Um den familiären Ruf im Dorf, wo jeder jeden ein Leben lang kennt und beurteilt, zu wahren, hatte Schaller sogar Elias' Aussage beim Indizienprozess gegen Widner verhindert, denn "sowas wird ma nie wieder los", man sei immer das Opfer, rechtfertigte er sich. Nicht nur Felix fand diesen kaltherzigen, verbohrten Mann, der seinen eigenen Sohn nie akzeptierte und liebte, einfach nur "zum Kotzen".
Wie war der Einstieg der neuen Ermittlerin im Franken-"Tatort"?
Die große Frage, die den Zuschauerinnen und Zuschauern vor dem ersten "Tatort" mit der neuen Ermittlerin auf den Nägeln gebrannt haben dürfte, lautete natürlich: Wie ist diese Emilia Rathgeber so? Wird die Oberbayerin zu den Franken passen und vor allem: Wird sie sich mit ihrem zukünftigen Partner Felix Voss verstehen?
Diese Frage konnte nach Emmys launiger Antrittsrede ("Man soll Gott für alles danken, vor allem auch für Franken!") schnell beantwortet werden. An ihrem neuen Arbeitsort würde man wohl das höchstmögliche Lob auspacken: bassd scho! Heißt: Emilia ist eine so kompetente wie sympathische Ermittlerin, und das neue Duo verstand sich auf Anhieb erstaunlich gut. Der zurückhaltende Felix taute sichtbar auf, sodass selbst Spusi-Mann Schatz (Matthias Egersdörfer) erstaunt war.
Wer war der Darsteller des Vaters des Toten?
Vielen Zuschauerinnen und Zuschauern dürfte der Darsteller des Widerlings Schaller bekannt vorgekommen sein. Besonders in den 80er- und 90er-Jahren gehörte Horst Kummeth wohl zu den bekanntesten deutschen Fernsehschauspielern. Spätestens 1987 als Titelheld in der Miniserie "Hans im Glück" wurde er vor allem dem bayerischen Publikum bekannt. Das Drehbuch stammte von Horst Kummeth und seiner Frau Eva, mittlerweile hat das Paar über 80 Drehbücher für zahlreiche Filme und Serienepisoden verfasst.
Mit der ARD-Serie "Wildbach" machte sich Kummeth in den Neunzigern auch bundesweit einen Namen. Später war er unter anderem in "Forsthaus Falkenau", "Die Rosenheim-Cops" und nicht zuletzt in "Dahoam is Dahoam" in größeren Rollen zu sehen. In Letzterer zeigte der gebürtige Oberfranke, wie gut er seinen Heimatdialekt trotz seines langjährigen Wohnsitzes in Oberbayern noch beherrscht.
Das kam dem 69-Jährigen auch im neuen "Tatort: Gottesgarten" zugute, denn dadurch erhielt Kummeths Figur des Herrn Schaller eine ganz besondere Authentizität. Als kaltherziger Vater des vermeintlichen Mordopfers legte der Schauspieler eine ohnehin beeindruckende Leistung ab.
Warum hieß der Fall "Gottesgarten"?
Authentisch kamen im Grunde alle Dorf-Szenen im neuen Franken-"Tatort" daher. Kein Wunder: Drehbuchautor Constantin Lieb stammt genau aus der Region, aus Lichtenfels, im oberen Maintal in Oberfranken rund um Bad Staffelstein. Hier, im Landstrich "Gottesgarten", spielte der zwölfte Franken-"Tatort", nach ihm wurde der Fall auch benannt.
Im Film trug Elias Schallers Heimatdorf den fiktiven Namen Markt Klostermain. Die Szenen wurden zum großen Teil in der oberfränkischen Gemeinde Michelau, insbesondere im Ortsteil Schwürbitz, gedreht. Außerdem entstanden Szenen in Horsdorf/Bad Staffelstein sowie auf dem Staffelberg.
Wie geht es weiter mit dem Franken-"Tatort"?
Noch bevor der erste Fall mit dem neuen Team aus Franken ausgestrahlt wurde, war der nächste bereits im Kasten. Der zweite Fall mit Rosalie Thomass und Fabian Hinrichs ist das "Tatort"-Debüt für Drehbuchautor Lucas Thiem (Polizeiruf 110: "Widerfahrnis") und trägt den Titel "Totholz". Darin ermitteln Felix Voss und Emmy Rathgeber im Mord an einem 13-jährigen Mädchen. Der Film wird im Laufe des kommenden Jahres zu sehen sein.
Quelle: teleschau – der mediendienst