Die Ministerpräsidenten hatten sich erst vor Kurzem darauf geeinigt: Im Einzelhandel gilt nun 2G, am Mittwoch (8. Dezember 2021) trat die neue Regel in Kraft. Viele Händler hatten bereits an Lösungen gearbeitet, wie die Kontrolle am Eingang der Läden erleichtert werden könnte. Doch das Bayerische Gesundheitsministerium macht die Pläne nun mit einem Schreiben zunichte.

Bunte Papierbändchen am Handgelenk sollten die Unterscheidung zwischen Geimpften und Genesenen von Ungeimpften erleichtern und somit die 2G-Kontrolle in Einzelhandelsgeschäften vereinfachen. In vielen fränkischen Städten wurde bereits an Konzepten zum sogenannten „Bändchenmodell“ gearbeitet. Ausgenommen von der 2G-Regel sind Läden des täglichen Bedarfs, wie beispielsweise Supermärkte, aber auch Drogerien oder Apotheken.

2G-Bändchen werden in Bayern nicht zugelassen

Der Handelsverband Bayern weist jedoch auf seiner Homepage darauf hin, dass dieses Modell in Bayern „nicht mit der derzeit geltenden Rechtslage in Einklang“ stehe und daher nicht zulässig sei. Darüber wurde der Verband in einem Schreiben des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege informiert. Der Brief richtet sich an die bayerischen Kreisverwaltungsbehörden. „Ist ein gültiger 2G-Nachweis samt Identitätsnachweis vorgezeigt worden, bekommen die Kunden ein Bändchen ähnlich denen bei Festivals um das Handgelenk gebunden. Mit diesem Kontrollband können sie dann in alle weiteren Läden eintreten – und zwar ohne, dass sie jedes Mal erneut den 2G-Nachweis und einen Identitätsnachweis vorzeigen müssen“, beschreibt das Ministerium das Konzept und die Vorteile des Bändchenmodells.

Doch es entspreche nicht der geltenden 15. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Diese besagt nämlich, dass beim Eintritt zu jeder Einrichtung, für die die 2G-Vorschrift gilt, Identität und Impfstatus des Kunden kontrolliert werden müssen. Das Modell sehe aber nur vor, dass das Vorhandensein eines Bändchens überprüft werde, was nicht ausreiche. Zudem könnte es sich bei einzelnen Bändchen um Fälschungen handeln. Wird Kunden mit einem gefälschten Bändchen der Zutritt gewährt, könne dem jeweiligen Ladenbesitzer aber keine Ordnungswidrigkeit vorgeworfen werden. Die Bändchen seien auch nicht mit einem medizinischen Gesundheitszeugnis, wie einem Impfnachweis, gleichzusetzen.

In Mainz und Düsseldorf wurde das Modell bereits umgesetzt, der Handelsverband Deutschland forderte daraufhin eine bundesweite Lösung. Das Citymanagement der Stadt Kempten hatte beispielsweise 27.000 der Bändchen bestellt und produziert. Durch den Stopp des Modells entstehe nun ein Schaden von Tausenden Euro.

Weihnachtsgeschäft bisher "eine große Enttäuschung"

Auch wenn die 2G-Bändchen eine Erleichterung gebracht hätten, das Weihnachtsgeschäft hätten wohl auch sie nicht retten können. Es wäre " naiv zu glauben, dass der Knoten nur durch die Bändel geplatzt wäre. Es wäre eine Erleichterung gewesen, aber kein Durchbruch", so Handelsverbandssprecher Bernd Ohlmann im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur.

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Das erste Adventswochenende mit 2G-Regel war jedenfalls nach Angaben des Handelsverbands Bayern eine Enttäuschung: "Viele Geschäfte haben 40 bis 60 Prozent weniger Kunden", so Ohlmann am Samstag. Von Festtagsstimmung sei man weit entfernt im Einzelhandel in Bayern. Durch 2G sei hingegen der Internethandel am Boomen: "2G ist da ein Mega-Turbo-Beschleuniger."

Auch die Hoffnung, dass sich Kunden mit der 2G-Regel nun sicherer fühlten, habe sich bisher nicht bestätigt, sagte Ohlmann. Für die Geschäftsinhaber bleibe nun aus wirtschaftlicher Sicht nur noch die Hoffnung auf das vierte Adventswochenende und die letzten Werktage vor Weihnachten.

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