Schaeffler präsentiert derzeit auf einer Fachmesse eine neuartige Produktserie für den Schienenverkehr. Diese soll unter anderem neue Maßstäbe im Hinblick auf Geschwindigkeit setzen.
Die Firma Schaeffler stellt auf der aktuell in Berlin stattfindenden Fachmesse "InnoTrans 2026" neue Radsatzlager für Hochgeschwindigkeitszüge vor. Nach Angaben des fränkischen Auto- und Industriezulieferers sind die Zylinderrollenlager für Geschwindigkeiten von bis zu 400 Kilometern pro Stunde und darüber hinaus ausgelegt. Eine geplante Ausführung als Hybridlager mit Keramikwälzkörpern soll längere Wartungsintervalle und geringere Lebenszykluskosten ermöglichen.
In der jüngeren Vergangenheit hat Schaeffler indessen neue Geschäftsfelder erschlossen – darunter Raumfahrt, Rüstung und humanoide Roboter. So will der fränkische Konzern etwa gemeinsam mit einem Partner militärische Kampfdrohnen produzieren. Eine entsprechende Kooperation wurde bereits vereinbart.
Schaeffler stellt innovative Radsatzlager vor – neue Lösung für Hochgeschwindigkeitszüge
Für seine Lösung für Hochgeschwindigkeitszüge, die Schaeffler auf der Messe in Berlin einem Fachpublikum vorstellt, wirbt das Unternehmen in einer Mitteilung mit dem Slogan "Hightech für Highspeed". Die Entwicklung richtet sich nach Unternehmensangaben auf Züge mit regulären Geschwindigkeiten von bis zu 360 Kilometern pro Stunde. Bei einer Testfahrt mit einem Erprobungsträger der Baureihe Velaro Novo von Siemens Mobility erreichten die Lager demnach eine Spitzengeschwindigkeit von 405 Kilometern pro Stunde. Die Fahrt fand auf der Strecke zwischen Leipzig und Erfurt statt.
Siemens Healthineers hat im oberfränkischen Forchheim indessen eine völlig neue Fabrik in Betrieb genommen.
Ein Schwerpunkt der Entwicklung des neuartigen Schaeffler-Radsatzlagers liegt nach eigenen Angaben auf der Verringerung der Reibung im Lager. Dazu hat Schaeffler das Lagerinnendesign und die Gestaltung der Wälzkörper angepasst. Ein geringeres Reibungsverhalten soll die Temperatur des Schmierfetts reduzieren und dadurch die Einsatzdauer der Lager verlängern. "Unser Ziel ist ein Lager für höchste Geschwindigkeiten bei besonders geringer Reibung", wird Michael Holzapfel, Global Sector Lead Rail bei Schaeffler, in der Meldung zitiert. Der Einsatz von Keramikwälzkörpern sei dabei der nächste Entwicklungsschritt.
Schaeffler und Siemens Mobility entwickeln langlebige Hybridlager
Beim DTM-Rennen auf dem Nürburgring im vergangenen August hat Schaeffler derweil erstmals eine neuartige Nassbremse im Motorsport getestet. Laut Konzernangaben könnte diese Innovation wichtig für künftige Elektroautos sein.
Auch von seinen neuartigen Hochleistungs-Radsatzlagern verspricht sich der in Herzogenaurach ansässige Zulieferer viel. Bei Hybridlagern bestehen die Kugeln oder Rollen aus Keramik, die übrigen Komponenten aus Stahl. Laut Schaeffler hält das Schmierfett darin mehr als doppelt so lange wie bei vergleichbaren Lagern mit Stahlwälzkörpern. Wie lange die Lager tatsächlich einsatzfähig bleiben, hängt jedoch auch von den Einsatzbedingungen, der Schmierung und der Fahrzeugkonstruktion ab.