Vignette, Streckenmaut, digitale Kennzeichenerfassung: Europas Mautsystem ist 2026 vielfältiger und teils strenger als je zuvor. Was du auf Reisen beachten musst.
An der Grenze fängt der Urlaub für viele an – und dort beginnen auch die ersten teuren Missverständnisse. Österreich kassiert für die Vignette, Slowenien droht mit bis zu 800 Euro Bußgeld, Kroatien schafft seine Mautstationen noch 2026 ab, und in der Schweiz gibt es schlicht keine Kurzzeit-Option.
Dieser Überblick erklärt, was Maut und Vignette eigentlich bedeuten und wie sich die Systeme in 19 europäischen Ländern unterscheiden – geordnet nach den typischen Reiserouten der Deutschen. Dazu gibt es alle Preise 2026, die wichtigsten Bußgelder, Hinweise zu Umweltzonen wie LEZ und Crit'Air sowie ein FAQ zu den häufigsten Fragen rund um Autobahn, Tunnel, Transponder, ADAC-Mautbox und Co.
Vignetten und Maut: Das gilt für Urlauber in Reiseländern und Nachbarländern
Wer in den Sommerferien mit dem Auto ins Ausland aufbricht, begegnet früher oder später einer unvermeidlichen Realität: Fast jedes europäische Nachbarland kassiert für die Nutzung seiner Autobahnen. Mal ist es eine Klebevignette an der Windschutzscheibe, mal eine digitale Registrierung per Kennzeichen, mal eine Mautstation am Straßenrand. Die Regeln unterscheiden sich teils erheblich – und Unwissenheit schützt vor Bußgeldern nicht.
Das Wort Maut ist uralt: Es leitet sich vom mittelhochdeutschen mûte und dem althochdeutschen mûta ab, die wiederum auf das mittellateinische multa (Abgabe, Strafe) zurückgehen. Schon im Mittelalter bezeichnete "Maut" eine Gebühr, die Händler und Reisende an Brücken, Stadttoren oder Flussübergängen entrichten mussten – der Vorläufer der heutigen Autobahngebühr. In Österreich und Bayern ist das Wort bis heute im Alltagsgebrauch lebendig; in Norddeutschland setzt sich eher der Begriff "Straßenbenutzungsgebühr" oder schlicht "Gebühr" durch.
Grundsätzliches: Zwei Systeme, viele Varianten – was "Maut" und "Vignette" eigentlich bedeuten?
Die Vignette stammt aus dem Französischen: vignette bedeutet ursprünglich "kleines Weinrebenornament" und bezeichnete seit dem 17. Jahrhundert kleine dekorative Illustrationen oder Aufkleber. Im verkehrssprachlichen Sinne – also als Berechtigungsnachweis für die Autobahnnutzung – etablierte sich der Begriff erst im 20. Jahrhundert, als die Schweiz 1985 als eines der ersten europäischen Länder die Jahresvignette einführte. Österreich folgte 1997. Der Begriff hat sich seither als Fachbegriff in ganz Europa durchgesetzt, auch wenn die zugrunde liegenden Systeme von Land zu Land erheblich variieren.
Heute kennt Europa im Wesentlichen zwei Mautmodelle. Das Vignettensystem verlangt eine pauschale Gebühr, die das Befahren von Autobahnen und Schnellstraßen eines Landes für einen bestimmten Zeitraum erlaubt – unabhängig davon, wie viele Kilometer dabei zurückgelegt werden. Das Streckenmautsystem hingegen rechnet kilometergenau ab: An Mautstationen oder per elektronischem Transponder wird erfasst, welche Strecke gefahren wurde.
Hinzu kommen in manchen Ländern Sondermautpflichten für einzelne Tunnel, Gebirgspässe oder Brücken – selbst dann, wenn für das übrige Autobahnnetz bereits eine Vignette erworben wurde. Wer ohne gültige Vignette oder Mautquittung unterwegs ist, muss teils empfindliche Strafen einkalkulieren. Wie der ADAC auf seiner Übersichtsseite zu Maut in Europa erläutert, drohen in Slowenien bis zu 800 Euro, in Österreich ab 200 Euro, in der Schweiz rund 217 Euro zuzüglich der Vignettenkosten und in Tschechien ab 205 Euro. Am günstigsten kommen Mautsünder in Ungarn davon – dort beginnt die Ersatzmaut bei 50 Euro. Grundsätzlich gilt: Die Strafen in Osteuropa fallen tendenziell moderater aus als in der Schweiz, Slowenien oder Tschechien – doch mit Blick auf den Aufwand einer Rückreise oder Nachzahlung lohnt die Vignette in jedem Fall.
So ist dieser Überblick aufgebaut
Die Länder in diesem Artikel sind nicht alphabetisch oder nach Beliebigkeit sortiert, sondern nach den typischen Reiserouten deutscher Urlauber. Das hat einen praktischen Grund: Wer mit dem Auto in den Süden fährt, durchquert meist mehrere Länder hintereinander – und muss die Regeln für jede Station kennen, bevor er losfährt.
Die Gliederung in Route Süd, Route West, Route Ost und Nachbarn & Norden erleichtert es, die eigene Reiseroute schnell zu erfassen und nur die relevanten Abschnitte zu lesen. So findet jeder Urlauber die für ihn wichtigen Informationen, ohne den gesamten Artikel durcharbeiten zu müssen.
