Mit vier Bierflaschen im Gepäck reiste am Montag ein Verkäuferpaar zu "Bares für Rares" (ZDF) an. Bei den Getränken handelte es sich um Sammlerstücke aus dem Jahr 1981 - das jedoch hielt Händler Walter Lehnertz nicht davon ab, einen kräftigen Schluck zu nehmen.
"Wo kommt das Bier her?", fragte Horst Lichter in der Montagsausgabe von "Bares für Rares" (ZDF). Der Verkäufer glaubte nicht, dass sich der Inhalt der 45 Jahre alten Flaschen noch trinken ließe. Walter Lehnertz sah das deutlich entspannter und nahm kurzerhand einen Schluck - obwohl ein anderer Händler zuvor den Zuschlag erhalten hatte.
"Du willst einen ausgeben? Schön!", scherzte Lichter, als er die Flaschen auf dem Expertentisch entdeckte. "So was hatten wir noch nie", war sich der Moderator sicher. Bier stand bislang noch nie zum Verkauf in der Sendung. Das Verkäuferpaar aus Großbundenbach erklärte, dass die Flaschen von 1981 königlichen Ursprungs waren.
"Die haben am 29. Juli 1981 geheiratet", erzählte der Verkäufer. Lichter schaute irritiert und fragte: "Wer hat geheiratet?" - "Diana und Charles", klärte Jürgen auf. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Christine hatte er die Bierflaschen all die Jahre aufbewahrt. "Ich hoffe, die waren gut gekühlt, dann machen wir gleich eine auf", witzelte Lichter.
"Das Bier wäre eventuell noch trinkbar"
"Jetzt blicke ich da durch", gestand der Moderator, nachdem er einen genaueren Blick auf das Etikett geworfen hatte. Experte Detlev Kümmel erkannte sofort die britische Brauerei Ind Coope, die bereits 1709 gegründet wurde. "Das gab es immer wieder mal", erklärte er. Zu besonderen Anlässen seien in England eigens Jubiläumsbiere gebraut worden.
Wie Kümmel erläuterte, wurde das besondere Bier anlässlich der Hochzeit von Prinz Charles von Wales und Lady Diana Spencer verkauft. "Das war 1981 ein Weltereignis, das rund 750 Millionen Menschen live vor dem Fernseher mitverfolgt haben", sagte der Experte. Die Auflage der Jubiläumsflaschen sei selbstverständlich limitiert gewesen.
"Das Bier wäre eventuell noch trinkbar", vermutete Lichter trotz der 45 Jahre langen Lagerung. Als Kümmel den Kopf schüttelte, schob der Moderator schnell hinterher: "Das wird aber keiner machen, denn so etwas gehört in die Vitrine." Der Experte erklärte: "Das ist eine sogenannte Memorabilia und ganz typisch für England."
In Großbritannien sei es traditionell üblich, zu besonderen Anlässen Erinnerungsstücke wie Tassen, Porzellan oder eben auch Bierflaschen herzustellen, erklärte der Experte. Der Verkäufer orientierte sich bei seiner Preisvorstellung wohl am heutigen Bierpreis und wünschte sich sechs Euro pro Flasche des "Strong Lager", also 24 Euro.