Es ist sein zweites Projekt und diesmal löst er sich von seinem Lieblingsgenre, dem Horror. "Das Wichtigste im Leben ist die Zeit. Wenn die einmal weg ist, kriegt man sie nicht wieder", sagt Patrick Melber einen ziemlich ernsten Satz. Und dann lacht er, denn "Stundenglas"soll eben keine todernste Angelegenheit sein, sondern ein lustiger Streifen, der das Leben zeigt. Und die Zeit. Lebenszeit eben.

Der 28-Jährige dreht sich um, spricht in sein Walkie-Talkie, organisiert den Ablauf für die nächsten Szenen. Drohnenflug übers Staatsbad, dann Mittagspause. Eigentlich hat der 28-Jährige gerade Urlaub. Doch den verbringt er lieber auf Dreh. Zwei Wochen ist seine Crew aus immerhin 30 Leuten unterwegs. Sie drehen in Würzburg, Schweinfurt und Bad Brückenau. "Bisher ist jeder offen auf uns zugegangen und hat uns unterstützt", freut sich Melber dass sowohl das Dorint als auch die Kurverwaltung nichts gegen die Idee einzuwenden hatten. "Toll, dass es hier in der Region so einen Zusammenhalt gibt."


Laien-Casting über Facebook

Bei "The Curse", Melbers erstem Film, durften noch die Freunde des Schweinfurters vor die Kamera. Für "Stundenglas" hat er über Facebook einen Aufruf gestartet. Marcel Klein machte mit und bekam prompt eine der Hauptrollen. Leonard Constantin Schäfer, so der Name der Figur, aufgewachsen auf dem Privatanwesen (Fürstenhof) wohlhabender Leute, verschlägt es zum Studium der Mathematik nach Würzburg. Es ist diese Zwischenzeit zwischen Jugend und den Jahren als Erwachsener, wenn alle Weichen längst gestellt scheinen, die Marcel Klein verkörpert. Auch er hat sich für das Projekt Urlaub genommen. "Ich arbeite im Drei-Schicht-Dienst", sagt der junge Mann. Anders hätte das auch nicht funktioniert.

Der Film ist ein "low-low-low Budet"-Projekt, wie Marber sagt. Das Drehbuch stamme von ihm, die Ausrüstung auch und die Gage, die er den Schauspielern zahlt, erinnere eher an einen Freundschaftspreis. Aber deshalb sind die meisten ohnehin nicht an Bord. Sie machen mit, weil sie Spaß an der Sache haben oder die technischen Details hinter einem kinoreifen Streifen kennen lernen wollen.


Komparsen für Dreh im Schlosspark gesucht

Melbers erster Film lief im Jahr 2015 im "Welt-Bio Kinocenter " in Schweinfurt. Damals beschränkte sich das Marketing auf soziale Netzwerke und vereinzelt Plakate. "Stundenglas" solle größer beworben werden, kündigt Max Oppmann, zweite Hand des Regisseurs, an. Für die Postproduktion planen die beiden Männer fast ein Jahr ein.

"Hauptsächlich mache ich das, um meine Story in die Welt zu bringen", erklärt Melber, was ihn am Filmemachen so reizt. Der junge Mann will sein Hobby zum Beruf machen: "Filme drehen, damit Geld verdienen und Spaß haben". Mit etwas Glück läuft "Stundenglas" nächsten Sommer auch in den Rhönlichtspielen. Melber und Oppmann werden dann vielleicht auch kommen - ohne Limousine freilich, sondern einfach nur so.

Am Samstag, 30. Juli, dreht das Team noch einmal im Staatsbad. Wer mitmachen möchte, kann sich direkt bei Patrick Melber melden. Tel.: 0178/ 5610139. Gesucht werden Komparsen (Schüler und Eltern bzw. Großeltern) in Abendgarderobe für einen Abi-Ball, der vor dem Kursaalgebäude stattfindet.