Dass das Thema Maut und Vignette für so viele Reisende relevant ist, liegt auch an klaren Trends bei der Reiseplanung: Italien hat sich 2026 zum beliebtesten Autoreiseziel der Deutschen entwickelt – noch vor Österreich und Kroatien, was die Frage nach Mautstrecken, Streckenmaut und ZTL-Zonen aktueller macht denn je.
Route Süd – Österreich, Schweiz, Slowenien, Kroatien, Italien, Griechenland
Für wen? Wer von Deutschland Richtung Adria, Toskana, Sizilien oder griechische Inseln fährt, nimmt typischerweise diese Route. Sie ist die meistbefahrene Urlaubsroute der Deutschen und führt durch mehrere aufeinanderfolgende Mautländer – oft ohne Pause dazwischen. Wer hier unvorbereitet startet, zahlt an jeder Grenze drauf. Besonders teuer kann es bei Verstößen in Slowenien werden (bis zu 800 Euro Bußgeld) – das günstigste Bußgeld dieser Route droht in Griechenland, wo bei nicht gezahlter Streckenmaut zunächst vergleichsweise moderate Nachforderungen anfallen.
Österreich: Vignette 2026 – Das Pickerl wird digital
Direkt hinter der Grenze beginnt in Österreich die Mautpflicht – und wer unvorbereitet auf die Autobahn fährt, riskiert sofort ein saftiges Bußgeld. Das Nachbarland ist für Millionen Deutsche der erste mautpflichtige Staat auf dem Weg in den Süden. Wer auf dem Weg nach Italien die Brennerautobahn oder die Tauernautobahn nutzt, sollte zudem wissen: Auf beiden Strecken sind bis weit in die 2030er Jahre umfangreiche Bauprojekte geplant, die in der Ferienzeit regelmäßig zu langen Staus führen – eine frühzeitige Abfahrt oder die Nutzung von Ausweichrouten kann sich lohnen.
Vignettenpflicht gilt auf allen Autobahnen und Schnellstraßen für Pkw bis 3,5 Tonnen.
Stationärer Kauf: an Grenzübergängen, Tankstellen und ADAC-Geschäftsstellen
Klebevignetten müssen vor Fahrtantritt außen an der Innenseite der Windschutzscheibe angebracht werden – unvollständig aufgeklebte Vignetten gelten als ungültig.
Zusätzlich zur Vignette fallen Streckenmautgebühren auf bestimmten Streckenabschnitten und Tunneln an, etwa Brennerautobahn, Arlberg-Tunnel (13 Euro), Tauern- und Katschberg-Tunnel (15 Euro) oder Gleinalm-Tunnel (12 Euro).
Die Großglockner Hochalpenstraße kostet extra: 46,50 Euro für den Pkw.
Wohnmobile über 3,5 Tonnen unterliegen einem anderen Tarifsystem (fahrleistungsabhängige Maut).
Bußgeld/Strafe: Dem ADAC zufolge beträgt die Ersatzmaut bei fehlender Vignette für Pkw 200 Euro; bei einem regulären Bußgeld werden ab 300 Euro fällig. Wer mit einer beschädigten oder manipulierten Vignette erwischt wird, muss ebenfalls mit dem vollen Bußgeld rechnen.
Schweiz: Maut 2026 – Jahresvignette oder gar nicht
Klein, aber kostspielig für Mautsünder: Die Schweiz ist kein EU-Mitglied und macht beim Thema Maut ihre eigenen Regeln. Für viele Urlauber, die in Richtung Tessin, Wallis oder zu den Seen Norditaliens reisen, ist das Alpenland ein unvermeidliches Transitland. Das Bußgeld bei fehlender Vignette fällt mit rund 217 Euro plus Vignettenpreis spürbar aus – da die Jahresvignette selbst nur 44,50 Euro kostet, wäre die Ersparnis durch Nichtbezahlung denkbar gering.
Die Schweiz kennt ausschließlich die Jahresvignette – Kurzzeit-Optionen gibt es nicht.
Preis 2026:40 CHF (circa 44,50 Euro), sowohl als Klebe- als auch als digitale Variante – laut ADAC blieben die Kosten gegenüber dem Vorjahr stabil.
Gültig ist die Vignette jeweils 14 Monate: vom 1. Dezember des Vorjahres bis 31. Januar des Folgejahres.
Klebevignetten sind an der Innenseite der Windschutzscheibe anzubringen – nicht im Zubehörfach aufzubewahren.
Stationärer Kauf: an Grenzübergängen, Tankstellen und Poststellen
Für Tunnel wie den Großen St. Bernhard (33,50 Euro) fällt eine separate Gebühr an; der Gotthard-Straßentunnel ist mit der Vignette abgedeckt.
Die Autoverladung am Lötschberg-Tunnel kostet 28 CHF (an Wochenenden und Feiertagen: 31 CHF).
Bußgeld/Strafe: circa 217 Euro zuzüglich Vignettenkosten. Eine Rückerstattung der Vignette nach einem Kontrollverstoß ist nicht möglich.
Wer bei der Reiseplanung neben der Maut auch die Gesamtkosten im Blick hat, findet in einem Ländervergleich zu Lebenshaltungskosten im Urlaub nützliche Hinweise: Während Skandinavien und die Schweiz deutlich teurer als Deutschland sind, liegt Osteuropa preislich oft weit darunter.
