Krisenstimmung an fränkischem Industriestandort: Mitarbeiter bangen um ihre Jobs

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Schneider Electric: Mitarbeiter in Marktheidenfeld bangen um ihre Jobs
Marktheidenfeld ist von einem möglichen Stellenabbau bei Schneider Electric und Cummins betroffen. Arbeitnehmervertreter fordern gezielte Maßnahmen, um die Lage am Industriestandort zu verbessern.
Fabrik, Halle, Werk, Industrie, Herstellung, Produktion, Technologie, Autozulieferer
Phoophinyo / Adobe Stock (mit KI generiertes Symbolbild)
Schneider Electric: Mitarbeiter in Marktheidenfeld bangen um ihre Jobs
Marktheidenfeld ist von einem möglichen Stellenabbau bei Schneider Electric und Cummins betroffen. Arbeitnehmervertreter fordern gezielte Maßnahmen, um die Lage am Industriestandort zu verbessern.
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Gorodenkoff / Adobe Stock (Symbolbild)
Schneider Electric: Mitarbeiter in Marktheidenfeld bangen um ihre Jobs
Marktheidenfeld ist von einem möglichen Stellenabbau bei Schneider Electric und Cummins betroffen. Arbeitnehmervertreter fordern gezielte Maßnahmen, um die Lage am Industriestandort zu verbessern.
Fabrik, Halle, Werk, Industrie, Herstellung, Produktion, Technologie, Autozulieferer
Phoophinyo / Adobe Stock (mit KI generiertes Symbolbild)

Am unterfränkischen Standort eines Elektrotechnik-Konzerns wächst die Sorge vor einem größeren Stellenabbau. inFranken.de hat das Unternehmen zu den kursierenden Zahlen befragt.

Angespannte Stimmung bei den Beschäftigten der Schneider Electric Automation GmbH. Beim Elektrotechnik-Unternehmen ist offensichtlich ein größerer Abbau von Arbeitsplätzen geplant. Betroffen sind nach Gewerkschaftsangaben die Standorte in Marktheidenfeld im Landkreis Main-Spessart sowie in Lahr in Baden-Württemberg. Laut Schilderung der IG Metall Würzburg sind insgesamt rund 110 Stellen in Gefahr. 

Auch beim Marktheidenfelder Standort des Automobilzulieferers Cummins herrscht aktuell Krisenstimmung. Dort wird sogar eine vollständige Schließung des Werks befürchtet – wovon um die 350 Mitarbeiter betroffen wären. In beiden Fällen wollen die Arbeitnehmervertreter die drohenden Einschnitte nicht kampflos hinnehmen. "Wir geben weder Cummins noch die Arbeitsplätze bei Schneider auf", erklärte Norbert Zirnsak, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Würzburg.

Stellenstreichungen bei Schneider Electric? Konzern reagiert ausweichend

Auf eine Anfrage von inFranken.de, ob die kursierenden Informationen über den geplanten Abbau von 110 Stellen zutreffen, reagiert der Elektrotechnik-Spezialist ausweichend. "Schneider Electric überprüft sein Portfolio kontinuierlich nach bewährten Methoden, um Wettbewerbsfähigkeit und langfristiges Wachstum sicherzustellen", teilt eine Unternehmenssprecherin unserer Redaktion mit. Nach Angaben des Unternehmens sollen ausgewählte Entwicklungsprojekte künftig priorisiert werden. Bei anderen Vorhaben könnten sich demnach Entwicklungstempo oder Investitionsumfang verringern.

Ob damit ein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden ist, lässt Schneider Electric gleichwohl offen. Das Unternehmen verweist auf laufende rechtliche Prüfungen und erforderliche Konsultationsverfahren. "Daher können wir uns derzeit weder zu Einzelheiten möglicher personeller Auswirkungen noch zu standortspezifischen Fragen äußern", erklärt die Sprecherin. Sie betont zugleich, dass das Engagement im Markt für Motion- und Machine-Automation-Lösungen unverändert fortbestehe. Der Bereich bleibe ein wichtiger Bestandteil des Industrieautomatisierungsportfolios.

Die IG Metall Würzburg will die Auseinandersetzungen um die Arbeitsplätze bei Cummins und Schneider Electric mit einer Initiative für die industrielle Entwicklung des Standorts Altfeld verbinden. Beide Unternehmen stünden in der Verantwortung, Alternativen zu prüfen und Investitionen sowie Beschäftigung an den Standorten zu sichern. Nach Einschätzung der Gewerkschaft verschärft insbesondere die Entwicklung bei Schneider Electric die industriepolitische Situation in Altfeld. Die Produktion am Standort sei bereits vor rund fünf Jahren eingestellt worden.

Unterfränkischer Industriestandort in der Krise – Gespräche mit Stadt und Landkreis 

Der nun geplante Stellenabbau bei Schneider Electric betreffe auch Arbeitsplätze in der Entwicklung, schildert die IG Metall in einer Pressemitteilung. Laut Gewerkschaft sieht der Betriebsrat von Schneider Electric keine wirtschaftliche Notwendigkeit für den Abbau und warnt vor einer zunehmenden Verlagerung von Entwicklungskompetenz nach China und Indien. Der Verlautbarung zufolge hat der Betriebsrat eigene Vorschläge zur Sicherung der Beschäftigung ausgearbeitet.

Die Schneider Electric Automation GmbH mit Sitz in Marktheidenfeld gehört zum französischen Schneider-Electric-Konzern, der sich auf Energiemanagement, Automatisierung und Digitalisierung spezialisiert hat. Am fränkischen Standort Marktheidenfeld entwickelt das Unternehmen nach eigener Darstellung Hochleistungs-Automatisierungslösungen für den Maschinenbau, in Lahr im Schwarzwald entstehen unter anderem elektrische Antriebe, Motoren und Linearsysteme für die Industrie. 

Laut den Arbeitnehmervertretern ist die angespannte Lage im Raum Marktheidenfeld nicht allein auf Schneider Electric und Cummins zurückzuführen. Auch abseits dieser beiden Unternehmen habe sich die Beschäftigungssituation in der Region spürbar verändert. In den größeren Industriebetrieben der Stadt seien zwischen 2019 und 2024 knapp 500 Arbeitsplätze weggefallen, teilte die Gewerkschaft mit.

IG Metall kämpferisch: In Marktheidenfeld sollen neue Industriearbeitsplätze entstehen

Bürgermeister Thomas Stamm und Landrat Thomas Eberth seien auf die IG Metall zugekommen und hätten Gespräche über die Lage am Standort Altfeld, einem Stadtteil von Marktheidenfeld, angeregt. Die Gewerkschaft will diese Gespräche nach eigenen Angaben nutzen, um gemeinsame Maßnahmen zu vereinbaren. In den bestehenden Betrieben soll gemeinsam mit den Betriebsräten nach zusätzlichen Produkten, Entwicklungsaufgaben und Investitionsmöglichkeiten gesucht werden.

Darüber hinaus sollen Stadt, Landkreis und Freistaat gezielt die Ansiedlung weiterer Industriearbeitsplätze in Altfeld fördern. Als Standortvoraussetzungen nennt die IG Metall die vorhandenen industriellen Fähigkeiten, das technische Wissen, verfügbare Gewerbeflächen sowie die direkte Anbindung an die A3.

"Wir wollen die Arbeitsplätze verteidigen, die heute da sind, und gleichzeitig neue nach Altfeld holen“, wird Ulrike Eifler, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Würzburg, in der Mitteilung der Gewerkschaft zitiert. Der Standort verfüge über industrielle Erfahrung, Wissen und Können. "Darauf lässt sich aufbauen." 

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