Ende August verstarb der vielseitige Darsteller Tim Curry mit 80 Jahren. ARTE zeigt nun noch einmal seinen größten Kinoerfolg, "The Rocky Horror Picture Show", und blickt im Anschluss in einer neuen Dokumentation auf die Geschichte des Kultfilms.
Ein junges Paar, ein abgelegenes Schloss und eine Nacht, die völlig aus dem Ruder läuft: Mit "The Rocky Horror Picture Show" zeigt ARTE an Halloween einen der bekanntesten Kultfilme der Kinogeschichte. Die Musical-Verfilmung von Jim Sharman aus dem Jahr 1975 erinnert auch daran, wie sehr Fans den am 25. August mit 80 Jahren verstorbenen Star Tim Curry, bekannt geworden als "Dr. Frank N. Furter", vermissen. Im Anschluss folgt um 21.50 Uhr die Dokumentation "Die 'Rocky Horror Show': Eine wilde Geschichte", die den Weg vom Londoner Bühnenstück zum weltweiten Popkultur-Phänomen nachzeichnet.
Dauerbrenner-Erfolg in den Mitternachtsvorführungen
Im Mittelpunkt des Spielfilms stehen Brad und Janet, ein frisch verlobtes Paar, das während einer Unwetternacht mit dem Auto liegen bleibt. Auf der Suche nach Hilfe gelangen die beiden zu einem abgelegenen Schloss. Dort veranstaltet der exzentrische Wissenschaftler Frank-N-Furter eine ungewöhnliche Feier. Er präsentiert seinen Gästen seine neueste Schöpfung: Rocky Horror, einen künstlich erschaffenen jungen Mann.
Für Brad und Janet beginnt damit eine bizarre Nacht, in der die Grenzen zwischen Horror, Science-Fiction, Glam-Rock und Musical endgültig verschwimmen. Die beiden werden immer stärker in die Welt des Schlosses hineingezogen, in der sexuelle Freizügigkeit, skurrile Figuren und schrille Musik den Ton angeben. In den Hauptrollen sind unter anderem Curry sowie Susan Sarandon als Janet und der Rockstar Meat Loaf zu sehen.
Die Vorlage für den Film stammt aus dem Musical "The Rocky Horror Show", das bis heute auf Bühnen weltweit gespielt wird. Die Verfilmung entwickelte sich nach ihrem Kinostart zunächst nur langsam zum Erfolg, wurde aber vor allem durch spätere Mitternachtsvorführungen zum Kult. Bis heute gehören gemeinsames Mitsingen, Verkleidungen und die aktive Beteiligung des Publikums zur besonderen Tradition dieser Aufführungen.
Ein Klassiker der queeren Popkultur
"The Rocky Horror Picture Show" verbindet dabei bewusst unterschiedliche Genres und spielt mit deren Regeln und Klischees. Die schrille Mischung aus Horror, Science-Fiction und Rock-Musical wurde zu einem Plädoyer für Individualität und die Freiheit, gesellschaftliche Normen infrage zu stellen. Gerade deshalb gilt der Film bis heute als prägendes Werk queerer Popkultur und als Beispiel dafür, wie aus einer ungewöhnlichen Produktion ein generationsübergreifendes Phänomen entstehen kann.
Direkt im Anschluss geht ab 21.50 Uhr die Dokumentation "Die 'Rocky Horror Show': Eine wilde Geschichte" den Ursprüngen dieses Phänomens nach. Regisseur Linus O'Brien ist der Sohn von Richard O'Brien, dem kreativen Kopf hinter dem Musical, und nähert sich der Geschichte damit auch aus einer persönlichen Perspektive. Seltene Archivaufnahmen und Erinnerungen der Beteiligten erzählen, wie aus einer kleinen Londoner Theaterproduktion ein weltweiter Kult wurde.
Zu Wort kommen unter anderem Tim Curry, Susan Sarandon, Barry Bostwick und Patricia Quinn. Auch prominente Fans wie Jack Black und Trixie Mattel erklären, welche Bedeutung "Rocky Horror" für sie bis heute hat. Die Dokumentation blickt dabei nicht nur auf die Entstehung des Musicals und seine Verfilmung, sondern auch auf die besondere Fangemeinde und die legendären Mitternachtsvorführungen.