500.000 Euro Beute: Betrüger in Franken angeklagt - Polizei entdeckt Erstaunliches

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Landgericht Schweinfurt: Anklage gegen Betrüger erhoben
Am Landgericht Schweinfurt wurde Anklage gegen eine Betrügerbande erhoben. (Symbolbild)
Landgericht Schweinfurt: Anklage gegen Betrüger erhoben
Daniel Vogl/dpa

Vier mutmaßliche Mitglieder einer Betrügerbande wurden vor dem Landgericht Schweinfurt angeklagt - sie sollen Senioren mit Betrügereien um hohe Geldbeträge betrogen haben. Bei einer Hausdurchsuchung hatte die Polizei zudem Erstaunliches entdeckt.

Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt hat vier mutmaßliche Mitglieder einer Bande falscher Polizisten angeklagt, die in Deutschland Senioren um mehr als eine halbe Million Euro betrogen haben sollen. Von einem im Ausland ansässigen Callcenter sollen die Opfer kontaktiert worden sein, mit der Behauptung, ihre Wertgegenstände seien in Gefahr. Daher sollten sie diese zur Sicherung der vermeintlichen Polizei übergeben – und das taten sie demnach auch.

Die vier Verdächtigen – eine Frau und drei Männer aus dem Raum Bielefeld – sind nach Darstellung der Ermittler mutmaßliche Mitglieder einer größeren kriminellen Gruppe und sollen in den angeklagten Fällen in Bayern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen involviert gewesen sein.

Anklage am Landgericht Schweinfurt erhoben

Die 20 bis 26 Jahre alten Beschuldigten wurden im vergangenen Herbst festgenommen. Der Hauptverdächtige befindet sich nach Angaben der Anklagebehörde in Untersuchungshaft und hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die mutmaßlichen Mittäter wurden unter Auflagen freigelassen und haben teilweise ein Geständnis abgelegt. Sie behaupten, aus finanzieller Not gehandelt zu haben. Die Anklage wirft ihnen unter anderem gewerbsmäßigen Bandenbetrug, Amtsanmaßung und bewaffnetes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vor. Das Landgericht Schweinfurt muss nun entscheiden, ob es zu einer Gerichtsverhandlung kommt.

Laut Staatsanwaltschaft konnten bei den Ermittlungen 15 weitere Bandenmitglieder identifiziert werden, es soll jedoch noch weitere Verdächtige geben. Opfer war demnach ein Ehepaar aus Schweinfurt, das einem Abholer zwischen Mitte Mai und Ende August 2025 zehn Goldmünzen im Wert von 15.000 Euro übergab. Eine Geschädigte aus Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein soll der Bande Bargeld, Schmuck und Goldmünzen im Gesamtwert von etwa 200.000 Euro überlassen haben.

Eine Frau aus München wurde um 115 Goldmünzen im Wert von rund 345.000 Euro erleichtert. Eine Seniorin aus Bayreuth übergab den Angaben zufolge Wertgegenstände im Wert von 2.000 Euro, und eine Geschädigte aus Enger in Nordrhein-Westfalen verlor Schmuck und Wertgegenstände im Wert von 3.000 Euro.

Erstaunlicher Fund bei Hausdurchsuchung

In der Wohnung des mutmaßlichen Haupttäters in Bielefeld fanden Ermittler rund 200 Gramm Kokain und eine halbautomatische Kurzwaffe. Bei einem Mitangeschuldigten wurden ein "polizeilicher Anhaltestab", ein "Blaulicht" und eine LED-Tafel für die Sonnenblende mit eingespeichertem Text "Stop bitte folgen" entdeckt.