Slowenien: Maut 2026 – kompaktes Land, die höchsten Bußgelder der Route
Slowenien ist mehr als nur ein Durchgangsland auf dem Weg an die Adria: Mit dem Triglav-Nationalpark, dem Bleder See und der Hauptstadt Ljubljana hat das kleine Land viel zu bieten. Wer es ohne Vignette betritt, begeht jedoch einen teuren Fehler – Slowenien verhängt die höchsten Bußgelder für Mautverstöße auf der gesamten Südroute und zählt damit zu den strengsten Mautländern Europas überhaupt.
Vignettenpflicht auf allen Autobahnen und Schnellstraßen für Pkw bis 3,5 Tonnen.
Das System ist vollständig digital – keine Klebevignette mehr.
Preise 2026 (Pkw): sieben Tage: 16 Euro, ein Monat: 32 Euro, Jahresvignette: 117,50 Euro.
Stationärer Kauf: an ADAC-Geschäftsstellen und Tankstellen nahe der Grenze
Wer von Deutschland über Österreich nach Kroatien fährt, muss zwingend die slowenische Vignette erwerben – Slowenien ist auf dieser Route kaum zu umgehen.
Für den Karawanken-Tunnel (Grenze Österreich–Slowenien) fällt eine zusätzliche Tunnelgebühr von neun Euro an.
Bußgeld/Strafe:300 bis 800 Euro; bei Sofortzahlung am Ort: 150 Euro. Die Kontrollen erfolgen automatisiert per Kennzeichenabgleich – Unwissenheit schützt nicht vor der Strafe.
Wie der ADAC in seiner Slowenien-Mautübersicht vermerkt, sind die Küstenstraßen H5 und H6 zwischen der Landesgrenze zu Italien und Izola seit Januar 2026 vorübergehend vignettenfrei.
Kroatien: Maut 2026 – Streckenmaut statt Vignette
Kroatien ist eines der beliebtesten Reiseziele überhaupt für deutsche Urlauber – und wer mit dem Auto an die Adria fährt, begegnet einem anderen Mautsystem als in den Transitländern zuvor. Klebepickerl oder E-Vignette? Fehlanzeige. In Kroatien wird an klassischen Mautstationen kassiert – doch das ändert sich noch 2026.
Kroatien erhebt eine streckenabhängige Maut ohne Vignettenmodell.
Bezahlung an Mautstationen: per Bargeld (Euro), Kreditkarte oder Transponder (ADAC-Mautbox Premium).
Richtwert: Auf der A1 von Zagreb bis Split fallen für einen Pkw circa 25 bis 35 Euro an.
Auf der Istrien-Route (Istarski Ipsilon, Y-Autobahn) gelten eigene Mautgebühren; die ADAC-Mautbox ist dort nicht einsetzbar.
Im Sommer sind lange Wartezeiten an Mautstationen möglich – frühzeitiges Aufbrechen oder Nutzung von Kreditkarte/Transponder spart Zeit.
Fähren zu Inseln wie Hvar, Brač oder Korčula sind separate Buchungen und nicht Teil der Straßenmaut.
Bußgeld/Strafe: Wer die Mautstation passiert, ohne zu zahlen, wird per Kamera erfasst. Nachforderungen werden an die Halteradresse zugestellt; zusätzlich fallen Verwaltungsgebühren an. Nach Umstellung auf das Free-Flow-System wird die automatische Kennzeichenerfassung lückenloser – das Risiko unbeabsichtigter Verstöße steigt.
Dem ADAC zufolge ist ab September 2026 die Einführung einer Videomaut (Free Flow) auf weiteren kroatischen Autobahnabschnitten geplant. Konkret bedeutet das: Alle bisherigen Mautstationen sollen durch ein volldigitales Free-Flow-System ersetzt werden, das Kennzeichen automatisch per Kamera erfasst – Barzahlung vor Ort wird dann nicht mehr möglich sein. Wer keine ADAC-Mautbox nutzt, sollte sich vorab unter einer der offiziellen kroatischen Plattformen registrieren. Für Urlauber, die konkret wissen wollen, was an der kroatischen Mautgrenze ab 2026 auf sie zukommt, liefert ein detaillierter Überblick zu Regeln, Mautbox und Kennzeichenerfassung wichtige Hintergrundinformationen.
Italien: Maut 2026 – komplexes System, lang gespeicherte Forderungen
Italien erhebt eine kilometerabhängige Streckenmaut auf fast allen Autobahnen.
Bezahlung per Bargeld, Kreditkarte, Mautbox (Telepass/ADAC-Mautbox) oder per Prepaid-Karte möglich.
Auf Strecken nördlich und östlich von Mailand sowie südlich von Turin ist eine Vorabregistrierung im Internet notwendig.
Bei bereits offener Schranke an einer Mautstation: zwingend die Hilfetaste ("auto-help", "assistenza") drücken und Quittung entnehmen – sonst droht Nachforderung.
In Städten wie Mailand, Florenz und Rom gelten ZTL-Zonen (Zone a Traffico Limitato – gesperrte Innenstadtzonen, in die nur bestimmte Fahrzeuge einfahren dürfen); wer ohne Genehmigung einfährt, riskiert hohe Bußgelder, die häufig erst Wochen später per Post zugestellt werden.
Zugelassene Autos aus Deutschland brauchen keine gesonderte Umweltplakette, sollten aber die ZTL-Grenzen strikt beachten.
