Die schwere und sperrige Skulptur sollte in einen anderen Haushalt wechseln, so die Ansage der Frau des Verkäufers. Allerdings war er sich nicht sicher, ob seine Rarität überhaupt von Wert war. Das sollte die "Bares für Rares"-Expertise zeigen ...
"Mein lieber Mann, das ist mal eine exzellente Arbeit", staunte Horst Lichter über die Reiterskulptur auf dem "Bares für Rares"-Expertisentisch. "Das ist wirklich bis ins kleinste Detail sehr, sehr schön gemacht." Aber war die Figur auch was wert?
"Ich würde gerne nicht hören, dass es eine Fälschung ist und ich sie wieder nach Hause mitnehmen müsste, obwohl meine Frau gesagt hat, ich soll sie nicht mehr nach Hause mitbringen", begründete Oliver aus Schondorf seinen Besuch in der ZDF-Trödel-Show. Denn die genaue Herkunft war nicht bekannt: "Das ist vom Opa meiner Frau, und der hat es vermutlich - so wurde spekuliert - in seinem Kohlenhandel anstatt Bezahlung angenommen.
Expertise überrascht Verkäufer
"Es ist eine Skulptur, die in Russland hergestellt wurde", wusste die Expertin Dr. Friederike Werner. "Es ist keine Bronze, sondern ein gusseisernes Kunstwerk von sehr, sehr, sehr hoher Qualität. Der Entwurf von Nikolai Ivanovich Lieberich entstand 1862, kurz darauf wurde auch diese Skulptur hergestellt. "Man merkt die Schwere der Arbeit, des Alltags", analysierte die Expertin.
Sie schwärmte von der präzisen Darstellung der Bäuerin auf dem Pferd: "Es ist wirklich ein sehr, sehr starker Ausdruck, der sich in jedem Detail zeigt." Nikolai Ivanovich Lieberich stellte sein Werk 1870 auf der Petersburger Industrieausstellung aus. Seine Signatur in kyrillischen Buchstaben war vorhanden, ebenso eine Plakette von Zar Alexander II. sowie eine Plakette der Ausstellung. "Ist das hier so alt?", fragte Lichter nach. Die Expertin nickte.
Oliver hoffte auf 300 Euro. Der Zustand war "altersgemäß gut", deshalb sah die Expertin einen Wert von 800 bis 1.100 Euro. "Das ist ja auch nicht schlecht", freute sich der Verkäufer über die Händlerkarte. Hauptsache, er durfte verkaufen.
Verkäufer pokert
Julian Schmitz-Avila und Benjamin Leo Leo begutachteten die Skulptur. "Das einzige Manko bei Ihrer Figur ist der Rechen", fiel Schmitz-Avila sofort die abgebrochene Zacke auf. "Aber ansonsten in einem guten Zustand."
Fabian Kahl traf mit seinem Startgebot von 300 Euro schon den Wunschpreis, das konnte ja nur noch besser werden. Bei 500 Euro hoffte er auf den Zuschlag. "Noch nicht ganz", pokerte der Verkäufer.