Eine typische Weißblechdose ist rund und hat seitlich eingeprägte Rillen. Diese sogenannten Sicken dienen keiner Verzierung und sollen die Dose auch nicht angenehmer in der Hand liegen lassen. Sie erfüllen eine wichtige Aufgabe.
Konservendosen eignen sich hervorragend für Unternehmungen im Freien und als Notvorrat im Keller. Sie halten Lebensmittel lange frisch, sind robust und lassen sich gut stapeln. Weil sie rund sind, bleibt im Regal oder im Rucksack jedoch meist etwas ungenutzter Platz. Dennoch gibt es einen triftigen Grund, weshalb sich die bekannte Form der Konserven durchgesetzt hat.
Rund und mit Rillen: Hintergründe zur typischen Form von Blechdosen
Damit sich Lebensmittel auch ohne Konservierungsstoffe möglichst lange halten, wird die Dose am Ende noch einmal keimfrei gemacht. Laut dem Verband Metallverpackungen wird die Konserve dabei auf über 100 Grad Celsius erhitzt. Bei Lebensmitteln mit hohem Zucker- oder Säuregehalt genügen 70 bis 100 Grad. Durch die Hitze werden alle verbliebenen Mikroorganismen abgetötet, die die Nahrung sonst verderben lassen würden. Unmittelbar danach wird die Dose wieder abgekühlt, damit der Inhalt nicht weitergart und Vitamine sowie Mineralstoffe nicht verloren gehen.
Der Temperaturwechsel wirkt sich außerdem auf den Druck im Inneren aus: Beim Erhitzen dehnt sich die Dose aus und der Druck steigt, beim Abkühlen zieht sie sich zusammen, wodurch ein Unterdruck entstehen kann. In beiden Phasen besteht die Gefahr, dass die Dose platzt. Genau hier kommt die Form ins Spiel:
- Runde Form: Beim Erhitzen kann sich die Dose gleichmäßig in alle Richtungen ausdehnen.
- Rillen (auch Sicken genannt): Sie machen die Mitte der Dose stabiler, sodass sie beim Abkühlen nicht in sich zusammenfällt.
Kein Zufall: Warum manche Dosen viele Rillen haben und andere gar keine
Form und Anzahl der „Sicken“, wie Fachleute die Rillen der Blechdose nennen, „sind abhängig von der erforderlichen Belastbarkeit der Dose beim Abfüllen, Sterilisieren, Transportieren und Lagern“, erklärt der Verband Metallverpackungen. Die Rillen entstehen also nicht zufällig bei der Herstellung, sondern werden gezielt eingeprägt. Bei kleineren und flacheren Dosen verzichtet man dagegen häufig darauf.
Die Sicken tragen außerdem dazu bei, dass sich Dosen so gut stapeln lassen. Laut der Herstellerinitiative „Weißblech kommt weiter“ muss jede Dose einem Gewicht von bis zu 200 Kilogramm standhalten, wenn sie gestapelt wird.