Elmar Klug, Veranstaltungsleiter der Staatlichen Kurverwaltung, war Samstagnacht ganz aus dem Häuschen: "Das ist einfach unglaublich und unbeschreiblich, was hier heute ab ging! Das gab es noch auf keinem Parkfest." Jede Ecke um den Schlosspark sei fast schon verkehrsgefährdend zugeparkt gewesen: "Und wo die überall herkommen!" Besucherzahlen kann er nur schätzen: "Genaue Zahlen kann man bei den Massen gar nicht nennen", sagt Klug, er schätzt aber, dass es Tausende
waren. Die Kombination mit dem 15-jährigen Gründungsfest der "Alphornbläsergruppe Schwarze Berge" um die Gerodaerin Ingrid Schubert sei ein Glücksfall gewesen.

Bis zu 800 Kilometer angereist

Die Alphornbläsergruppen waren teilweise bis zu 800 Kilometer aus der Schweiz und Österreich angereist. Begleitet von Fackelträgern marschierten 125 Alphornbläser mit geschulterten Instrumenten durch den Schlosspark auf die Wiese neben dem Kursaal und stellten sich im Rund auf. Ingrid Schubert, musikalischer Kopf der heimischen Bläser, stimmte drei alpenländische Weisen für die Ges- und F-Hörner an. Stille und Ergriffenheit legte sich über das weite Rund als die dumpfen Klänge ertönten. Brausender Applaus der Zuhörer belohnte die Musiker.
"Wir waren etwas naiv, als wir unser Jubiläum angedacht haben. Wir wollten so etwa 50 Hornisten einladen, mit uns zu feiern. Anfang Mai hatten wir schon über 100 Anmeldungen. Das lief fast schon aus dem Ruder, aber Werner Vieres hat das hervorragend gemanagt", sagte eine sichtlich erleichterte Ingrid Schubert. "Ich hatte schon Bauchweh vor Aufregung, als ich aufs Podium bin und das Dirigat begann, das war schon etwas ganz Besonderes", erzählte Schubert weiter.

"Das Alphorn passt perfekt in die Rhöner Bergwelt", darüber waren sich die Alphornbläser, die zum 1. Rhöner Alphornbläsertreffen in die Rhön gekommen waren, einig. "Der Kreuzberg ist ein kleiner Viertausender - geviertelt halt", lacht einer der bärtigen Alphornbläser und fügt in herrlichstem Schwiizerdütsch an: "Ihr wollt halt auch Berge haben."

Keine Männerdomäne

"Es ist wunderschön hier. Das Grün der Berge begeistert mich", sagte eine in original Schweizer Tracht gewandete junge Frau mit dem Alphorn im Arm. Alphornblasen ist keine Männerdomäne, ob im Dirndl, in Tracht, in kurzer Lederhose oder im Vereins-T-Shirt, die Frauen waren selbstbewusst und charmant mit von der Partie. Zufrieden strahlte auch Priska Kolbeck von den Alphornbläsern Schwarze Berge. "Es gefällt uns super, wenn es unseren Gäste auch so gefällt, dann ist alles Bestens."

Dass es den Gästen gefiel, stand außer Frage, sowohl den Alphornbläsern wie auch den Zuhörern, die sich schon am frühen Morgen auf dem Gipelplateau hinter der Kreuzigungsgruppe versammelt hatten. Herrlicher Sonnenschein, blau-weißer Himmel und eine tolle Fernsicht von den Schwarzen Bergen, über den Arnsberg und Himmeldunkberg bis zum Heidelstein eröffnete sich. "Wunderschön, dieses Panorama", schwärmte eine Schweizerin. "Hier sind wir genau richtig." Und dann spielten gut 100 Alphornbläser den "Hirtenruf", den "alten Dengler", "bei de Rinder" und "vom Lünersee".

"Die Schweizer haben es im Blut"

Beim 1. Rhöner Alphorntreffen an der Gemünder Hütte gab es neben einer Vielzahl musikalischer Darbietungen auch Informationen zur Tradition der Holzblasinstrumente. Neben vielen Schweizer Gruppen kamen die Teilnehmer aus Baden Württemberg, dem Saarland und sogar aus Berlin und der Norddeutschen Heide.
"Die Schweizer haben es einfach im Blut, sie saugen es mit der Muttermilch schon auf", schwärmte Priska Kolbeck. Die Schweizer Gruppe hatte nicht nur Alphornbläser mitgebracht sondern auch einen Fahnenschwinger, der die Schweizer Fahne durch die Luft wirbelte und wieder auffing.