Wohnmobile über 3,5 Tonnen werden nach Achszahl und Fahrzeugklasse eingestuft und zahlen entsprechend mehr.
Bußgeld/Strafe: Wer rückwärts an einer Mautstation zurückfährt und dabei gefilmt wird, zahlt laut ADAC 419 Euro. Nicht bezahlte Mautforderungen können bis zu zehn Jahre nachgefordert werden. ZTL-Verstöße werden mit 80 bis 600 Euro geahndet, je nach Zone und Wiederholungsfall.
Griechenland: Maut 2026 – Streckenmaut auf dem Weg in den Süden
Wer Griechenland mit dem Auto bereist, reist weit – und zahlt auf modernen Autobahnen streckenbezogen. Das Fernstraßennetz wurde in den vergangenen Jahren stark ausgebaut und führt mittlerweile von der nordgriechischen Grenze bis weit auf den Peloponnes. Die Bußgelder für nicht bezahlte Maut fallen hier im Vergleich zu anderen Ländern der Südroute moderat aus – das ändert jedoch nichts daran, dass Nachforderungen auch nach der Heimkehr noch eintreffen können.
Griechenland erhebt eine streckenbezogene Maut auf Autobahnen und Schnellstraßen.
Bezahlung per Bargeld oder Kreditkarte an Mautstationen; Transponder-Systeme (e-pass) sind verfügbar.
Richtwert: Von der mazedonischen Grenze (Evzonoi) bis Athen fallen circa 25 bis 30 Euro an.
Die Rio-Antirrio-Brücke über den Korinthischen Golf kostet extra: circa 13,80 Euro für Pkw.
Nicht alle Straßen sind mautpflichtig; Landstraßen und viele Verbindungen auf den Inseln bleiben kostenfrei.
Im Hochsommer sind Mautstationen auf Ferienrouten stark frequentiert – Kreditkarte bereithalten spart Zeit.
Bußgeld/Strafe: Bei nicht bezahlter Maut drohen Nachforderungen inklusive Verwaltungsgebühren, die per Post zugestellt werden. Wer die Mautstation passiert, ohne anzuhalten oder zu zahlen, riskiert zusätzlich ein Bußgeld von bis zu 100 Euro.
Gut zu wissen: Gemäß der ADAC-Übersicht zu Griechenland empfiehlt sich für Vielfahrer die Nutzung des elektronischen Mautsystems e-pass, das an allen Mautstationen akzeptiert wird und Wartezeiten deutlich verkürzt.
Route West – Frankreich, Spanien, Portugal
Für wen? Wer in Richtung Atlantikküste, Côte d'Azur, Barcelona oder die Algarve fährt, durchquert die westeuropäischen Mautländer. Frankreich ist dabei das teuerste, Spanien im Wandel – und Portugal hat ein eigenes digitales System, das viele Urlauber überrascht. Bußgelder fallen auf dieser Route vor allem dann an, wenn Mautzahlungen im vollautomatischen System vergessen oder Umweltzonen in Städten missachtet werden.
Frankreich: Maut 2026 – eines der teuersten Mautländer Europas
Frankreich erhebt eine streckenbezogene Maut an Mautstationen bei Auf- und Abfahrt.
Bezahlung möglich per Bargeld, Kreditkarte oder elektronischem Transponder (zum Beispiel ADAC-Mautbox).
Richtwert: Eine Fahrt von der deutschen Grenze bis Paris kostet auf mautpflichtigen Strecken für einen Pkw rund 30 bis 40 Euro; Paris bis Marseille rund 50 bis 65 Euro.
Der Mont-Blanc-Tunnel zwischen Frankreich und Italien kostet 55,50 Euro pro Pkw.
Auf bestimmten Strecken – unter anderem A13, A14, A79 nördlich von Lyon und A4 bei Metz – ist eine Vorabregistrierung im Internet erforderlich.
Für Fahrten in Paris und andere Städte mit Umweltzonen ist eine Crit'Air-Plakette nötig (eine farbcodierte Umweltplakette, die zeigt, welche Schadstoffklasse das Fahrzeug erfüllt); die Beantragung sollte mindestens zehn Tage vor Reisebeginn online erfolgen.
Auf einigen Autobahnabschnitten gibt es vollautomatische Mautstationen ohne Personal – Barzahlung ist dort nicht möglich.
Wohnmobile und Gespanne werden teurer eingestuft; die Klassifizierung hängt von Höhe und Achszahl ab.
Bußgeld/Strafe: Wer eine Mautstation ohne Bezahlung passiert, erhält eine Nachforderung; bei Nichtzahlung können Verwaltungsgebühren und Mahnkosten hinzukommen. Das Fahren ohne Crit'Air-Plakette in einer Umweltzone kostet bis zu 135 Euro.
Wie der ADAC in seiner Länderübersicht zu Frankreich erläutert, kann die ADAC-Mautbox Standard auf französischen Autobahnen (für Fahrzeuge bis drei Meter Höhe) eingesetzt werden und ermöglicht das Passieren der Mautstationen ohne Anhalten. Wer Frankreich 2026 bereist, sollte neben den Mautkosten auch die touristischen Neuerungen im Blick haben: Wiedereröffnungen, neue Sehenswürdigkeiten und veränderte Infrastruktur können die Reiseroute und damit auch die anfallenden Mautkosten beeinflussen.
