Seit 40 Jahren gibt es die Werkfeuerwehr von Paul & Co. Sie ist für den Brandschutz des papierverarbeitenden Unternehmens in Oberwildflecken verantwortlich. Geschäftsführer Manfred Kunert unterstrich bei der Jubiläumsfeier, dass die Werkfeuerwehr Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit des Betriebes am Standort maßgeblich mitgestaltet und auch für die Außenwerke eine Vorbildfunktion ausübt.

Herausforderung Drehleiter

Kommandant Georg Fuchs beschrieb die großen Investitionen in den Brandschutz in den zurückliegenden Jahren. Gerade die Beschaffung einer modernen Drehleiter habe die Werkfeuerwehr noch einmal deutlich aufgewertet und die Wehrleute vor eine völlig neue Herausforderung gestellt. Auslöser für den Kauf der Drehleiter war laut Geschäftsführer Kunert der Bau des neuen Verwaltungsgebäudes, das die bestehenden Bauten überragt.
Weil der Umgang mit einem solchen rund 15 Tonnen schweren Gerät von Experten vermittelt werden muss, suchte die Werkfeuerwehr die Unterstützung der Floriansjünger aus Fulda. "Die Werkfeuerwehr arbeitet nun auch länderübergreifend", meinte Kunert augenzwinkernd. Unter Anleitung der Feuerwehr aus der hessischen Domstadt erlernten die Paul & Co-Wehrleute die sichere Handhabung der Drehleiter.
"Eine Werkfeuerwehr kann sich keine Verzögerungen leisten, da sie die Sicherheit des gesamten Betriebes sicherstellen muss", sagte Kommandant Fuchs. Die Rettung von Menschenleben und der Erhalt von Sachwerten habe dabei oberste Priorität.

Besuch bei der Flughafenfeuerwehr

2012 besuchte die Werkfeuerwehr zusammen mit ihren Familien den Frankfurter Flughafen und besichtigte dort auch die Flughafenfeuerwehr. "Weil die Feuerwehrleute einen Teil ihrer Freizeit opfern, ist es natürlich auch ganz wichtig, dass die Familien Verständnis dafür haben", sagte Geschäftsführer Kunert. 40 Dienstleistende hat die Wehr derzeit. Erstmals in ihrer Geschichte hat sie nun auch ein weibliches aktives Mitglied.
"Es ist schon ein beeindruckendes Bild, wenn man die gesamte Werkfeuerwehr und ihre Unterstützer aus den Nachbarwehren vor Augen hat", sagte Kunert. Er machte deutlich, dass es am Standort Oberwildflecken um den Schutz von rund 470 Arbeitsplätzen geht. Der Aufwand für Schulungen und Übungen habe sich in den vergangenen Monaten aufgrund der Beschaffung des neuen Fahrzeugs und der Drehleiter deutlich erhöht. Auch hierfür opfern die Wehrleute viele Stunden ihrer Freizeit. Besonderes Lob gab es für die reibungslose Zusammenarbeit mit den freiwilligen Wehren in der Nachbarschaft zwischen Riedenberg und Oberweißenbrunn. Auch die Feuerwehr der Bundeswehr wird bei Übungen immer wieder einbezogen. "Der Mann vor Ort ist als Experte unverzichtbar", sagte Kreisbrandrat Benno Metz.

Ehrungen

Auch Ehrungen standen bei der Jubiläumsfeier auf dem Programm. Heiko Fuchs ist seit 25 Jahren im aktiven Dienst. Kommandant Georg Fuchs blickt auf stolze 50 Jahre im Dienst der Feuerwehr zurück. Davon war Fuchs zusammengerechnet 30 Jahre an der Spitze der Feuerwehr Oberbach und anschließend als Kommandant der Werkfeuerwehr tätig. Selbst Metz war angesichts der Jahreszahlen erstaunt: "Eine Ehrung für 30 Jahre Kommandant hat der Freistaat gar nicht in seinem Programm." Fuchs war aus Altersgründen als Kommandant in Oberbach ausgeschieden und hatte im Anschluss die Führung der Werkfeuerwehr übernommen. "Wenn mich heute jemand fragen würde, ich würde es wieder tun", zeigte sich Fuchs zufrieden mit dem Erreichten. Er appellierte auch an die jüngere Generation, Verantwortung für den Brandschutz zu übernehmen. "Ein Feuerwehrmann ist 365 Tage im Jahr im Dienst. Das ist schon etwas ganz Besonderes."