Bamberg
Kinder-Uni

Glauben alle an denselben Gott?

Was ist das Problem mit den Religionen? Haben wir eine Lösung dafür und was ist Religion eigentlich überhaupt? Über all diese Fragen wurde gesprochen.
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Jede Religion hat ihren heiligen Tag an einem anderen Wochentag. Muslime feiern am Freitag, Juden am Samstag und Christen am Sonntag. "Deswegen ist dieses Mal die erste Vorlesung der Kinder-Uni am Freitag. Ich bin nämlich Jüdin und darf am Samstag nicht arbeiten", erklärt Susanne Talarbardon den Kindern, die sich angemeldet haben, um in der Universität etwas über Religionen zu lernen. Die ehemalige evangelische Religionslehrerin hat sich für den jüdischen Glauben entschieden und forscht jetzt als Wissenschaftlerin besonders über das Judentum, aber auch über viele andere Religionen und kennt sich sehr gut aus.

Über Religionen, ihre Probleme und Lösungen dazu macht sich die Wissenschaft seit über 200 Jahren Gedanken. Fragen, die sich dabei stellen sind zum Beispiel: Glauben alle Menschen an denselben Gott? Wieso ist das eigentlich so schwierig mit der Religion? Oder: Was ist denn Religion überhaupt?

Religion ist bei manchen Menschen sehr unbeliebt. Das ist schon seit langer Zeit so und kommt von den vielen Streitigkeiten, die die vielen Gläubigen im Laufe der Jahrhunderte schon gehabt haben. Während der Kreuzzüge haben sich beispielsweise Christen und Muslime bekriegt. Oder im 14. Jahrhundert wurden Juden geschlagen, weil viele glaubten, durch sie würde sich die Pest verbreiten. Manche dieser Probleme dauern bis heute an. So haben Religionen über Jahrhunderte das Leben vieler Gläubiger geprägt.

Auf die Frage, was aber Religion genau ist, hat die Wissenschaft bis jetzt keine Antwort gefunden, auf die sich alle einigen können. Bedeutet Religion, an einen Gott zu glauben? Aber was ist dann zum Beispiel mit den Buddhisten, die keinen Gott haben? Was die Forscher aber beschreiben können, ist, was Religion ausmacht. Sie gliedert das Leben zum Beispiel in Raum und Zeit. Nicht nur bei Christen ist das Jahr in viele Feiertage, wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten, eingeteilt. Bei den Juden gibt es auch heilige Tage wie Pessach und bei den Muslimen das Zuckerfest. Heilige Orte gibt es ebenfalls in allen Religionen. Christen gehen in die Kirche zum Beten, Juden in die Synagoge und Muslime in eine Moschee. Ein ganz besonderer heiliger Ort ist Jerusalem. Diese Stadt ist nämlich für alle diese drei großen Religionen sehr wichtig. Darum gibt es dort auch immer wieder Streitigkeiten, für wen die Stadt am wichtigsten ist.

Religion kann auch beschreiben, wer zu einer Gruppe gehört oder nicht. Der Schleier, mit dem sich manche Frauen verhüllen, bedeutet meistens, dass sie eine Muslima sind und dem islamischen Glauben angehören, Buddhisten tragen im Kloster meist orange Gewänder und können so erkannt werden. Eine kleine Religion in den USA, die Amish, kleiden sich wie im 18. Jahrhundert. All diese Dinge lassen erkennen, zu welcher Religion jemand gehört. Die Religionen haben sich im Laufe der Zeit sehr verändert. Ganz früher gab es keine Unterscheidung zwischen Staat und Kirche. Nach der Säkularisation, also als es dann plötzlich zwei Religionen in Deutschland gab, hat der Staat beschlossen, sich nicht für einen Glauben zu entscheiden, sondern der Schiedsrichter zu sein. Und wenn sich heute jemand an die staatlichen Gesetze hält, darf man ihn wegen seiner Religion nicht verurteilen. Es ist also gar nicht schlimm, dass nicht alle an denselben Gott glauben. Es ist nur wichtig, dass sich alle gegenseitig akzeptieren.

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