Zwischen Walter Lehnertz und Jos van Katwijk entbrannte um eine Leuchtreklame bei "Bares für Rares" ein Bietergefecht. Hängt die Werbung künftig in der Eifel oder in Holland?
"Ich habe dieses Teil vor etwa 40 Jahren von einem ehemaligen amerikanischen Armeeangehörigen erworben, sagen wir mal", erzählte "Bares für Rares"-Verkäufer Joachim. "Im Rahmen, dass man eine Tasse Bier getrunken hat. Der wollte wieder nach Hause und das sollte hier bleiben", erzählte er weiter und brachte Gastgeber Horst Lichter zum Schmunzeln.
Die Brauerei Coors, die mit dem Schild Werbung für ihr Light-Bier machte, hat eine deutsche Vergangenheit, erklärte Deutschmanek. Der deutsche Auswanderer Adolph Coors war Brauer und hat die Firma 1873 gegründet, wusste der Experte. Ein Schriftzug auf dem Kunststoffschild zeigte eine Besonderheit: "Hier oben steht es auch drauf: Gebraut mit purem Rocky-Mountain-Quellwasser."
Originale Beleuchtung ging kaputt
Nachdem sie sich bei "Bares für Rares" beworben hatten, ging die originale Beleuchtung kaputt, gab Joachim zu. Deshalb habe er die Leuchtstoffröhre durch LED-Stäbe ersetzt. "Eine neue Röhre gibt es offiziell eigentlich nicht mehr, es sei denn, man fährt nach USA-Land, irgendwo in den Rocky Mountains", wusste der Verkäufer. Der Experte fand das "gar nicht schlimm": "Das ist auch energiesparender mit dem LED." Die alte Verkabelung auf der Rückseite würde Deutschmanek jedoch "vielleicht sogar" entfernen: "Dann kommt niemand auf die Idee, da was anderes wieder reinzumachen."
Den Wert der Bierwerbung, die Ende der 70er- oder Anfang der 80er-Jahre von der Firma Perma Light hergestellt wurde, schätzte der Experte trotz einiger Abnutzungen auf 150 bis 200 Euro und war sich dabei mit den Verkäufern einig, die auf 200 Euro hofften.
"Sowas gehört in die Eifel und nicht nach Holland"
Walter "Waldi" Lehnertz und Jos van Katwijk waren sofort an der Leuchtreklame interessiert und sahen sie sich genau an. Elisabeth Nüdling gab indes zu, "noch nie" etwas von der Marke Coors gehört zu haben. Auch unter den Händlern war die neue Beleuchtung ein Thema. Dass die originalen Röhren nur noch schwer zu bekommen sind, störte Waldi nicht: "Wir haben die Amis noch bei uns in Bitburg", erklärte er und plante schon: "Das werde ich mal testen, ob die die noch haben."
Er gab sein traditionelles Erstgebot ab - "auch wenn es aus Plastik ist". Doch van Katwijk wollte das Schild ebenfalls ersteigern und so trieben die beiden Händler den Preis schnell nach oben. Bei 260 Euro merkte van Katwijk an: "Das wird schon ein bisschen eng." Sein Konkurrent blieb unbeeindruckt: "Ganz eng, aber das ist egal."
"Ich weiß schon, wo du hingehst", musste van Katwijk lachen, als Lehnertz noch einmal mehr bot - und legte selbst nach. "300. Mir macht das nichts", hatte jedoch Waldi mit dem Doppelten der Expertise das letzte Wort. "Das soll sich ja auch gelohnt haben, dass dein Mann das Ding erobert hat", erklärte Waldi, als er Verkäuferin Angelika das Geld überreichte. Einen Kommentar in Richtung seines Händlerkollegen konnte er sich nicht verkneifen: "Sowas gehört in die Eifel und nicht nach Holland."