Hausen
Infrastruktur

Kreis Forchheim: Vereine fordern Sanierungskonzept für die "Krone"

Das Anwesen "Krone" in Hausen soll laut einem Gemeinderatsbeschluss von 2010 zum Dorfmittelpunkt werden. Doch passiert ist seitdem noch nicht viel.
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Teamleiter Dieter Hofmann (l.)  vom Verein Krone zeigt  Thomas Schmitt das sanierte Nebenzimmer, das jetzt sehr gemütlich  eingerichtet ist und rege in Anspruch genommen wird. Foto: Karl Heinz Wirth
Teamleiter Dieter Hofmann (l.) vom Verein Krone zeigt Thomas Schmitt das sanierte Nebenzimmer, das jetzt sehr gemütlich eingerichtet ist und rege in Anspruch genommen wird. Foto: Karl Heinz Wirth

Seit April 2013 besteht für das Anwesen "Krone" in der Hauptstraße in Hausen ein Nutzungskonzept, für das vom Gemeinderat Finanzmittel für die Sanierung zur Verfügung gestellt wurden. Zwischenzeitlich wurden nicht nur die Toiletten und das Nebenzimmer saniert, sondern auch der Schankraum neu gestaltet, der zur Hausener Kirchweih offiziell in Betrieb genommen wird. Dieter Hofmann von der Teamleitung des Vereins Krone freut sich, dass es in Eigenarbeit gelungen ist, rechtzeitig zur Kirchweih fertig zu werden. Das im Jahr 1869 errichtete Haus sei ein ortsbildprägendes Gebäude, erklärt Hofmann.

Domizil für Vereine

Nicht nur der Verein Krone ist am Erhalt des Gebäudes interessiert, sondern auch andere Vereine in der Gemeinde. So sucht der Gesangverein dringend Räumlichkeiten zum Aufbewahren für seine Notenhefte und um Gesangsproben zu absolvieren. Nicht besser geht es dem Trachtenverein, der für seine Trachten trockene Räume benötigt. Ebenso bekunden Deutsche Brüder, Fischereiverein, Reservistenverein und Theatergruppe Interesse an Räumlichkeiten. Die "Krone" soll Heimat vieler Vereine werden, Treffpunkt kirchlicher, gemeindlicher und sozialer Einrichtungen. Im Hof könnten über das Jahr verteilt Dorffeste stattfinden. "Der Verein", erklärt Hofmann, "kann unmöglich alles in Eigenleistung und ehrenamtlich abarbeiten." Es sei dafür dringend ein Sanierungskonzept erforderlich. Thomas Schmitt von der UWG liegt die "Krone" ebenso am Herzen. Deshalb würde er eine Sanierung so schnell wie möglich vorantreiben. Für ihn ist es unverständlich, dass der Gemeinderat nicht mehr darauf dränge, die Sanierung auf den Weg zu bringen. Nach Rücksprache mit der Verwaltung bestätigte diese, dass für 2019 für das Förderprojekt "Innen statt außen" 1,05 Millionen Euro eingestellt und im Finanzplan 2020 1,4 Millionen und 2021 1,2 Millionen Euro vorgesehen seien. Allerdings gibt es noch keinen gültigen Haushaltsplan. Das bedeute, meint Schmitt, wenn die Gemeinde die Sanierung für das "Krone"-Anwesen beschlossen hätte, würden 80 Prozent der entstehenden Kosten als Leuchtturmprojekt bezuschusst. "Der Gemeinderat muss persönliche Befindlichkeiten außen vor lassen und miteinander reden", fordert Thomas Schmitt. Dies sei kein Projekt Einzelner, sondern solle ein Zentrum in der Gemeinde sein für alle Bürger. "Wir wollen eine lebendige Ortsmitte haben", verkündet Schmitt und bekommt dafür Zustimmung der Vereine und Bürger. Allein aus ökonomischen, ästhetischen und gesellschaftspolitischen Gründen müsse die Revitalisierung des Anwesens Priorität haben.

Kostenschätzung von 2013

Bereits 2013 hatte das Architekturbüro Schönfelder eine Kostenschätzung für die Sanierung der "Krone" in Höhe von 900.000 Euro ermittelt. Diese dürfte zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr zutreffen und müsste korrigiert werden. Seitdem hat sich bis auf die Arbeiten der Ehrenamtlichen nicht viel getan. Am 5. Juli 2010 hatte der Gemeinderat Hausen den Beschluss gefasst, die Verwaltung zu beauftragen, alle notwendigen Maßnahmen zu veranlassen, damit mit dem Umbau des "Krone"-Saals begonnen werden kann, wobei die Anregungen der Vereine berücksichtigt werden sollten. Gleichzeitig sollte von einem Planungsbüro ein Konzept entwickelt werden, um das Anwesen in mehreren Bauabschnitten zum kulturellen Zentrum Hausens zu entwickeln. Doch daraus ist bis heute nichts geworden, der Beschluss wurde nicht umgesetzt. Die Bürgermeister sahen in der Sanierung des Anwesens bisher immer dringenden Handlungsbedarf, doch der Zustand ist bis auf zwei sanierte Räume, Toiletten und eine Brandmeldeanlage immer noch der alte. Die Mitglieder des Krone-Vereins und auch die Vereine, denen keine Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, hoffen, dass alle Gemeinderäte sich konstruktiv für die Sanierung des Anwesens einsetzen.

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