Eine deutsche Staatsanwältin stirbt nach vier Tagen Erbrechen in einem Istanbuler Krankenhaus. Ermittler prüfen, woran die Frau gestorben ist.
Eine deutsche Touristin ist in Istanbul nach anhaltenden Beschwerden über mehrere Tage von Übelkeit im Krankenhaus gestorben. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, wurden Nachforschungen angestellt, nachdem ein Arzt den Tod der Frau als verdächtig eingestuft hatte. Zuvor hatte der "Spiegel" über den Fall berichtet.
Die in Deutschland als Staatsanwältin arbeitende Touristin reiste Anadolu zufolge Mitte September mit ihrem Ehemann nach Istanbul. Dort bezogen sie eine Unterkunft im Randgebiet Silivri auf der europäischen Seite der Metropole. Nachdem die Frau vier Tage lang unter Erbrechen gelitten hatte, suchte sie am 13. September die örtliche Notfallaufnahme auf. Dort verschlechterte sich ihr Zustand plötzlich, trotz aller Bemühungen des medizinischen Personals verstarb sie kurz darauf. Die Ermittlungen zur Feststellung der exakten Todesursache dauern an.
Ähnliche Todesfälle im Jahr 2025
Der Fall weckt Erinnerungen an den Tod von vier Mitgliedern einer Familie, die im vergangenen Jahr aus Hamburg nach Istanbul gereist waren und an einer Pestizidvergiftung gestorben sind. Die Eltern mit den beiden Kleinkindern klagten ebenfalls zunächst über starkes Erbrechen, in kurzen Abständen verstarben alle vier Familienmitglieder.
Ein medizinisches Gutachten wies später eine Vergiftung mit Pestiziden nach, die zur Schädlingsbekämpfung im Hotel verwendet worden waren. Unter anderem wurden der Betreiber des Hotels und der Inhaber der Schädlingsbekämpfungsfirma zu mehrjährigen Haftstrafen wegen bewusster fahrlässiger Tötung verurteilt. Der Fall löste Diskussionen über Defizite bei staatlichen Kontrollen im Umgang mit Pestiziden aus.