Spanien: Maut 2026 – System im Wandel
Das Land der Sonne war lange für sein dichtes Netz an kostenpflichtigen Autobahnen bekannt – doch Spanien reformiert sein System seit einigen Jahren erheblich. Zahlreiche ehemals gebührenpflichtige Strecken wurden freigegeben; der Flickenteppich aus maut- und mautfreien Abschnitten erfordert jedoch gute Vorbereitung.
Spanien erhebt streckenbezogene Maut auf Teilen des Autobahnnetzes (Autopistas); viele Strecken sind inzwischen mautfrei (Autovías).
Bezahlung per Bargeld, Kreditkarte oder elektronischem Transponder an Mautstationen.
Im Baskenland (Strecke A-636) ist eine Vorabregistrierung im Internet erforderlich.
Auf der Insel Mallorca und anderen Balearen gibt es keine Autobahnmaut.
In Städten wie Barcelona und Madrid gelten Umweltzonen mit Zufahrtsbeschränkungen – eine Plakette kann für Ausländer erforderlich sein.
Die ADAC-Mautbox ist auf spanischen Autopistas nutzbar (ausgenommen AP-1).
Reisende sollten vorab prüfen, ob die geplante Route über mautpflichtige Abschnitte führt – Navigationssysteme sind dabei oft hilfreicher als pauschale Angaben.
Bußgeld/Strafe: Bei Nichtbezahlung der Maut werden Nachforderungen inklusive Bearbeitungsgebühren ausgestellt. Verstöße gegen Umweltzonenzufahrten in Madrid (Madrid Central) oder Barcelona können mit 90 bis 500 Euro geahndet werden.
In der Länderübersicht zu Spanien empfiehlt der ADAC, die geplante Route vorab auf mautpflichtige Abschnitte zu prüfen – da sich das System seit der Abschaffung vieler Gebühren laufend ändert, sind aktuelle Navigationsdaten verlässlicher als ältere Reiseführer.
Portugal: Maut 2026 – digitales System überrascht viele Urlauber
Portugal wird oft als lohnenswertes Ziel am Ende der Westroute unterschätzt – und ebenso oft überrascht das dortige Mautsystem unvorbereitete Urlauber. Denn Portugal erhebt auf fast allen Autobahnen Maut, die überwiegend elektronisch und ohne Schranken erfasst wird. Wer das nicht weiß, fährt unbemerkt durch Mautportale und erhält Wochen später eine Rechnung per Post.
Portugal erhebt auf fast allen Autobahnen eine streckenabhängige elektronische Maut (Via Verde-System) – Kennzeichen werden per Kamera erfasst, eine Schranke gibt es meist nicht.
Ausländische Fahrzeuge ohne portugiesischen Via-Verde-Transponder können sich vorab über den Dienst EASYtoll oder die ADAC Mautbox registrieren lassen.
Alternativ: ADAC-Mautbox Standard – wird am Via-Verde-System akzeptiert
Wer weder Transponder noch Vorabregistrierung hat, kann an einigen Mautstationen per Kreditkarte oder Bargeld zahlen – aber längst nicht überall.
Auf der A22 (Via do Infante) in der Algarve gilt Mautpflicht; die Strecke ist bei Urlaubern besonders beliebt und wird häufig unbezahlt durchfahren.
Richtwert: Wer von der spanischen Grenze bis Lissabon fährt, zahlt auf mautpflichtigen Abschnitten rund 20 bis 30 Euro.
Bußgeld/Strafe: Bei nicht bezahlter Maut droht zunächst eine Nachforderung; bei Nichtzahlung steigt der Betrag durch Mahngebühren und Verwaltungskosten deutlich an. Wer dauerhaft nicht zahlt, riskiert ein formelles Bußgeld ab circa 25 Euro zuzüglich der ausstehenden Mautgebühren. Nachforderungen können auch Monate nach der Reise noch eintreffen.
Die ADAC Mautbox Standard ist auf portugiesischen Autobahnen einsetzbar und wird am Via-Verde-System akzeptiert.
Laut ADAC-Empfehlung ist die Vorab-Registrierung über EASYtoll die einfachste Lösung für Urlauber ohne Transponder – sie ermöglicht die Nutzung aller mautpflichtigen Strecken ohne Unterbrechung der Fahrt.
Für wen? Wer Prag, Budapest, die polnische Ostseeküste, die Karpaten oder das Schwarze Meer ansteuert, fährt durch Mittel- und Osteuropa. Die gute Nachricht: Viele dieser Länder setzen auf günstige E-Vignetten, die sich bequem vorab kaufen lassen. Die schlechte: Wer es vergisst, zahlt teils empfindliche Bußgelder. Mit Tschechien hat diese Route einen der strengsten Mautkontrolleure Europas – Bußgelder von bis zu 830 Euro sind möglich.
Tschechien: Vignette 2026 – rein digital, kein Kleber
Böhmische Wälder, barocke Städte und eine der meistbefahrenen Transitrouten Mitteleuropas: Tschechien liegt für viele deutsche Urlauber direkt auf dem Weg nach Österreich, Slowenien oder Kroatien. Praktisch dabei: Das Land verzichtet vollständig auf Klebeaufkleber. Weniger praktisch: Das Bußgeldsystem ist eines der schärfsten in Europa – wer die digitale Vignette vergisst, zahlt ein Vielfaches des eigentlichen Vignettenpreises.
