Kulmbach
Kabarett

Politiker präzise parodiert

Wer Wolfgang Krebs in der Dr.-Stammberger-Halle in Kulmbach erlebt hat, definiert den Begriff "multiple Persönlichkeit" neu.
Artikel drucken Artikel einbetten
Wenn Stoiber auftritt, sind auch die anderen CSUler nicht weit: Kabarettist Wolfgang Krebs kann sie alle perfekt imitieren - Söder, Seehofer, Herrmann, Stoiber und Aiwanger, ja sogar die Kanzlerin.Sonny Adam
Wenn Stoiber auftritt, sind auch die anderen CSUler nicht weit: Kabarettist Wolfgang Krebs kann sie alle perfekt imitieren - Söder, Seehofer, Herrmann, Stoiber und Aiwanger, ja sogar die Kanzlerin.Sonny Adam
+2 Bilder

Der Männergesangverein von Untergamskobenzeißgrubengernhaferverdimmering ist auf der Suche nach Frauen: Denn sonst ist der Verein ja nicht mehr gemeinnützig. "Die Frauen sollen nur kommen und sollen uns pflegen", unkte der bekannte Bayern 1- und TV-Kabarettist Wolfgang Krebs. In seinem Programm "Geh zu, bleib da!" nahm er die bayerische Politik aufs Korn, so dass kein Auge trocken blieb.

Natürlich schlüpfte Krebs in seine politischen Paraderollen: Horst Seehofer, Edmund Stoiber und Markus Söder hatte er nach Kulmbach mitgebracht.

Auch optische Verwandlung

Wolfgang Krebs' Frotzeleien treffen ins Schwarze. Doch auch optisch verwandelte sich der Kabarettist und hauchte seinen Figuren neues Leben ein.

Bei seinem Auftritt in der Stadthalle in Kulmbach hatte Krebs den Niederbayern Hubert Aiwanger dabei, den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann. Und sogar die Kanzlerin wagte einen Auftritt in der Dr.-Stammberger-Halle.

Urkomische Werbeblocks

Um sich in all die verschiedenen Persönlichkeiten zu verwandeln, brauchte Krebs nicht viel: Wenige Sekunden genügten, und schon hatte er sich die passenden Perücken und ein neues typisches Outfit angezogen. Unterdessen liefen urkomische Werbeblocks, natürlich auch von Wolfgang Krebs eingesprochen.

Als sich ständig verhaspelnder Stoiber warnte Krebs vor "der gelben Gefahr" aus dem Weißen Haus und den mediterranen Chaostagen mit Gelbwesten und mit italienischen Geldresten. "Die Engländer können uns doch den Ärmelkanal runterrutschen", unkte Stoiber. Und schon wurde der nächste Werbebeitrag der Schorsch-Scheberl-Holding eingespielt - und Wolfgang Krebs mutierte zu Seehofer oder Innenminister Joachim Herrmann.

Ob CSU oder CDU - jeder bekam sein Fett weg. Auch die Freien Wähler. Krebs verriet das Motto des Koalitionspartners, der sich so gar nicht von der Koalitionspartei zu unterscheiden scheint: "Wenn du auf dem Schoß deines Gegenübers sitzt, kann er dich schon nicht über den Tisch ziehen."

Als Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich der Kabarettist sehr grün, pflanzte Bäume und frotzelte über AKK: fränkisch, hintersinnig, ein bisschen gemein. Und sogar König Ludwig zauberte der Kabarettist aus dem Hut.

Perfekte Imitation der Figuren

König Ludwig wunderte sich nur allzu sehr über die Landflucht und hatte so gar kein Verständnis für Mikrolofts, wie allzu kleine Wohnungen neuerdings genannt werden.

Als Krönung sorgte Wolfgang Krebs noch mit dem Schlagersternchen Meggy Montana für Lacher.

Die Sprachkunst, die Kalauer und die perfekte Imitation seiner Figuren machten das Programm "Geh zu, bleib da" zu einem echten Superprogramm, bei dem kein Auge trocken blieb.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren