Die Idee, sich für das Guinness-Buch zu bewerben, hatte Posaunist Roman Riedel. Er wollte etwas für "sein" Orchester tun und bewarb sich angesichts der zahllosen Auftritte bei der Redaktion des Rekorde-Buches.
Zunächst folgte Bürokratie. Riedel schickte einen historischen Abriss über das Kurorchester ein, auf englisch natürlich. Beigelegt hat er eine CD und Beglaubigungen von Stadt und Staatsbad-GmbH. Außerdem waren acht Richtlinien zu erfüllen. Zum Beispiel muss so ein Rekord-Orchester auf verschiedenen Bühnen spielen, die Säle müssen mindestens 300 Sitzplätze haben. Alles kein Problem. Das glückliche Ende: Das Kurorchester ist Weltmeister. Gestern beim Kurkonzert wurde das Geheimnis gelüftet. Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) überreichte die Urkunde.
Zwei bis drei Konzerte gibt das Kurorchester täglich, nur montags ist in der Regel spielfrei. Bei den meisten Auftritten spielt das Kurorchester in einer großen Salonorchester-Besetzung, bei den Nachmittagskonzerten gerne als Big-Band-Formation. Und das Repertoire kann sich hören lassen: Gut 2000 Stücke haben die Musiker drauf und decken damit viele Stil epochen der Musikgeschichte ab. Bei den Zuhörern immer wieder beliebt sind Walzer und Polkas aus der Strauß-Ära sowie Querschnitte aus Operetten, Opern und Musicals.
"Für die Stadt Bad Kissingen ist das Kurorchester ein tolles Alleinstellungsmerkmal, das diese überregionale Aufmerksamkeit verdient," betonte OB Blankenburg: "Die Stadt stehe zum Kurorchester, eine Drei-Mann-Combo komme für ihn und die Staatsbad GmbH nicht in Frage.