In Tschechien gilt eine E-Vignette für alle Pkw bis 3,5 Tonnen – ausschließlich digital, keine Klebevariante.
Preise 2026: 10-Tages-Vignette: circa 12,37 Euro, 1-Monats-Vignette: circa 19,80 Euro, Jahresvignette: circa 106 Euro (Preise je nach aktuellem Wechselkurs zur tschechischen Krone).
Stationärer Kauf: bei autorisierten Händlern nahe der Grenze
Motorräder sind von der Vignettenpflicht ausgenommen.
Einige Autobahnabschnitte und Schnellstraßen sind mautfrei, darunter bestimmte Umgehungsstraßen.
Bußgeld/Strafe:205 bis 830 Euro – Tschechien gehört damit zu den teuersten Mautsünder-Ländern Europas. Kontrollen erfolgen automatisch per Kennzeichenabgleich an Mautportalen.
Wer von Deutschland über Österreich nach Kroatien fährt, benötigt dort zusätzlich die slowenische Vignette – nicht die tschechische.
Slowakei: Vignette 2026 – E-Vignette mit mehreren Laufzeiten
Weniger bekannt als seine Nachbarn, aber landschaftlich beeindruckend: Die Slowakei zieht immer mehr Reisende an, die die Hohe Tatra, Bratislava oder die Ostslowakei erkunden wollen. Das Mautsystem ähnelt dem tschechischen Modell – die Bußgelder fallen jedoch deutlich moderater aus.
Auch die Slowakei setzt auf eine rein digitale E-Vignette, gebunden an das Kennzeichen.
Preise 2026 (Pkw): ein Tag: 8,10 Euro, zehn Tage: 10,80 Euro, ein Monat: 17,10 Euro, Jahresvignette: 90 Euro.
Die Vignettenpflicht gilt für Autobahnen und Schnellstraßen; Landstraßen sind kostenfrei.
In der Slowakei gilt ein CO₂-differenziertes Tarifsystem für Lkw; für Pkw bleibt das Vignettenmodell maßgeblich.
Bußgeld/Strafe: ab 80 Euro bei fehlender Vignette – damit eines der niedrigsten Bußgelder auf der Ostroute. Kontrollen erfolgen dennoch automatisiert.
Gemäß der ADAC-Übersicht zur Slowakei ist der Online-Kauf der E-Vignette vorab die zuverlässigste Option – an manchen Grenzübergängen sind die Möglichkeiten zur Bezahlung vor Ort begrenzt.
Ungarn: Vignette 2026 – E-Vignette, auch für Durchreisende
Ungarn wird von vielen deutschen Urlaubern als Transitland genutzt – ob auf dem Weg nach Serbien, Kroatien oder in Richtung Rumänien. Das Land setzt auf ein modernes, digitales Vignettenmodell. Im Vergleich zu Tschechien oder Slowenien fällt die Ersatzmaut mit ab 50 Euro relativ gering aus – das sollte aber kein Anreiz sein, auf die Vignette zu verzichten.
In Ungarn gilt eine digitale E-Vignette (nationale Maut, „e-matrica"), gekoppelt an das Kennzeichen.
Preise 2026 (Pkw): zehn Tage: circa 18 Euro, ein Monat: circa 29,20 Euro, Jahresvignette: circa 161,60 Euro (je nach Wechselkurs zum ungarischen Forint).
Auf bestimmten Abschnitten der Autobahn M6 Richtung Pécs kann es zusätzliche Gebühren geben.
Bußgeld/Strafe:Ersatzmaut ab 50 Euro zuzüglich Verwaltungsgebühren. Kontrollen erfolgen per automatischem Kennzeichenabgleich – ein physisches Ticket als Nachweis gibt es nicht.
Wichtiger Hinweis des ADAC: Die E-Vignette sollte grundsätzlich vor Einfahrt auf die mautpflichtige Strecke erworben sein.
Polen: Maut 2026 – teilweise Maut, steigende Gebühren
Zwischen der Ostseeküste und den Tatra-Bergen liegt ein großes und reizvolles Reiseland – und eine Besonderheit: Nicht das gesamte Autobahnnetz ist mautpflichtig. Wer die Schnellstraßen nutzt, fährt oft kostenlos; auf einigen Autobahnen hingegen wird kassiert.
In Polen gibt es eine teilweise Streckenmaut auf bestimmten Autobahnabschnitten (unter anderem A1, A2, A4).
Bezahlung per Bargeld oder Kreditkarte an Mautstationen; auf einigen Abschnitten auch per Transponder.
Im Durchschnitt fallen auf mautpflichtigen Strecken circa zwei bis fünf Euro pro 100 Kilometer an.
Am 1. Januar 2026 wurden die Mautgebühren um vier Prozent bis 6,6 Prozent angehoben, abhängig von der Fahrzeugklasse.
Viele Schnellstraßen (Drogi ekspresowe) sind weiterhin mautfrei.
Es gibt keine landesweite Vignette; die Gebühr wird streckenspezifisch erhoben.
Bußgeld/Strafe: Wer auf mautpflichtigen Abschnitten ohne Bezahlung fährt, riskiert Nachforderungen und Bußgelder – die Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Abschnitt und dem Betreiber; sie beginnt in der Regel bei 50 bis 100 Euro zuzüglich der ausstehenden Mautgebühren.
