen in Bischofsheim sammeln zu können. Das Konzept der Veranstaltung war den Stadträten bereits in der Sitzung Ende April vom Veranstalter vorgestellt worden. Die damals anwesenden Stadträte hatten sich in einer Probeabstimmung mit großer Mehrheit für das Event ausgesprochen.

Anregungen von Wolfgang Enders

Zwischenzeitlich wandten sich der dritte Bürgermeister Wolfgang Enders, der in der Aprilsitzung nicht mit dabei sein konnte, sowie weitere Stadträte (Egon Sturm, Manfred Reder, Georg Seiffert und Alfred Thalheimer) und Alt-Bürgermeister Armin Lommel mit Schreiben an Bürgermeister Baumann, in denen sie Bedenken und Anregungen vortrugen.
Diese "sinnvollen Anregungen", wie Bauman sagte, seien aufgegriffen und in eine Vereinbarung mit dem Veranstalter eingearbeitet worden. Dieser Vereinbarungsentwurf, sei mit Organisator Joachim von Hippel bereits durchgesprochen worden und werde von ihm auch so akzeptiert, versicherte Baumann.
Bevor die Vereinbarung von der geschäftsführenden Beamtin Ulla Schröder im Detail mit den Stadträten besprochen wurde, hatte Bürgermeister Baumann einige weitere Information für die Ratsmitglieder. Er habe den Begriff "RhönBikeKing" in die Suchmaschine Google eingegeben und kam auf 628 Treffer, der Begriff "BraveheartBattle Bischofsheim" 4780 - und das obwohl erst sei zwei Wochen bekannt ist, dass Bischofsheim als Ausrichter im Gespräch ist. "Es ist ein Zeichen der großen Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit."
In der Nacht vor der Stadtratsitzung hat Baumann von zu Hause aus sich mit einer E-Mail an die Stadträte gewandt und seine persönliche Sichtweise dargelegt. Er machte gleich als erstes drauf aufmerksam, dass Kontakt mit der Stadt Münnerstadt bestehe und entsprechende Erfahrungen eben in dieser schriftlichen Vereinbarung mit dem Veranstalter festgehalten werden.

Cittàslow steht nicht entgegen

Auch macht Baumann deutlich, dass Cittàslow (Anmerk. d. Red.: Eine Bewegung, die Verbesserung der Lebensqualität in Städten zum Ziel hat) keine Events verbietet, im Gegenteil, die Vereinigung möchte bekannter werden und könnte von so einem Event sogar profitieren. Auch befürchtet Baumann keinen Imageverlust aufgrund von Organisationspannen, der Veranstalter habe bereits eine sechsjährige Erfahrung. "Ein Imageverlust für Bischofsheim steht nur zu befürchten, wenn wir uns jetzt gegen den Braveheart-Battle aussprechen."

Umfassende Vereinbarung

Auch in der Sitzung betonte Baumann: "Wir sollten den Braveheart-Battle unbedingt für uns gewinnen." Eine umfassende Vereinbarung, wie sie Bischofsheim nun mit dem Veranstalter abschließt, habe es in Münnerstadt nicht gegeben. Die Vereinbarung gelte zunächst nur für das Jahr 2016. Es sollen Erfahrungen gesammelt werden. Dann könne man für weitere Jahre neu entscheiden.
Die wesentlichen Eckpunkte der Vereinbarung: Der Schulsportplatz ist Start und Ziel, die Turnhalle wird nur für die Pastaparty am Vorabend und für die Siegerehrung zur Verfügung stehen, der Boden der Halle ist entsprechend zu schützen. Auf einer städtischen Fläche neben dem Freibad wird die Schlammgrube entstehen, die vom Veranstalter ausgehoben und gleich nach der Veranstaltung wieder zugeschüttet werde.
Die Stadträte diskutierten über mögliche Eingriffe und Schäden in der Natur. Patrick Bauer, selbst Teilnehmer am Münnerstädter Braveheart-Battle, verwies auf das Konzept, nach dem überwiegend Wege genutzt werden. "Es ist kein Crosslauf querfeldein."

Mit Sicherheit Parkplatzprobleme

Probleme werde es allerdings mit den Parkplätzen geben. Da müsse ein gutes Verkehrs- und Parkleitkonzept aufgestellt werden, und trotzdem werde es Schwierigkeiten geben, darüber müsse man sich klar sein, so Bauer. "In Bischofsheim wird zwei drei Tage lang ein Ausnahmezustand herrschen." Der Veranstalter plane einen Shuttle-Service für die Zuschauer einzurichten, um sie gezielt zu den interessanten Streckenpunkten zu bringen.
Örtliche Betriebe und Vereine haben die Möglichkeit, beim Braveheart-Battle einen Stand zu betreiben. Standgebühren seien zwar keine geplant, doch wenn, dann müssen sie mit der Stadt Bischofsheim abgesprochen werden. "Es muss sichergestellt sein, dass die Vereine auch etwas verdienen", betonte Christian Enders.
An der Schule werden Duschcontainer aufgestellt, Wasser- und Abwasser werde nicht auf die Gebühren-zahlenden Haushalte umgelegt. Bedenken, dass das Wasser nicht ausreichen könnte, räumte Baumann aus. Der Strom werde vom Veranstalter gezahlt, ebenso wie die Abfallentsorgung. Zudem werde eine Sicherheitsleistung in Höhe von 10 000 Euro hinterlegt.
Der Veranstalter könne keine Regressansprüche an die Stadt Bischofsheim stellen, wenn die Veranstaltung aufgrund von höherer Gewalt verlegt oder ausfallen müsse. Auch sei die Stadt nicht dafür zuständig, eine Mindestanzahl an Teilnehmern oder überhaupt Teilnehmer zu stellen, erklärte Bürgermeister Baumann.