Beginn war im Jahr 2001. Damals wurde der elektrisch angetriebene Blasebalg angeworfen und es ging los mit einer Pause. Für knapp eineinhalb Jahre waren der Blasebalg und der Wind zu hören.
Verrechnet! Die ersten Töne kamen elf Monate zu früh
Im Februar 2003 dann kamen die Pfeifentöne gis' - h' - gis'' hinzu. Dass das elf Monate zu früh geschah, merkte Neugebauer bei einer Neuberechnung 2004. "Das haben wir in den sieben Jahren des längsten ununterbrochenen Klangs wieder ausgeglichen." Der 72-Jährige sagt: "Es ist eine ernsthafte Aufführung, auch wenn sie so extrem ist." Anfangs habe es viele Widerstände gegeben, interne Querelen auch bei den Organisatoren, auch finanzielle Sorgen.
Jetzt sei er "tausendfroh" über Anneli Borgmann. Bei ihr komme vieles zusammen, sagt Neugebauer: Organisations- und Kommunikationstalent, das Wissen über Cage. Als er im vergangenen Jahr übergab, sei zum ersten Mal für ein bis zwei Jahre im Voraus Geld für das Projekt dagewesen.
Es wird komplett von Ehrenamtlichen am Laufen gehalten. Sie sind auf Spenden und Stiftungen angewiesen. Das sei vielen nicht bewusst, sagt Borgmann. "Das Projekt ist mittlerweile so bekannt, dass es von außen als professionelle Kultureinrichtung gesehen wird."
Finaltickets könnten dem Projekt knapp sieben Millionen Euro einbringen
Die zur Stiftung gehörende "cage academy" veranstaltet in den Tagen um den Klangwechsel einen Meisterkurs für die Interpretation zeitgenössischer Vokalmusik mit Studierenden und Profis. In diesem Jahr sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Ungarn, der Schweiz, Polen, Belgien und Deutschland dabei. Es gibt Aufführungen, Konzerte und eine Ausstellung.
Um das Orgelprojekt und weitere Aktivitäten in die Zukunft zu tragen, braucht es Kreativität. An den Wänden der unsanierten Burchardi-Kirche hängen individuell gestaltete Fördertafeln - eine für jedes Jahr bis zum Ende der Aufführung. Jede brachte Sponsorengeld in die Kasse. Künstler stellen Werke zur Verfügung, deren Erlös zum Teil ebenfalls in das Projekt fließt. Es gibt vielfache Unterstützung, sagt Anneli Borgmann.
Ziel sei aber, dass die Stiftung Kapital anhäuft, damit weitere Generationen davon zehren können. Mit weißen Handschuhen zeigt sie das jüngste Vorhaben: eines der Finaltickets. Es ist eine vererbbare Eintrittskarte zur Abschlussveranstaltung am 4. September 2640. Dann verklingt das Konzert. 2640 Tickets für je 2640 Euro sollen verkauft werden. Wie viele schon weg sind, verrät Anneli Borgmann nicht. Sie sagt aber soviel: "Es ist erfreulich angelaufen, es ist eine Erfolgsgeschichte für uns."