Viele Menschen greifen in diesen Tagen zum Mineralwasser der Bad Brückenauer Staatlichen Mineralbrunnen AG, um ihren Durst zu löschen und sich Abkühlung zu verschaffen. Zwar nicht mit Mineralwasser, aber doch mit Bad Brückenauer Trinkwasser, verschaffte die örtliche Wehr am Freitag 110 Schlachtschweinen und 350 Ferkeln Abkühlung. Das war einer von insgesamt neun Einsätzen alleine der Bad Brückenauer Wehr in nur sechs Tagen, zwei Drittel davon standen in direktem Zusammenhang mit der Hitze (siehe Info-Kasten).

Sattelzug stand sechs Stunden

"Es ist mir nicht bekannt, dass wir einen Einsatz in dieser Art schon mal hatten", blickt der Kommandant der Bad Brückenauer Wehr, Michael Krug, zurück, aber: "Vor einigen Jahren mussten wir Kühe auf einer Weide mit Wasser versorgen." Den nicht ganz alltäglichen Einsatz hatte die Polizeiautobahnstation Petersberg eingeleitet: Wie die hessische Polizei erst am Freitagabend mitteilte, war bereits gegen 9.30 Uhr einer Motorradstreife ein polnisches Lkw-Gespann an der A 7 aufgefallen.
Der Sattelzug stand in Richtung Würzburg rund zwei Kilometer vor der Grenzwaldbrücke auf dem Seitenstreifen. Der Polizist fand heraus, dass ein Reifendefekt vorlag. "Die beiden polnisch sprechenden Fahrer konnten sich nur mit Mühe und Not mit den eingesetzten Polizeibeamten verständigen", berichtet die Polizei.

Auf dem Weg nach Italien

Die Beamten fanden trotzdem heraus, dass das Fahrzeug mit 110 Schlachtschweinen und 350 Ferkeln beladen war, die von Dänemark nach Italien unterwegs waren. Und: Der Reifen war bereits seit kurz nach 3 Uhr in der Nacht defekt. Seitdem stand das Fahrzeug an der Autobahn. Deshalb schaltete die Polizei das Veterinäramt des Landkreises Fulda ein.
Die eingesetzte Amtstierärztin stellte bei der tierschutzrechtlichen Überprüfung fest, dass die Tränke zur Wasserversorgung der Tiere im Fahrzeug defekt war. "Die Außentemperatur betrug zu diesem Zeitpunkt bereits 36 Grad im Schatten", heißt es im Polizeibericht, und: "Die 110 Schweine und 350 Ferkel mussten im Fahrzeug erheblich höhere Temperaturen ertragen."
In Absprache mit der Tierärztin wurde daraufhin die Feuerwehr Bad Brückenau mit zwei Tanklöschfahrzeugen angefordert. Die Feuerwehr kühlte das Fahrzeuggespann und versorgte die Tiere mit dem Bad Brückenauer Wasser. "Die Tiere haben das sichtlich sehr genossen", berichtet Kommandant Michael Krug vom Einsatz, bei dem insgesamt 7000 Liter Trinkwasser verbraucht wurden.

Asyl für dänische Schweine

Zudem wurde für den Tiertransport eine Unterbrechung für mindestens 24 Stunden angeordnet. Die Tiere wurden in dieser Zeit in einer Stallung in Hünfeld untergebracht. Wie geht es weiter? " Die polnische Spedition hat nun die Möglichkeit, ihr Fahrzeug für den Weitertransport zu reparieren", teilte die Polizei mit. Neben der nicht funktionsfähigen Tränke wurden auch erhebliche Mängel an der Verkehrssicherheit des Fahrzeuges entdeckt. "Gegen das Transportunternehmen wurde eine Sicherheitsleistung im mittleren dreistelligen Bereich wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz angeordnet", verweist die Polizei auf die Konsequenzen. Ferner kommen weitere Kosten für den Einsatz der Feuerwehr und die Unterbringung der Tiere auf das Unternehmen zu. "Der Einsatz wird gemäß der städtischen Satzung über Feuerwehreinsatz-Abrechnung abgerechnet, der Bescheid wird direkt an den Verursacher, also die Spedition, verschickt", berichtet Krug.
Das Veterinäramt weist in diesem Zusammenhang auf die Wichtigkeit der Wasserversorgung von Tieren bei diesen hohen Außentemperaturen hin. Und die Bad Brückenauer Feuerwehrleute hoffen auf ruhigere Tage. Kommandant Krug bedankte sich gestern vor allem bei den Arbeitgebern seiner Kameraden, die die Feuerwehrleute für Einsätze freistellen.

Montag Zunächst Wassertransport im Stadtgebiet für Straßenbäume, dann zum Deckeneinsturz in Schildeck mit den Wehren aus Schondra, Geroda, Lauter und Bad Kissingen.

Donnerstag Erst Wohnungsöffnung im Stadtgebiet dann Lieferung von 15 000 Liter Wasser für einen kleinen Waldbrand bei Untergeiersnest mit den Feuerwehren Schondra und Schönderling.
Freitag Erneut Wassertransport für Straßenbäume in der Stadt, dann der Einsatz auf der Autobahn (Text links), ein Pkw-Brand auf der Autobahn mit der Kothener Wehr und Fahrt zu einem kleinen Waldbrand bei Detter (bei Eintreffen schon gelöscht).

Samstag Gemeldete Rauchentwicklung zwischen Staatsbad und Züntersbach, die sich als Staubwolke durch Feldbearbeitung herausstellt. Hinzu kam ein Brand bei Singenrain, zu dem aber die Bad Brückenauer Feuerwehr nicht gerufen wurde.