Erster Oscar für Timothée Chalamet?
"Blood & Sinners" von US-Regisseur Ryan Coogler ist ein außergewöhnlicher Vampir-Genremix, der sich um Rassismus, Freiheit und Identität dreht, von Blues und Folkmusik unterlegt. Michael B. Jordan - in einer Doppelrolle - kann sich Hoffnung auf einen Oscar als bester Hauptdarsteller machen. Doch hier gibt es Konkurrenz von Hollywood-Star Leonardo DiCaprio, der sich in "One Battle After Another" vom militanten linken Aktivisten in einen besorgten Vater verwandelt.
Zuschlagen könnte auch Timothée Chalamet, der in der Tragikomödie "Marty Supreme" als ambitionierter Tischtennisspieler brilliert. Zweimal war er schon für einen Hauptdarsteller-Oscar nominiert gewesen (zuletzt vor einem Jahr als singender Bob Dylan in "Like a Complete Unknown"), aber bisher leer ausgegangen. Vielleicht holt er mit 30 Jahren sein erstes Oscar-Gold.
Die irische Schauspielerin Jessie Buckley, die in "Hamnet" die Frau von William Shakespeare spielt, gewann mit ihrer bewegenden Darstellung kürzlich ihren ersten Golden Globe - und ist nun auch auf Oscar-Kurs. In der Sparte "Beste Hauptdarstellerin" trifft sie unter anderem auf die zweifache Oscar-Preisträgerin Emma Stone (für "Bugonia" nominiert), auf Kate Hudson ("Song Sung Blue") und auf die Norwegerin Renate Reinsve ("Sentimental Value"), die zum allerersten Mal nominiert wurde.
Internationaler Fokus
Mehr als 10.000 Mitglieder der Film-Akademie stimmen bei den Oscars ab, mit einer wachsenden Zahl internationaler Filmschaffender. Das mag auch die starken neun Nominierungen für "Sentimental Value" des Norwegers Joachim Trier erklären, darunter in Top-Sparten wie Bester Film und Regie.
Der schwedische Schauspieler Stellan Skarsgård, der bereits bei den Golden Globes den Preis als bester Nebendarsteller holte, ist jetzt auch auf Oscar-Kurs. Der 74-Jährige überzeugt in der Rolle eines Vaters, der von seinen Töchtern entfremdet ist.
Der Brasilianer Wagner Moura, der den Globe als bester Hauptdarsteller in einem Drama mit seiner Rolle in dem Thriller "The Secret Agent" gewann, ist nun ebenfalls Oscar-Anwärter. Der brasilianische Film von Regisseur Kleber Mendonça Filho über einen Akademiker, der in den 1970er Jahren während der Militärdiktatur verfolgt wird, hat vier Gewinnchancen, auch als Bester Film.
Für die Oscar-Gala am 15. März steht ein Star auf der Bühne schon fest: Nach seiner Premiere als Gastgeber im vorigen Jahr soll der US-Comedian Conan O'Brien das Trophäenspektakel erneut moderieren. Der Komiker hatte jahrzehntelang seine eigene Late-Night-Show und arbeitet derzeit vor allem als Podcast-Gastgeber.
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