Rumänien: Vignette 2026 – günstig, aber Straßenzustand beachten
Rumänien lockt mit Karpaten, der Donaudelta-Landschaft und dem berühmten Transfăgărășan-Pass – und gehört zu den kostengünstigeren Mautländern Europas. Auch die Bußgelder für fehlende Vignetten halten sich im Rahmen: Mit ab circa 80 Euro zählt Rumänien zu den günstigeren Pflichtversäumern-Ländern auf dieser Route.
Rumänien verlangt eine digitale E-Vignette (Rovinieta), geknüpft an das Kennzeichen.
Preise 2026 (Pkw): ein Tag: circa 3,50 Euro, zehn Tage: circa sechs Euro, ein Monat: circa 9,50 Euro, zwei Monate: circa 15 Euro, Jahresvignette: circa 50 Euro (je nach Wechselkurs).
Stationärer Kauf: an Tankstellen und Grenzstationen
Das Autobahnnetz ist im Vergleich zu Westeuropa noch im Aufbau; viele Fernstraßen sind Nationalstraßen ohne Mautpflicht.
Auf manchen Abschnitten der A2 (Autobahn in Richtung Constanța/Schwarzes Meer) können separate Gebühren anfallen.
Bußgeld/Strafe: ab circa 80 Euro bei fehlender Vignette; Kontrollen erfolgen sowohl stationär als auch durch mobile Einheiten der Verkehrspolizei.
ADAC-Empfehlung: Online-Kauf der Rovinieta vor Reiseantritt – an der Grenze sind teils lange Wartezeiten möglich.
Bulgarien: Vignette 2026 – relativ günstig, aber Preiserhöhung im vergangenen Herbst
Wer Bulgarien als Reiseziel ansteuert oder es auf dem Weg in die Türkei oder nach Griechenland durchquert, findet ein preiswertes Vignettensystem vor – das allerdings seit Herbst 2025 spürbar teurer geworden ist. Die Bußgelder liegen mit circa 150 Euro im mittleren Bereich der Ostroute.
In Bulgarien gilt eine E-Vignette für Pkw auf Autobahnen und bestimmten Schnellstraßen.
Preise 2026 (Pkw): ein Tag: 4,10 Euro, sieben Tage: 7,70 Euro, ein Monat: 15 Euro, Jahresvignette: 50 Euro (Preise in BGN, je nach Kurs).
Am 1. September 2025 wurden die Mautgebühren um rund zehn Prozent angehoben.
Stationärer Kauf: an Grenzstationen und Tankstellen
Bulgarien ist seit 2024 Mitglied des Schengen-Raums – Grenzkontrollen entfallen für EU-Bürger.
Bußgeld/Strafe: circa 150 Euro bei fehlender Vignette; Kontrollen durch die Verkehrspolizei an stationären und mobilen Kontrollpunkten.
In Bulgarien ist die E-Vignette zwingend vorgeschrieben, unterstreicht der ADAC – eine klassische Klebevariante wird nicht angeboten.
Nachbarn & Norden – Niederlande, Belgien, Dänemark, Schweden, Norwegen
Für wen? Wer die Nordseeküste, Skandinavien oder die Benelux-Länder ansteuert, fährt durch Länder, die für Pkw überwiegend mautfrei sind – aber mit gezielten Ausnahmen bei Brücken, Tunneln und Stadtzufahrten aufwarten. Wer diese Sondergebühren nicht kennt, wird trotzdem zur Kasse gebeten. Bußgelder sind auf dieser Route weniger für Mautverstöße relevant, dafür aber teils erheblich bei Verstößen gegen Umweltzonen oder Stadtzufahrtsregeln.
Niederlande: Maut 2026 – Mautfrei für Autos, aber mit Tunnelgebühren
Das flache Nachbarland überrascht positiv: Auf normalen Autobahnen und Schnellstraßen fällt in den Niederlanden keine Maut an. Gleichwohl sollte man bestimmte Sondergebühren kennen.
Niederländische Autobahnen sind grundsätzlich mautfrei.
Für den Westerscheldetunnel (Verbindung zwischen Zeeland-Flandern und der Halbinsel Zuid-Beveland) wird eine Tunnelgebühr erhoben – für Pkw circa fünf Euro.
In mehreren Städten gelten Umweltzonen; für ältere Dieselfahrzeuge kann eine Einfahrtsregelung gelten.
Ab den frühen 2030er Jahren plant die niederländische Regierung die Einführung eines kilometerabhängigen Mautsystems – zum jetzigen Zeitpunkt gilt das bislang nicht für touristische Reisende.
Bußgeld/Strafe: Ein Verstoß gegen lokale Umweltzonenzufahrtsregeln kann mit 100 bis 370 Euro geahndet werden. Für das Nichtbezahlen der Westerscheldetunnel-Gebühr drohen Nachforderungen.
ADAC-Empfehlung: Reisende, die ältere Dieselfahrzeuge fahren, sollten die lokalen Umweltzonenregeln in Städten wie Amsterdam, Utrecht und Den Haag vorab prüfen.
Belgien: Maut 2026 – mautfrei für Autos, Tunnelgebühr möglich
Ähnlich wie das Nachbarland Niederlande verzichtet Belgien auf eine allgemeine Autobahnmaut für Autos. Doch auch hier gibt es Ausnahmen, die es zu kennen gilt. Wer in Brüssel ohne gültige LEZ-Registrierung einfährt, riskiert ein empfindliches Bußgeld.
Für Pkw und Motorräder ist die Nutzung belgischer Autobahnen kostenlos.
