Auch wenn das Einbruchsrisiko in Bayern 2015 im Bundesvergleich mit Abstand am geringsten war: Viele Hauseigentümer oder Mieter machen es Einbrechern auch im Freistaat viel zu einfach. Günter Lang ist ein erfahrener Kripo-Beamter, kümmert sich um die Verbrechensbekämpfung. Er meint: "Viele machen etwa den Fehler, dass sie Fenster gekippt lassen, wenn sie die Wohnung verlassen. Das ist für Einbrecher wie ein offenes Fenster."
Außerdem sei es ein Fehler, das Haus unbeleuchtet und dunkel zu verlassen sowie beim Wegfahren die Garage geöffnet zu lassen, damit ein Gauner schnell sieht, dass kein Bewohner zuhause ist.


Das schreckt die Täter ab

Viele Unternehmen und Baumärkte haben die Zeichen der steigenden Einbruchskriminalität erkannt und werben mit vielen Produkten - von der extra gesicherten Tür, einer Alarmanlage bis hin zu Überwachungskameras oder Bewegungsmeldern. Häufig ist Einbruchsschutz aber aufwendig und teuer. Gibt es auch billige Alternativen? Ja! So halten etwa Hunde-Hinweisschilder (gibt es bereits ab 2,79 Euro) am Gartentürchen Einbrecher fern - egal, ob man tatsächlich einen Vierbeiner besitzt. Denn die Täter meiden lieber die Gefahr, auf Widerstand bei ihrer Tat zu treffen. Zudem gibt es auch Lichter, die das Flackern eines TV-Geräts simulieren, auch wenn man nicht zuhause ist. "Auch diese Geräte können Einbrecher abschrecken", so Hermann Lennert.
Bei fast der Hälfte der Zielobjekte kommt es mittlerweile nicht zum Einbruch, weil die Häuser oder Wohnungen zu gut gesichert sind, weisen Erkenntnisse der Ermittler nach. Außerdem sollten gerade im Erdgeschoss oder zur Terrasse hin alle Fenster und Türen verschlossen sein.


Immer die Polizei rufen

Egal, ob ein Einbruch erfolgreich war oder nicht vollendet wurde: Es sollte immer die Polizei unter dem Notruf 110 verständigt werden, rät Kripobeamter Josef Behringer. "Die Wohnung sichern, immer aufmerksam sein und 110 wählen", fasst es der Polizeibeamte zusammen.
Jeder Anruf sei wichtig, auch wenn etwa Anwohner in der Nachbarschaft plötzlich unbekannte Fahrzeuge oder zwielichtige Personen sehen. "Alle Hinweise können uns bei den Ermittlungen helfen. Auch wenn es sich nur um einen Verdacht handelt", fügt Behringer an. Für Einbrecher attraktive Wohnhäuser werden in der Vortatphase oft von den Tätern ausgekundschaftet. Behringer weiter: "Bürger sollten daher die Augen offen halten und in ihrer Wohngegend auf verdächtige Personen und Fahrzeuge mit fremden Kennzeichen achten."

Um die Täter dingfest machen zu können, sei es eben enorm wichtig, Fahndungsmaßnahmen so schnell wie möglich in die Wege zu leiten.


Weitere Infos im Netz und direkt bei der Polizei

In Oberfranken gibt es folgende Polizei-Beratungsstellen: in Bamberg (0951/9129408), in Bayreuth (0921/5062500), in Coburg (09561/645424) und in Hof (09281/704490).

Die Polizei gibt zudem nützliche Tipps unter www.polizei-beratung.de und www.k-einbruch.de