In Südafrika erschüttern neun Morde an Frauen die Region um Johannesburg. Die Ermittler stehen unter großem Druck, die Fälle aufzuklären.
In Südafrika wurden laut Angaben der Polizei innerhalb von etwas mehr als zwei Monaten neun Frauenleichen in der Großstadtgemeinde Ekurhuleni entdeckt. Alle Opfer seien in der Region, die im Osten an die Wirtschaftsmetropole Johannesburg grenzt, gewaltsam getötet worden, teilte die Polizei mit.
Sie appellierte an die Frauen in Ekurhuleni, besondere Vorsicht walten zu lassen. Präsident Cyril Ramaphosa hat die Polizei angewiesen, die Ermittlungen zu den neun mutmaßlichen Morden vorrangig zu behandeln. Der amtierende Polizeiminister Firoz Cachalia bezeichnete die Fälle als "zutiefst beunruhigend".
Polizei untersucht Morde an Frauen
"Zwar muss im Rahmen der Ermittlungen geklärt werden, ob die Fälle miteinander in Zusammenhang stehen, doch die Möglichkeit, dass ein oder mehrere Täter es gezielt auf Frauen abgesehen haben, erfordert unser dringendes und entschlossenes Handeln," so der Minister. Die Entdeckung der Leichen löst landesweit Entsetzen aus. Das Land am südlichen Ende des afrikanischen Kontinents mit rund 63 Millionen Einwohnern ist von hoher Kriminalität sowie intensiver Gewalt gegen Frauen geprägt.
Laut dem südafrikanischen Forschungsrat für Humanwissenschaften erfährt ein Drittel aller erwachsenen Südafrikanerinnen körperliche Gewalt. Allein in den drei Monaten zwischen April und Juni wurden in Südafrika, einer Polizeistatistik zufolge, 5.427 Menschen ermordet - das entspricht im Durchschnitt 60 pro Tag.