Ein kleines Garagen-Fundstück entwickelte sich in der Donnerstagsausgabe von "Bares für Rares" zum Star des Tages: Besonders überraschend: Das Stück funktionierte trotz seines hohen Alters noch perfekt.
Da Detlev Kümmel an dem kleinen Apparat kurbelte, tippte Horst Lichter zunächst auf eine Spieluhr. Wenige Sekunden später hatte er bei "Bares für Rares" jedoch einen ganz anderen Verdacht: Handelte es sich womöglich um ein Tattoo-Gerät? "Oi oi oi", reagierte der Gastgeber gehemmt und stellte vorsorglich klar: "Ich bin Reinhäuter, mein Freund!"
Lag Lichter mit seiner Vermutung richtig? Oder verbarg sich hinter dem Fundstück etwas völlig anderes? Fest stand jedenfalls: Ohne etwas Geschick ging bei diesem Objekt nichts. Ramona und Micha hatten einem guten Freund beim Ausräumen seiner Garage geholfen. Als Dank durften sie einige Gegenstände mitnehmen - darunter auch dieses merkwürdige Gerät. Da Micha ein solches Stück noch nie zuvor gesehen hatte, dachte er sich: "Das ist mal was für 'Bares für Rares'."
Detlev Kümmel - von Horst Lichter liebevoll als "das Spielkind vor dem Herren" bezeichnet - nahm die Maschine genauer unter die Lupe und lüftete schließlich das Geheimnis. Es handelte sich um eine sogenannte Gravier-Punktier-Maschine. Das Modell "Matador" wurde sogar noch im Originalkarton präsentiert. Dort versprach der unbekannte Hersteller einst eine "sehr einfache Handhabung. Fertig zum Gebrauch für Jedermann." Per Federzug arbeitete das rein mechanische Gerät aus dem Jahr 1910 ähnlich wie ein winziger Presslufthammer.
"Bares für Rares"-Händler glücklich: "Skurrile Sachen arten hier aus!"
Mit Fingerfertigkeit demonstrierte Detlev Kümmel, dass der Messingapparat auch nach mehr als einem Jahrhundert noch einwandfrei funktionierte. Kurzerhand verewigte er seine stilisierten Initialen D und K in seiner Lupe. "Du könntest dich selbstständig machen", scherzte Horst Lichter. Die Verkäufer hätten sich über einen "Waldi" gefreut, also 80 Euro. Die Expertise fiel mit 100 bis 150 Euro allerdings noch etwas optimistischer aus. Sie ahnten da noch nicht, dass es Hammerangebote geben würde ...
"Ich könnte da 'ne Nadel einsetzen und damit auch tätowieren", zeigte Händlerin und Tattoo-Künstlerin Liza Kielon direkt großes Interesse. "Da habt ihr was Cooles mitgebracht", lobte auch Walter "Waldi" Lehnertz. Mit dieser Meinung stand er nicht allein, denn alle Händler wollten das außergewöhnliche Gerät haben. "Skurrile Sachen arten hier aus!" Es hämmerte Gebote, bis am Ende Liza Kielon für starke 380 Euro den Zuschlag erhielt und sich entsprechend riesig über ihren Fang freute.
Gemälde bleibt bei "Bares für Rares" weit hinter den Erwartungen zurück
Beim nächsten Objekt erkannte Horst Lichter sofort, dass dort "ganz viele Champagnerflaschen reinkommen". Das sogenannte Rüttelbrett von Veuve Clicquot Ponsardin bot Platz für 120 Flaschen und sollte wegen Platzmangels verkauft werden. Der Flohmarktfund aus Eichenholz stammte aus den 1960er-Jahren und wurde auf 300 bis 400 Euro taxiert. Tatsächlich wechselte das Stück für exakt 300 Euro die Besitzerin. Erneut gab Liza Kielon das höchste Gebot ab.
Anschließend zog ein Rücken-Akt aus dem Jahr 1908 die Aufmerksamkeit auf sich. Das Werk von Max Benirschke verzichtete auf Umrisslinien und gewann gerade dadurch seinen besonderen künstlerischen Reiz. Trotz einiger Gebrauchsspuren sah die Expertin einen Wert von 1.200 bis 1.800 Euro. Gemälde von Max Benirschke tauchten auf dem Kunstmarkt nur selten auf. Paradoxerweise bremste genau das die Kauflust der Händler deutlich aus. So blieb der erzielte Preis weit hinter der Expertise zurück. Julian Schmitz-Avila erbarmte sich und zahlte 350 Euro. Die Verkäufer hatten ursprünglich auf 850 Euro gehofft.