Die "Königlich privilegierten Freihandschützen 1458 Bad Kissingen" gehören nicht nur zu einem der ältesten, sondern mit aktuell 314 Mitgliedern auch einer der größten Schützenvereine im Rhön/Saale Schützengau. Am Wochenende hatten die Freihandschützen auf der vereinseigenen Schießanlage ihre Generalversammlung mit Neuwahlen, wobei rund ein Drittel der Mitglieder anwesend waren. Mit dabei auch Schützenkommissar Oberbürgermeister Kay Blankenburg, der zusammen mit Gattin Anja nun auch Mitglied bei den Kissinger Schützen ist.

In seinem Jahresbericht ging 1. Schützenmeister Günter Fröhlich auf die letzten fünf Jahre ein, denn seit dieser Zeit führt er zusammen mit Artur Haupt den Verein. 2016 kam Jörg Halbritter als neuer Schatzmeister hinzu und seit 2018 ist Madline Haupt als Schriftführerin tätig. Sie alle wurden in der anschließenden Wahl wiederum in ihren Ämtern einstimmig bestätigt.

Ohne dem Kassenbericht vorgreifen zu wollen, erwähnte Schützenmeister Günter Fröhlich, dass das für die diversen Baumaßnahmen des Vereins aufgenommene Darlehen in Höhe von 100 000 Euro innerhalb von nur viereinhalb Jahren fast vollständig abgetragen werden konnte. Dies war unter anderem möglich, da etliche Mitglieder für nicht geleistete Arbeitsstunden "löhnen mussten", aber auch der Rakoczy-Pin Verkauf und die über 50 Vermietungen der Schießanlage an andere Vereine füllten die Vereinskasse auf.

Höhepunkt des Jahres war wie immer das Königsschießen, das Julian Leuchs als Schützenkönig beendete. Aber nicht nur finanziell stehe der Verein gut da, er habe auch die Mitgliederzahlen in den letzten fünf Jahren verdoppeln können, erläuterte Günter Fröhlich. Es werde auch weiterhin keine Aufnahmegebühr verlangt, dafür müssten aber Arbeitseinsätze geleistet werden - bei dieser Regelung blieb es vorerst.

Mit etwas Wehmut verabschiedete sich Oberbürgermeister Kay Blankenburg vom Verein, versprach aber, dass er in Zukunft als Mitglied etwas mehr Zeit für die Kissinger Freihandschützen habe, denn "es gibt auch ein Leben nach dem Rathaus". Kurz ging der Noch-OB auf die Terrortat von Hanau ein und erklärte, dass es überall Psychopathen gäbe, man könne deshalb niemand in Generalverdacht nehmen und einen hundertprozentigen Schutz gäbe es nirgends. So wie nicht alle Feuerwehrler Brandstifter seien, liege die Schuld an dieser Tat auch nicht bei den Sportschützen.

Zurück zu den Kissinger Freihandschützen, sie seien mit Abstand der älteste Verein in Bad Kissingen und die Zusammenarbeit im Verein solch eine Schießanlage zu erstellen und aufrecht zu erhalten sei bemerkenswert.

Abschließend erfolgten noch die Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft im Verein und dem Bayerischen Sportschützenbund. Für 50 Jahre wurde Frau Anita Palluch geehrt, Peter Warzecha der ebenso lange Vereinsmitglied ist, ließ sich entschuldigen. 40 Jahre im Verein ist Günter Renner, 30 Jahre Gerd Hochgesang und Manfred Schmitt und 20 Jahre Horst Seidel und Sebastian Fröhlich.