• Bamberg: Stadtmarketing will 2G-Bändchen im Innenstadthandel
  • Geimpfte und Genesene sollen für Händler erkennbar sein
  • Ertl-Zentrum in Hallstadt hat bereits eigene 2G-Armbänder
  •  "Wenn ich zu Aldi und Lidl gehe": Citymanager teilt gegen Politik aus 

In Bamberg sollen Geimpfte und Genesene künftig für das Shopping in der Innenstadt ein 2G-Bändchen bekommen, mit dem Geschäfte den Status ihrer Kundschaft einfacher erkennen können. Das Stadtmarketing Bamberg hat dafür einen Antrag an Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) gestellt, der nun auf Klärung durch die bayerische Staatsregierung wartet. Citymanager Klaus Stieringer erklärt im Gespräch mit inFranken.de die Vorteile des Systems aus Sicht des Vereins. 

"Stress für die Kunden": Geschäfte in Bamberg sollen auf aufwändige 2G-Kontrollen verzichten

"Aktuell müssen Kunden in jedem Geschäft, in das sie gehen, den Nachweis und den Personalausweis zücken", sagt Stieringer. Seit gestern, Mittwoch, 8. Dezember 2021, gilt in ganz Bayern die 2G-Regel für den Handel. Ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs. "Das bedeutet Stress für die Kunden und gerade für kleine Händler sind die Kontrollen eine enorme Herausforderung", erzählt der Bamberger Citymanager. 

Gleichzeitig registriere man "50 bis 70 Prozent Frequenzrückgang in der Innenstadt im Vergleich zu 2019". Zwar sei "alles besser als ein Lockdown", aber die 2G-Regel, so Stieringer, nehme "vielen Leuten die Lust und Leichtigkeit des Weihnachtseinkaufs, die Konsequenzen für den Handel sind dramatisch". Das haben gegenüber inFranken.de auch mehrere inhabergeführte Geschäfte im Zentrum bestätigt. 

"Die Bändchen muss man sich wie ein Festivalbändchen vorstellen. Um es zu bekommen, weist man sich einmal aus und kann dann in allen Geschäften seinen Einkauf machen. Die Unternehmen müssen nicht mehr beide Nachweise kontrollieren", sagt Stieringer. Angesichts der hohen Infektionszahlen sagten sich viele Menschen, "ich kaufe online ein". Dabei entscheide sich "jetzt die Zukunft der Innenstädte, jeder hat direkten Einfluss, ob viele Geschäfte das zweite Corona-Jahr überleben". 

"2G-Kontrollband": So soll das Shoppen mit der Kennzeichnung funktionieren

Die 2G-Bändchen soll es immer dort geben, wo man seinen Einkauf beginne, erklärt der Citymanager. Das Stadtmarketing denke auch über eigene Stände in der Bamberger Innenstadt nach, wo das Bändchen verteilt werden könnte. "Die Einkaufszentren machen das schon, dass sie am Eingang Bändchen vergeben, damit die einzelnen Geschäfte besucht werden können." Das Ertl-Zentrum in Hallstadt hat bereits eigene 2G-Armbänder. Hier muss nur in einem Geschäft der Impf- beziehungsweise Genesenen-Nachweis sowie der Personalausweis gezeigt werden. Danach erhält der Kunde ein Armband, das während des ganzen Tags im kompletten Haus gültig ist. Stieringer gefällt das Modell: "Warum nicht auch in der Innenstadt?", fragt er.

Die Stadtverwaltung in Bamberg habe auf den Antrag "sehr wohlwollend reagiert." Nun müsse das Ganze bei der Regierung von Oberfranken rechtlich überprüft und dann von der bayerischen Staatsregierung abgesegnet werden. Bamberg könne das 2G-Bändchen nicht ohne diese Zustimmung in der Innenstadt einführen, sagt der Citymanager, der auch der SPD-Fraktion im Stadtrat vorsitzt. "Das Infektionsschutzgesetz sieht mehr oder minder klar vor, dass am Point of Sale, also am Verkaufspunkt selbst, kontrolliert wird."

Die Kennzeichnung von Personengruppen durch ein solches Bändchen sei "immer eine Abwägungssache", so Stieringer. Deshalb sei das Ganze aber auch freiwillig und für jene gedacht, die "noch weiter einkaufen wollen". Im Antrag auf Einführung der "2G-Kontrollbänder für Bamberg" betont Stieringer auch, dass Unternehmen nicht bei der Aktion mitmachen müssen. 

Citymanager schießt gegen Politik: Aldi, Lidl und Co hätten deutliche Vorteile

Der Citymanager bittet auch um "schnellstmögliche Zustimmung". Ein positives Signal erhoffe er sich noch in dieser Woche, sagt der 52-Jährige. Stieringer sieht die 2G-Bändchen auch als ein Mittel, um gegen "die Ungleichbehandlung der Geschäfte" vorzugehen. "Wenn ich zu Aldi oder Lidl gehe, besteht das Sortiment gefühlt aus 50 Prozent Non-Food-Bereich", sagt er. 

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Dies könne man "der Regierung vorwerfen", sagt er. Denn die Situation habe sich - im Vergleich zum Vorjahr - "wieder zur Vorweihnachtszeit kaum geändert". Inhabergeführte Fachgeschäfte hätten nicht nur Konkurrenz im Netz, sondern "zu großen Teilen auch von großen Unternehmen". Er könne verstehen, dass die "Benachteiligung der Innenstadt" bei den Händlern und Beschäftigten Frust aufwerfe.

Die 2G-Kontrollbänder sollen in Bamberg wieder Vorweihnachtsfreude aufbringen. Stieringer wünsche sich vor allem, dass "man sich wieder treiben und inspirieren lassen kann". Viel Zeit bleibt dafür aber nicht mehr. In 15 Tagen ist Heiligabend. 

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