Mord an Rapper Tupac Shakur: 40 Jahre Haft für Duane Davis

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Strafmaß im Tupac Prozess
Duane Davis plant Berufung einzulegen. (Foto aktuell)
Strafmaß im Tupac Prozess
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Strafmaß im Tupac Prozess
Duane Davis erscheint in Handschellen vor Gericht. (Foto aktuell)
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Prozess um Mord an Tupac Shakur
30 Jahre nach dem Mord an US-Rapper Tupac Shakur ist eine Haftstrafe verhängt worden. (Archivbild)
Prozess um Mord an Tupac Shakur
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Strafmaß im Tupac Prozess
Sekyiwa Shakur spricht unter Tränen über den Verlust ihres älteren Bruders Tupac Shakur. (Foto aktuell)
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Der Mord an dem Rapper Tupac Shakur schockierte 1996 die Öffentlichkeit. Erst 30 Jahre später kam es zum Prozess, nun folgt eine lange Strafe. Angehörige des Rappers finden vor Gericht Gehör.

Beinahe regungslos nimmt der frühere Gang-Anführer Duane Davis im Gericht von Las Vegas das Strafmaß zur Kenntnis. In Handschellen steht der 63-Jährige vor der Richterin, die ihn nun - 30 Jahre nach der Ermordung von Rapper Tupac Shakur - zu mindestens 40 Jahren Gefängnis verurteilt. Erst nach Ablauf dieser Zeit könnte Davis einen Antrag auf Entlassung auf Bewährung stellen. Er dürfte damit den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen. 

Tränen bei der Anhörung

Lange hatte die Familie des ikonischen Rappers auf diesen Moment gewartet. Angehörige von Shakur hielten bei der Anhörung am Dienstag (Ortszeit) bewegende Ansprachen. Teils unter Tränen sprach Sekyiwa Shakur (51), die Schwester des Rappers, über den enormen Verlust, als ihr älterer Bruder am 7. September 1996 in einem Auto in Las Vegas angeschossen wurde und sechs Tage später im Krankenhaus starb. Tupac Shakur war 25 Jahre alt. 

Er sei ihr «leuchtender Stern» und für so viele eine «Ikone» gewesen, sagte die 51-Jährige. Er sei schon in jungen Jahren als Beschützer seiner Familie aufgetreten, der große Pläne hatte, die Welt zu verbessern. Sie habe seinen Tod nie überwunden. Eindringlich bat Sekyiwa Shakur die Richterin darum, die Höchststrafe zu verhängen. 

Auch Rapper Mopreme Shakur, ein Stiefbruder von Tupac Shakur, meldete sich zu Wort. Der Verlust des Musikers sei niederschmetternd, herzzerreißend und traurig gewesen, nicht nur für die Familie, auch für die weltweite Gemeinschaft der Tupac-Anhänger. 

Davis kündigt Berufung an

Richterin Carli Kierny gab auch Davis im Gericht die Gelegenheit, sich in eigener Sache zu äußern. Doch der Verurteilte nutzte diesen Moment nur, um etwas einzufordern. Er wolle seine Sachen zurückhaben, etwa Fotos, die Ermittler aus seinem Haus mitgenommen hätten, sagte Davis mit stoischer Miene. Gemeinsam mit seinem Anwalt erklärte er, dass sie Berufung gegen das Urteil einlegen werden. 

Rund sechs Wochen zuvor hatten zwölf Geschworene in Las Vegas einen Schuldspruch gegen Davis verhängt. Die Jury in dem mehrwöchigen Prozess sah es als erwiesen an, dass er als Drahtzieher für den Tod des Rappers verantwortlich war. 

Erfolgs-Rapper Tupac Shakur starb 1996

Tupac Shakur war einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Rapper der 1990er Jahre und gilt bis heute für den Hip-Hop als eine prägende Figur. Der für Hits wie «California Love» und «Changes» bekannte Musiker verkaufte weltweit Millionen Platten. Sein Einfluss auf Rapmusik und Popkultur reichte weit über seinen Tod hinaus. 2017 wurde er posthum in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, 2023 folgte eine Sternenplakette auf Hollywoods Walk of Fame.

Drahtzieher, nicht Schütze

Davis wurde in dem Prozess nicht beschuldigt, selbst auf Shakur geschossen zu haben. Die Staatsanwaltschaft sah in dem früheren Anführer der Straßengang South Side Compton Crips vielmehr den Drahtzieher des tödlichen Angriffs im Umfeld rivalisierender Gruppen. Nach Darstellung der Anklage organisierte Davis die Vergeltungsaktion und beschaffte die Waffe. Nach dem Recht des US-Bundesstaates Nevada kann auch jemand wegen Mordes verurteilt werden, der anderen bei der Tat hilft.

Der frühere Gang-Anführer war 2023 in Las Vegas festgenommen und unter anderem wegen Mordes mit Gebrauch einer tödlichen Waffe angeklagt worden. Er plädierte auf nicht schuldig. 

Lange Ermittlungen

Lange fehlten ausreichende Beweise, um den Fall vor Gericht zu bringen. Am Ende hätten unter anderem Davis' eigene Worte die Untersuchungen weitergebracht, erklärten die Ermittler. 

Davis hatte mehrfach öffentlich darüber gesprochen, dass er in dem weißen Cadillac gesessen habe, aus dem die Schüsse auf Shakur abgefeuert worden seien. Er sei der einzige Insasse, der noch lebe, gab er in Interviews an. Die tödlichen Schüsse habe sein Neffe abgegeben, sagte er 2008 in einem Verhör. Auch in seinen 2019 veröffentlichten Memoiren «Compton Street Legend» schrieb er über den Vorfall.

Auslöser der Tat soll eine Schlägerei wenige Stunden vor den Schüssen gewesen sein. Shakur und Begleiter hatten nach einem Boxkampf von Mike Tyson in Las Vegas Davis' Neffen Orlando Anderson angegriffen. Anderson, der mit 23 Jahren bei einer Schießerei ums Leben kam, gehörte mutmaßlich wie Davis den South Side Compton Crips an. Shakur war mit dem rivalisierenden Umfeld um das Plattenlabel Death Row Records und dessen Mitgründer Suge Knight unterwegs. 

Lügner und Angeber? 

Um die früheren Äußerungen zu entkräften, hatte Verteidiger Michael Sanft seinen Mandanten in dem Prozess als Lügner und Angeber dargestellt. Dieser habe viele Dinge erfunden, um daraus Kapital zu schlagen. Physische Beweismittel dafür, dass Davis tatsächlich am Tatort war, gab es in dem Verfahren nicht. Sanft hielt den Ermittlern zudem vor, dass bei der Untersuchung des Vorfalls viele Fehler gemacht worden seien. Die Mordwaffe wurde beispielsweise nie gefunden.

Scharfe Worte von der Richterin

Davis hatte in den letzten Jahren auch häufiger betont, dass er nun Großvater sei und die Gang-Szene längst hinter sich gelassen habe. Doch Richterin Kierny wies diese Darstellung scharf zurück. So würde das hier nicht laufen, sagte Kierny bei der Verkündung des Strafmaßes. Man könne nicht einen Menschen seiner Familie wegnehmen und dessen Leben und ganze Zukunft nehmen und einfach davonlaufen - «vor allem, wenn dieser Mensch Tupac Shakur ist», wandte sich die Richterin mit deutlichen Worten an Davis. Die Welt habe den Rapper und dessen Tod nie vergessen. «Es hat 30 Jahre gedauert, aber jetzt werden Sie für das zur Rechenschaft gezogen, was Sie am 7. September 1996 getan haben».