• Atombombenexplosion: Wie überlebe ich?
  • Forscher simulieren nukleare Explosion
  • Diese Orte sollte man in Innenräumen meiden
  • Druckwelle als große Gefahr

Der Ukraine-Krieg beschäftigt die Menschen auch in 2023 noch. Putin überraschte erst kürzlich mit einem historischen Auftritt. Seit dem russischen Angriffskrieg ist auch die Sorge vor einer möglichen Atombombenexplosion so groß wie lange nicht. Forscher der Universität von Nikosia auf Zypern haben sich in einer Studie gefragt, ob man sich vor einer nuklearen Explosion schützen kann und - falls ja - wie man das am besten tut.

Studie zu nuklearer Explosion: Druckwelle als große Gefahr

Zunächst müssen die Wissenschaftler leider festgehalten, dass es keinen guten Ort zum Verstecken gibt, wenn man der Atombombe zu nahe ist. Alles, was im Umkreis von wenigen Kilometern ist, wird von der Atombombe verdampft. Die Strahlung stellt auch über die Ferne eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit dar und radioaktiver Regen ist auch nach Jahren noch messbar.

Eine weitere große Gefahr stellt die Druckwelle dar, welche bei der Explosion entsteht. Diese kann so starke Fluggeschwindigkeiten erreichen, dass Menschen in die Luft gehoben werden –und dies unter Umständen auch Dutzende Kilometer vom Einschlag entfernt.

Die Forscher haben sich genau mit dieser Druckwelle beschäftigt und überlegt, wie sicher Menschen in Innenräumen wären.

Forscher simulieren Atombombenexplosion

Die Studienautoren halten zunächst fest, dass Häuser aus Beton einer Druckwelle standhalten können. Sie entwarfen Computermodelle mit Räumen in einem Betongebäude. Anschließend simulierten sie eine Atombombenexplosion mit einem 750-Kilotonnen-Sprengkopf, wie sie eine typische Interkontinentalrakete verursachen könnte. Das wäre eine sehr heftige Explosion.

Die Sprengkraft der beiden Atombomben, die die USA 1945 über Japan abwarfen, lagen bei etwa 16 beziehungsweise 24 Kilotonnen. Die größte Bombe, die jemals getestet wurde, hatte eine Sprengkraft von 50.000 Kilotonnen. Sie wurde 1961 von der Sowjetunion getestet.

Über die Simulation mit 750 Kilotonnen schreiben die Forscher: "Dieses Szenario stellt wegen der Existenz eines solchen Sprengkopfes und der zunehmenden geopolitischen Spannungen ein Katastrophenszenario dar."

Nukleare Explosion: Was sind die gefährlichsten Orte in Innenräumen?

Doch auch, wenn man sich in einem stabilen Gebäude befindet, ist man nicht in Sicherheit. Enge Räume können nämlich die Fluggeschwindigkeit erhöhen, da die Luft von den Wänden zurückgeworfen werden und dann sogar um Ecken biegen kann. Es kann eine Kraft erzeugt werden, die im schlimmsten Fall dem 18-fachen Körpergewicht eines Menschen entspricht.

"Unsere Studie zeigt, dass hohe Fluggeschwindigkeiten nach wie vor eine erhebliche Gefahr darstellen und immer noch zu schweren Verletzungen oder sogar Todesfällen führen können", berichtet einer der Autoren, Dimitris Drikakis. Als gefährlichste Orte in Innenräumen wurden Plätze in der Nähe von Fenstern, Korridoren oder Türen ausgemacht. 

"Die Leute sollten sich von diesen Orten fernhalten und sofort Schutz suchen", meint Studienautor Ioannis Kokkinakis. Wie kann man sich in Innenräumen schützen? "Indem man sich in den Ecken der Wand positioniert, die der Explosion zugewandt sind", erklärt Kokkinakis.

Die Zeit zwischen der Explosion und der Druckwelle beträgt nur wenige Sekunden - daher sei Schnelligkeit gefragt. Die Forscher hoffen jedoch, dass ihre Ratschläge niemals in der Realität Anwendung finden müssen.

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