Trotz Vollzeitjob reicht das Geld nicht. Rentner sparen an der Heizung, Familien ziehen sich zurück. Der Arbeitskreis Armut Coburg warnt vor finanzieller Not und fordert konkrete Änderungen.
Er arbeitet Vollzeit, zieht zwei Kinder allein groß – und trotzdem reicht das Geld kaum. Der Vater aus dem Landkreis Coburg ist kein Einzelfall. „Eure Nachbarn“, antwortet der AK Runder Tisch Armut auf die Frage, wen finanzielle Not heute trifft. Steigende Mieten, hohe Energiekosten und teure Lebensmittel bringen immer mehr Menschen an ihre Grenzen. Rentner sparen an der Heizung, Familien verzichten auf Freizeitaktivitäten, manche sagen Einladungen ab, weil das Geld für ein kleines Geschenk fehlt. „Viele Menschen haben lange gearbeitet und haben trotzdem eine kleine Rente“, berichtet Kerstin Ponsel von der Caritas. Der Arbeitskreis fordert bezahlbare Wohnungen, realistische Mietobergrenzen und bessere Unterstützung für Familien. Vor allem aber müsse sich der Blick auf Betroffene ändern. Denn Armut kann jeden treffen – auch den Nachbarn von nebenan (Plus).