Ein 20-jähriger Mann aus den USA wollte vergangenen Freitag (26. August) eigentlich nur einen Zitronenbaum zurückschneiden. Doch das entpuppte sich als purer Albtraum, wie der US-Sender Fox News 19 berichtete. Denn bei der Arbeit traf er, laut Angaben seiner Familie, ein Nest der afrikanisierten Honigbiene - auch Killerbiene genannt, weil sie für ihre Angriffslust bekannt ist.

Laut Aussagen seiner Familie sei er etwa 20.000 Mal gestochen und mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden. Dort hätten die Ärzte ihn in ein künstliches Koma versetzen und beatmen müssen, berichtet die Familie gegenüber dem US-Sender Fox News 19.  

Unglück in Ohio: Killerbienen verschluckt

Der 20-jährige Austin Bellamy aus Ohio hatte für einen Freund einen Zitronenbaum zurückgestutzt, als er versehentlich das Nest der Killerbienen traf. Laut Fox News 19  waren bei dem Unfall auch seine Großmutter und sein Onkel dabei. Beide hätten vom Boden aus zusehen müssen, sie konnten laut eigener Angaben nicht helfen, weil sie selbst angegriffen wurden. 

Sie habe die Leiter hochklettern wollen, um ihrem Enkel zu helfen, sagte seine Großmutter, gegenüber dem Sender: "Aber ich konnte nicht zu ihm gelangen, weil ich von Bienen umringt war." Erst ein Mitarbeiter der Feuerwehr hätte dem 20-Jährigen schließlich von der Leiter helfen können. 

Austins Mutter erzählte Fox News 19, dass sie kurz in Ohnmacht gefallen sei, als sie am Telefon vom Unfall ihres Sohnes erfahren habe: "Das war einfach zu viel für mich." Neben den 20.000 Stichen, die er laut seiner Familie haben soll, hätte er auch rund 30 der aggressiven Insekten verschluckt. Die Ärzte hätten über 24 Stunden gebraucht, um die Bienen aus dem Körper des jungen Mannes herauszuholen. 

Nach Angriff von Killerbienen: Mutter startet Spendenaufruf

Laut der Spendenkampagne, die seine Mutter Shawna Carter auf der Plattform gofundme.com eingerichtet hat, ist Austin Bellamy zum aktuellen Zeitpunkt (Stand 2. September) immer noch im Krankenhaus - jedoch auf dem Weg der Besserung

Sie schreibt:  "Austin ist derzeit immer noch mit Atemproblemen im Krankenhaus, sein Sauerstofflevel sinkt ständig und er kann immer noch nicht sehr gut laufen, ist immer noch sehr wackelig, aber ein Großteil der Schwellung ist verdammt stark zurückgegangen." Mediziner gehen den Angaben zufolge davon aus, dass sich der 20-Jährige wieder vollständig erholen wird.

Der Fall scheint viele zu berühren. Denn der, von der Mutter eingerichtete, Spendenaufruf, um die Krankenhaus-Kosten zu stemmen, hat das Ziel von 10.000 US-Dollar nicht nur bereits erreicht, sondern mit insgesamt fast 16.000 Dollar (Stand 2. August) sogar schon überschritten

So gefährlich sind Killerbienen 

Bei den Killerbienen handelt es sich, laut der Stiftung für Mensch und Umwelt, um eine Art Mischrasse aus der afrikanischen und der europäischen Honigbiene. Die Bienen sind das Ergebnis eines Experiments in Brasilien, bei dem eine an das tropische Klima angepasste und leistungsstarke Bienenart gezüchtet werden sollte.

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Doch aus dem Experiment entkamen mehrere Bienenschwärme, die sich seitdem vor allem in Nord- und Südamerika ausbreiten. Laut dem Landesverband Bayerischer Imker e.V. dürften diese afrikanisierten Bienen jedoch keine Chance zur Ausbreitung in Europa haben, da die Winter zu kalt sind.

Äußerlich unterscheidet sich die Killerbiene kaum von friedlicheren Bienenarten – sie zeigt jedoch eine größere Angriffslust. Bei Bedrohung greifen nicht nur die Wächterbienen an, sondern das ganze Volk. Sie stechen bereits bei geringster Provokation und verfolgen ihre Opfer hartnäckig über große Distanzen. Eine große Zahl von Stichen kann tödlich enden, so der Landesverband Bayerischer Imker.

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