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Regiomat

Frisch aus dem Bauernhof-Automaten: Landwirt aus Franken mit Zukunftsvision

Bauernhof-Qualität zu jeder Zeit einkaufen zu können, egal ob spät nachts oder früh morgens. Das ist die Zukunftsvision eines Hofladens aus Franken - und die ist überaus erfolgreich.
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Mit den Automaten macht sich Schlett unabhängig von jeden Öffnungszeiten. Foto: Manfred Schlett

Als Manfred Schlett 2013 den ersten Verkaufsautomaten aufstellte, wusste er noch nicht wie groß der Erfolg dieses Konzeptes werden würde. „Ich bin ein Fan von Automaten“, bestätigt der 54-jährige Landwirt. Die zunehmenden Einflüsse aus dem amerikanischen Raum sowie die Entwicklung der Supermärkte hin zu immer längeren Öffnungszeiten hätten ihn dazu bewogen, seinen Verkauf durch den Automaten zeitunabhängig zu gestalten.

„Durch den Automaten hat der Kunde 24 Stunden Zugang zu den frischen Produkten von meinem Hof.“ Der Kunde wolle seiner Überzeugung nach einkaufen, wann er möchte, und sich nicht nach den Öffnungszeiten eines Marktes richten müssen. „Gerne kaufen Menschen auch mal nachts ein. Das weiß ich, weil die Automaten natürlich Videoüberwacht sind. Das bestätigt mich in meiner Überzeugung“, schildert er seine Erlebnisse.

"Der Kunde möchte einkaufen, wann er möchte, nicht wann der Hofladen offen hat", ist Schlett überzeugt

Zu der Überzeugung, dass ein Regiomat eine sinnvolle Investition sei, kam er schon vor Jahren. Als Regiomat bezeichnet Schlett einen Verkaufsautomaten, in dem er eigene auf seinem Land eingesammelte und angebaute Produkte vertreibt. Beispielsweise also frische Eier oder Honig. Denn der Landwirt wusste: Nur durch regionalen Vertrieb ist der Hofladen nicht rentabel. Da erschien ihm der Automat wie der ideale Weg, seine Erzeugnisse zeitunabhängig anbieten zu können. „Ein Automat kostet keine großen Unterhaltungskosten und ist immer für den Kunden da, wenn er einkaufen möchte“, erzählt Schlett.

Und der Erfolg gibt ihm recht. 2017 folgte die erste Expansion, ein Eisautomat direkt an einem Fahrradweg, 2020 ein zweiter Automat mit Angeboten seines regional erzeugten Sortiments. „Besonders der Eisautomat ist ein voller Erfolg“ freut sich Schlett. Dadurch, dass der Automat direkt an einem Fahrradweg positioniert ist, kämen immer wieder Kinder mit ihren Eltern vorbei, die nach einer längeren Rad-Tour eine Erfrischung brauchen. „Kinder und Eis – das passt einfach“, meint Schlett und lacht.

Die Coronavirus-Pandemie habe ihm zusätzlich Kunden beschafft. „Die Automaten sind sehr erfolgreich. Auch, weil die Eisdielen beispielsweise zu hatten.“ Für Manfred Schlett sind die Regiomaten außerdem in der Pandemie-Zeit die sicherste Variante einzukaufen. „Bei jedem Automaten sind Desinfektionsmittel. Sauberer ist es nur noch im Krankenhaus“, sagt er. Bei den Automaten müsse man sich auch nicht der Gefahr aussetzen wie sie an der Kasse des Supermarktes oder eines anderen Ladens lauere. „Wenn die Frau neben dir infiziert ist, besteht die Gefahr, dass du dich beim Einkaufen ansteckst. Dieses Risiko besteht beim Automaten nicht“, erklärt er die Vorzüge.

"Lieber ein Familienbetrieb bleiben", erklärt Schlett

Weitere Expansionspläne hegt der Landwirt aus Leidenschaft jedoch nicht: „Dann müsste ich ja wieder Personal einstellen. Genau das, was ich mit der Investition in die Automaten ja verhindern wollte. Denn Mitarbeiter sind einfach sehr teuer und trotzdem nicht vor Krankheiten geschützt.“ Da bleibe er lieber ein kleines Familienunternehmen.

Die zahlreichen Nachahmer, die auch auf den Zug der Automaten aufgesprungen sind, sieht Schlett entspannt. „Ich bin ja hier der letzte echte Landwirt. Bei mir wissen die Leute, wo die Produkte herkommen“, gibt er sich selbstsicher.