Jede Menge Fragen gab es zu den Wohngruppen für minderjährige Flüchtlinge, die im Augenblick im "Wohnen mit Herz-Gebäude" der AWO entstehen. Anna Rüthlein, Referentin für Jugendhilfe, stand Rede und Antwort. Rund 20 Interessierte waren gekommen, Nachbarn, Verantwortliche aus Verein und Jugendzentrum (Juz) und Hilfsbereite, die sich gerne ehrenamtlich einbringen möchten.

Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) betonte, wie wichtig es sei, die Jugendlichen in Vereinen, im Juz und in der Schule zu integrieren, denn so komme schnell der Kontakt zu einheimischen Jugendlichen zustande, die Sprache werde schneller gelernt, und auch die Kultur und Umgebung würden den Flüchtlingen rasch vertraut. "So entstehen Netzwerke, und das ist sehr wichtig", sagte sie.


Integration im Sportverein

Auch Heribert Jakobsche, Stadtrat (PWG) und Vertreter des FC Bad Brückenau meldete sich zu Wort: "Die Flüchtlinge sind bei uns sehr willkommen, wir haben schon zwei aus Volkers, die bei uns mitspielen, und das klappt bestens."

Die Wohngruppen bestehen aus einem großen Gemeinschaftsraum mit Küche, von dem aus es in die einzelnen Zimmer geht, die jeweils von zwei Jugendlichen bewohnt werden. Bei einem Tag der offenen Tür der Tagespflege (Termin wird noch bekannt gegeben) können auch diese Räume besichtigt werden, teilte Sabine Preisendörfer, Leiterin des Seniorenheims, mit. Um den Kontakt mit der heimischen Pflanzenwelt herzustellen, schlug Lehrerin Claudia Körber vor, mit den Jugendlichen einen kleinen Garten anzulegen, in dem Gemüse angebaut werden könnte. Sie würde sich darum kümmern.

Weitere Angebote folgten wie Werksbegehungen, eine Stadtführung, Nachhilfeunterricht oder Hausaufgabenbetreuung. Beschlossen wurde ein Treffen für alle, die bereit sind sich zu engagieren, bei dem man noch konkreter planen und vor allem auch die Jugendlichen kennenlernen könne. Benjamin Wildenauer, der sich auch in Volkers engagiert, berichtete, dass der persönliche Kontakt wichtig sei, bevor man entscheidet, wie man sich einbringen möchte.


Sachspenden gezielt einsetzen

Auch das Thema Sachspenden wurde besprochen: Daniela Schad, Flüchtlingsberaterin des Caritasverbandes für den Landkreis Bad Kissingen, empfahl Spenden im Caritas Lädchen abzugeben, wo sie sortiert und dann verteilt werden können. Dies sei sinnvoller, als sie in der Wohngruppe direkt abzugeben, wo vielleicht ein anderer Bedarf besteht, und die Sachen an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden könnten.

Das Juz erledigt immer wieder Renovierungsarbeiten in Eigenarbeit, und auch hier kann sich Jugendarbeiter Boris Höttinger gut vorstellen, die Flüchtlinge einzubeziehen. "Man hat ein gemeinsames Ziel, das geht zur Not auch nonverbal, aber man lernt sich beim gemeinsamen Arbeiten trotzdem kennen." Die Bereitschaft und das Interesse der Brückenauer sind groß, das war deutlich zu spüren, und bei so viel Engagement wird sich sicherlich schnell ein großer Helferkreis finden.