Fast nichts erinnert noch an den Bahnbetrieb. Die Güterhalle vielleicht. Ein Fahrkartenschalter findet sich in einem Nebenraum. Der Hauptschalter für Bahnreisende ist längst hinter einer Wand aus Gipskarton verschwunden. Der Fischereiverein und ein Gemüsemarkt nutzten das Gebäude zwischenzeitlich.

Eine einzelne Flasche mit einem Rest Spiritus steht dort, wo früher Fahrkarten verkauft wurden. Ein Tresor bewahrt sein Geheimnis wohl für immer. Ein grüner Metallschrank lässt sich hingegen öffnen. Technik ist darin. Wohin die Leitungen führen, ist nicht auszumachen.

Stadtrat denkt über Abriss nach

Detailliert beschreibt Jürgen Lieb in seinem Buch "Dampf und Diesel auf der Nebenstrecke" die Geschichte der Bahn. Am 27. Mai 1988 verließ um 17.08 Uhr der letzte planmäßige Personenzug den Bahnhof, heißt es dort. Güterverkehr fuhr noch bis zum Jahr 2002. Stillgelegt wurde die Strecke Ende März 2005. Den Rückbau der Gleise konnten die Bürger ab Herbst 2016 miterleben.

Inzwischen hat die Stadt den Bahnhof gekauft. Der Stadtrat überlegt, das Gebäude abreißen zu lassen. Es werden Parkplätze gebraucht, zudem soll das gesamte Areal mit Busbahnhof, Radweg und Wohnmobilstellplatz neu gestaltet werden.