Ein außergewöhnliches Glasobjekt aus Murano begeisterte Moderator Horst Lichter sofort. Doch die "Bares für Rares"-Händler erkannten den Wert erst auf den zweiten Blick ...
Horst Lichter war sofort begeistert, als in der Mittwochsausgabe von "Bares für Rares" (ZDF) ein außergewöhnliches Murano-Aquarium auf dem Expertentisch landete und dank der Taschenlampe die Details sichtbar wurden: "Das ist absolut der Hammer. Wunderschön." Im Händlerraum begann die Auktion überraschend zögerlich - samt "frechen" Geboten ...
Das gläserne Aquarium gehörte lange zur Einrichtung von Gudruns Eltern. "Es stand immer auf dem Kachelofen", erinnerte sich die Verkäuferin, die mit ihrem Sohn Basti aus Steinenbronn angereist war. Sonst wusste sie nichts über das Stück. Dafür aber Friederike Werner: Das Kunstwerk stammte aus Murano bei Venedig. "Ehrlich? Wow!", staunte Lichter.
Schätzpreis deutlich höher als Wunschpreis
Werner datierte die Glaskunst auf 1972 und erkannte an der signierten Unterseite sofort den berühmten Murano-Glaskünstler Gino Cenedese. Bereits seit den 1950er-Jahren habe er "diese entzückenden Aquarien hergestellt". Das vorliegende Exemplar sei dabei "wirklich ein Prachtstück", schwärmte die Expertin weiter.
"Ich kann mich überhaupt nicht satt sehen", säuselte Werner beim Anblick der Perlmutt-Qualle, der filigranen Fische in Goldtönen und des satten Grün der Algen. "Ich bin so begeistert von dem Stück, unglaublich", fuhr die Expertin fort. Auch der Erhaltungszustand überzeugte sie: Das Aquarium war makellos, "nicht mal die Ecken sind bestoßen".
Der Wunschpreis lag bei 400 Euro für das besondere Erbstück. Doch die Expertise von Werner "liegt doch ein gutes Stück höher". Sie taxierte das schöne Murano-Glas auf 1.500 bis 1.800 Euro, denn "das ist ein Prachtwerk". Die Verkäuferin staunte "wow" und Lichter betonte noch mal: "Das ist einfach schön, wem das nicht gefällt, hat keinen Geschmack."
"Ich bin platt"
Die Verkäuferin hatte definitiv nicht damit gerechnet, "dass das Stück so wertvoll ist. Ich bin platt", stöhnte sie nach der Expertise. Im Händlerraum wurde hingegen schon das "Mitbringsel aus Italien" bestaunt. "Sehr außergewöhnlich", meinte Friedrich Häusser. Doch als Erster bot Benjamin Leo Leo - erstaunlich niedrig mit gerade mal 150 Euro.
Sarah Schreiber erhöhte auf 400 Euro. Als Sitznachbar Anaisio Guedes ungläubig "Wie bitte?" fragte, zählte die Händlerin die Vorzüge auf: "Glas aus Murano, Unikat, 1972, die Hochzeit der Glaskunst - und wir finden es alle cool." Doch selbst ihr Plädoyer lockte die Konkurrenz nicht aus der Reserve. Die Gebote stiegen weiter in kleinen Schritten.