Kaffeezubereitung: Diesen Kaffee lieben die Deutschen

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Filterkaffee oder frisch gemahlen aus der ganzen Bohne? Welche Kaffeezubereitung wieder aktuell ganz hoch im Kurs steht, haben wir recherchiert.

Kaffee aus der Filtermaschine – der unkomplizierte Klassiker gilt seit vielen Jahrzehnten in deutschen Küchen als Standard. Packung auf, Pulver in den Kaffeefilter dosieren, Wasser dazu, und fertig. Doch inzwischen landet häufiger die ganze Bohne in der Tasse - und zwar in Form von Kaffee aus Vollautomaten.

Der Deutsche Kaffeeverband meldet für 2025 einen Rekordabsatz im Segment "Ganze Bohne", während der Absatz von gemahlenem Kaffee in den vergangenen zehn Jahren um etwa 38 Prozent zurückging. Der Trend bedeutet allerdings nicht, dass der Filterkaffee ganz verschwindet. Vielmehr verändert sich die Art der Zubereitung. Denn auch Filterkaffee lässt sich mit frisch gemahlenen Bohnen zubereiten. Wir verraten, wie das geht.

"Ganze Bohne" liegt im Trend: Warum Kaffee öfter frisch gemahlen getrunken wird

Marktdaten aus dem Kaffeesegment zeigen einen deutlichen Wandel. Laut Deutschem Kaffeeverband wurden 2025 insgesamt rund 456.000 Tonnen Röstkaffee in Deutschland abgesetzt. Davon waren 193.800 Tonnen ganze Bohnen. Der Verband spricht von einem Rekordwert und führt die zunehmende Bedeutung des Segments auch auf die wachsende Verbreitung von Kaffeevollautomaten in Privathaushalten zurück.

Ganze Bohnen sind allerdings nicht automatisch an eine bestimmte Zubereitungsart gebunden. Sie können beispielsweise auch für Filterkaffee, French Press oder Espresso mit einer Mühle zu Hause gemahlen werden. Entscheidend ist dabei der Mahlgrad. Für Filterkaffee wird üblicherweise ein mittlerer Mahlgrad verwendet, während für Espresso feiner und für eine French Press gröber gemahlen wird.

Der Deutsche Kaffeeverband erläutert in seinen FAQs, dass der Mahlgrad unter anderem beeinflusst, wie schnell Wasser durch das Kaffeemehl läuft und wie viele Aroma- und Bitterstoffe dabei extrahiert werden.

Ganze Bohne - mehr Aroma: Der Unterschied zwischen den Zubereitungsvarianten

Der Unterschied zwischen fertig gemahlenem Kaffee und ganzen Bohnen besteht im Zeitpunkt des Mahlens. Bei abgepacktem Kaffeepulver ist dieser Schritt bereits erfolgt, bevor der Verbraucher die Tüte öffnet. Bei ganzen Bohnen wird die Bohne erst unmittelbar vor der Zubereitung des Kaffees zerkleinert. Dadurch verkürzt sich die Zeit, in der das empfindliche Kaffeemehl mit Sauerstoff und der Umgebung in Kontakt steht. Zwar wird Filterkaffee in Verpackungen unter Vakuum abgefüllt. Das verhindert allerdings nicht, dass dennoch etwas Sauerstoff hinzugelangen kann. 

Eine Kaffeebohne schützt die Aromen in ihrem Inneren. Durch das Mahlen wird die Bohne mechanisch aufgebrochen, die Aromen können entweichen. Wie aromatisch der Kaffee ist, verrät uns der typische Kaffeeduft eines frisch gemahlenen Kaffees. Physikalisch entstehen aus einer einzelnen Bohne viele Kaffeeteilchen. Und dadurch kommt viel mehr Kaffee mit der umgebenden Luft in Kontakt. Die weltweit tätige Non-Profit-Organisation Specialty Coffee Association erklärt, weshalb gängiges Kaffeepulver deshalb nach dem Mahlen schneller altert als in Form ganzer Bohnen. Frisch gemahlener Kaffee verströmt besonders intensiv sein Aroma. Gleichzeitig entweichen dabei aber auch die Stoffe, die für den typischen Kaffeegeruch verantwortlich sind. Dieser Prozess läuft bei Kaffeepulver deutlich schneller ab als bei einer ganzen Bohne. Frisch gemahlener Kaffee sollte  deshalb möglichst zeitnah aufgebrüht werden.

Doch welche Rolle spielt dabei der Sauerstoff? Sauerstoff kann mit den Bestandteilen des Kaffees reagieren und mit der Zeit dazu führen, dass Aromen schwächer werden und sich der Geschmack des Kaffees verändert. Wärme, Feuchtigkeit und Licht können diesen Prozess zusätzlich beschleunigen. Deshalb sollte Kaffee möglichst luftdicht, trocken und vor Licht geschützt aufbewahrt werden. 

Was gilt für die tägliche Zubereitung im Alltag?

Wer Filterkaffee mag, muss allerdings nicht auf die Zubereitungsart verzichten, um dennoch frischen und aromatischen Kaffee zu bekommen. Eine Kaffeemühle genügt, um ganze Bohnen unmittelbar vor dem Aufbrühen zu mahlen. Der Vorteil besteht vorwiegend darin, dass die Zeit zwischen dem Mahlen und dem Aufbrühen kurz gehalten werden kann. Wer dagegen bereits vorgemahlenen Kaffee verwendet, sollte darauf achten, dass das Pulver möglichst gut vor Sauerstoff, Licht, Wärme und Feuchtigkeit geschützt aufbewahrt wird. Übrigens hängt die Verträglichkeit von Kaffee von weiteren Faktoren ab als nur von der Anzahl der getrunkenen Tassen – auch Tageszeit, Zubereitungsart und individuelle Koffeinempfindlichkeit sind für empfindliche Kaffeetrinker relevant.

Zusätzlich spielen auch die Qualität des Rohkaffees, der Röstgrad, der Mahlgrad, die Dosierung, die Wassertemperatur und die jeweilige Zubereitungsmethode eine Rolle bei der Zubereitung eines richtig guten Kaffees. Auch der Deutsche Kaffeeverband weist darauf hin, dass die richtige Abstimmung von Mahlgrad und Zubereitung entscheidend für die Extraktion ist.

Für den Alltag und die tägliche Zubereitung zu Hause lässt sich deshalb eine Faustregel ableiten: Wer möglichst viel Kontrolle über Mahlgrad und Frische haben möchte, kann ganze Bohnen kaufen und diese unmittelbar vor dem Brühen des Filterkaffees mahlen. Denn Filterkaffee ist weiterhin eine unkomplizierte und schnelle Zubereitung mit einem gewissen Nostalgiegrad. 

Mehr zum Thema: Latte macchiato, Milchkaffee und Café au lait gehören zu den beliebtesten Kaffeespezialitäten. Doch obwohl alle drei mit Milch zubereitet werden, gibt es deutliche Unterschiede bei Zutaten, Geschmack und Zubereitung. 

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