Während in den unterfränkischen Nachbarlandkreisen die Inzidenz inzwischen unter die 100er-Marke gerutscht ist, liegt der Landkreis Bad Kissingen aktuell weiter bei einem Wert von über 100. Das Landratsamt bestätigt auf Anfrage, dass sich "in den vergangenen Tagen Infektionsfälle häufen, die auf das Arbeitsumfeld in produzierenden Betrieben sowie Handwerksbetrieben zurückzuführen sind".

In Bad Brückenau kursierten Gerüchte, dass davon auch einer der größten Arbeitgeber der Region, Hanse Haus in Oberleichtersbach, betroffen sei. Die Redaktion hat daraufhin bei der Firma nachgefragt. "Mit Stand vom Donnerstag, 4. Februar 2021, haben wir bei Hanse Haus, bei über 850 Mitarbeitern, 39 positiv getestete Kollegen, die sämtlich in Quarantäne sind", erklärt Sebastian Gensichen, Prokurist und Bereichsleiter Marketing und Vertriebsinnendienst bei Hanse Haus. (Hinweis der Redaktion: Irrtümlicherweise war hier zunächst von "Unternehmenssprecher Sebastian Gensichen" die Rede. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.)

Corona-Reihentests gibt es bei Hanse Haus bereits seit Herbst

Ob sich die Infizierten tatsächlich auf der Arbeit angesteckt haben, sei nicht klar. Das Unternehmen habe keinen Einfluss auf das Verhalten im Privaten; im Betrieb aber gebe es umfangreiche Schutzmaßnahmen. So habe Hanse Haus etwa schon seit Beginn der zweiten Corona-Welle im Herbst begonnen, PCR-Corona-Reihentests in der Produktion durchzuführen. Dies geschehe auf freiwilliger Basis und auf Kosten der Firma in Kooperation mit einem externen Labor.

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"Wir haben diese Tests immer dann breitflächig durchgeführt, wenn wir von einer Infektion eines Kollegen erfahren haben", berichtet Gensichen. "Hier haben wir dann dessen Kollegen einen freiwilligen Test angeboten. Mit diesen Tests wollten beziehungsweise möchten wir weitere Ansteckungen vermeiden." Zudem sei es nachvollziehbar, dass direkte Arbeitskollegen mitunter verunsichert seien, wenn ein Kollege positiv getestet wird.

Durch das Angebot der PCR-Tests könne man weitere Infizierte frühzeitig identifizieren. "Sicherlich deutlich früher, als dies ein Test erst bei aufkommenden Symptomen durch die Behörden gezeigt hätte", sagt Gensichen. "Uns ist in diesem Zusammenhang ebenso wichtig, durch die Tests Vertrauen bei unseren Mitarbeitern aufzubauen."

Letzter Reihentest mit negativen Ergebnissen

Den letzten Reihentest hat das Unternehmen nach eigenen Angaben am vergangenen Donnerstag mit 20 Mitarbeitern aus dem Werk 2 durchgeführt. "Alle haben glücklicherweise ein negatives Testergebnis erhalten", berichtet Gensichen. "Wir denken, dass wir mit der Durchführung der Tests das Richtige tun, um einer Verbreitung von Corona vorzubeugen."

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Natürlich könne es auch sein, dass man aufgrund der hohen Anzahl an freiwilligen Tests auch eine höhere Anzahl an Infizierten feststelle. "Wer nicht testet, stellt auch nichts fest. Wir halten unsere Vorgehensweise daher für die richtige", betont Gensichen.

Neben den Reihentests setze man außerdem die Hygiene-, Lüftungs- und Abstandsvorschriften um. Im Herbst seien zudem an allen Eingängen Fiebermessgeräte und Handdesinfektionsmittel zur Verfügung gestellt worden.

Homeoffice als eine Lösung in der Verwaltung

"Allen Mitarbeitern in der Verwaltung, bei denen dies technisch möglich war, haben wir bereits im Frühjahr 2020 Homeoffice-Lösungen angeboten", berichtet Gensichen weiter. Aktuell seien über 90 Prozent der Mitarbeiter in der Verwaltung im Homeoffice oder in Wechselwochen im Büro. Auch Masken würden den Mitarbeitern vom Unternehmen zur Verfügung gestellt.

39 Corona-Infizierte verzeichnet die Firma Hanse Haus aktuell in ihrer Belegschaft (Stand: Donnerstag, 4. Februar).

> 850 Mitarbeiter zählt das Unternehmen. Die 39 infizierten Mitarbeiter machen somit insgesamt rund 4,6 Prozent der Belegschaft aus.