Für Nutzfahrzeuge über 3,5 Tonnen gilt eine kilometerabhängige Maut (Viapass/Satellic).
Der Liefkenshoektunnel bei Antwerpen erhebt eine Tunnelgebühr von circa sechs Euro für Pkw.
In Brüssel gilt eine LEZ (Low Emission Zone – Niedrigemissionszone für Fahrzeuge mit geringem Schadstoffausstoß); Fahrzeuge ohne ausreichende Umweltklasse müssen eine Tageskarte kaufen oder sind von der Einfahrt ausgeschlossen.
Bußgeld/Strafe: Das Einfahren in die Brüsseler LEZ ohne gültige Registrierung oder Tageskarte wird mit bis zu 350 Euro bestraft. Die Überwachung erfolgt per Kennzeichenkamera an den Zufahrten.
Dänemark: Maut 2026 – keine Autobahnmaut, aber Brückengebühren
Wer Dänemark per Auto erkundet, wird auf der Fahrt durch das Land selbst nicht für die Nutzung der Autobahn zur Kasse gebeten – wohl aber beim Überqueren der berühmten Meeresquerungen. Bußgelder für Verstöße an den Mautstationen der Brücken fallen moderat, aber messbar aus.
Allgemeine Autobahnmaut gibt es in Dänemark nicht für Pkw.
Die Storebæltbroen (Große-Belt-Brücke) zwischen Fünen und Seeland kostet circa 37 Euro für Pkw.
Die Øresundbrücke (Verbindung Kopenhagen–Malmö) kostet circa 67 Euro für Pkw (je nach Zahlungsart und Richtung).
Bezahlung per Kreditkarte, BroBizz-Transponder oder Bargeld an Mautstellen.
Für Fahrzeuge ab zwölf Tonnen gilt seit Januar 2025 ein kilometerbasiertes Mautsystem; für normale Pkw ist das nicht relevant.
Bußgeld/Strafe: Wer die Brückenmaut nicht zahlt, erhält eine Nachforderung; bei Nichtreaktion folgt ein formelles Bußgeld. An der Øresundbrücke wird die Zahlung zwingend vor der Einfahrt verlangt – ein Passieren ohne gültige Zahlung ist technisch nicht möglich.
Für Vielnutzer der Øresundbrücke lohnt sich die Anmeldung beim BroBizz-Transponder, der gegenüber der Barzahlung teils günstigere Tarife bietet.
Schweden: Maut 2026 – mautfrei auf der Autobahn, Staugebühren in Städten
Schweden überrascht viele Urlauber positiv: Auf Autobahnen und Fernstraßen ist das Fahren grundsätzlich kostenlos. Wer jedoch durch Stockholm oder Göteborg fährt, begegnet einem automatischen Gebührensystem – und wer nicht zahlt, dem flattert die Rechnung nach der Heimkehr ins Haus.
Auf Autobahnen und Fernstraßen gibt es grundsätzlich keine allgemeine Maut für Pkw.
In Stockholm, Göteborg und Motala gelten Congestion Taxes (Staugebühren, die für die Einfahrt in Stadtgebiete zu verkehrsreichen Zeiten erhoben werden) – Kameras erfassen Kennzeichen automatisch, Rechnungen werden per Post zugestellt.
Die Øresundbrücke (von Schweden aus) kostet circa 67 Euro für Pkw – gleiches Ticket wie von dänischer Seite.
Einzelne Tunnel und Brücken können lokale Gebühren erheben.
Bußgeld/Strafe: Wer die Congestion Tax nicht zahlt, erhält eine erhöhte Nachforderung; bei Nichtreaktion droht ein formelles Bußgeld. Die automatische Erfassung per Kamera gilt als lückenlos – auch ausländische Halter werden über das europäische Fahrzeugregister ermittelt.
Gemäß der ADAC-Übersicht zu Schweden werden die Congestion Taxes für ausländische Fahrzeuge automatisch über das Halterregister ermittelt – die Rechnung kann auch noch Wochen nach der Reise eintreffen.
Norwegen: Maut 2026 – Streckenmaut auf vielen Straßen und Tunneln
Norwegen ist nicht EU-Mitglied und hat beim Thema Maut seine ganz eigene Philosophie entwickelt: Statt einer Vignette oder klassischer Mautstationen dominieren Kennzeichenkameras und automatische Abrechnung. Wer die Fjorde erkunden will, zahlt auf fast jeder Strecke – oft, ohne es sofort zu merken. Die Bußgelder sind in Norwegen verhältnismäßig hoch und werden konsequent auch gegenüber ausländischen Fahrzeughaltern durchgesetzt.
Norwegen erhebt auf vielen Straßen, Brücken und Tunneln eine streckenbezogene Maut, erfasst per Kennzeichenkamera.
Die AutoPASS-App oder Registrierung unter autopass.no ermöglicht die einfache Abrechnung; andernfalls werden Rechnungen an die Halteradresse gesendet.
Stadtmautstationen gibt es in Bergen, Oslo und Stavanger.
Bußgeld/Strafe: Wer Mautgebühren nicht begleicht, erhält zunächst eine Mahnung; bei weiterer Nichtzahlung kann ein Bußgeld von bis zu 2000 Norwegischen Kronen (circa 170 Euro) fällig werden – zuzüglich der ausstehenden Mautgebühren. Norwegen greift auf das europäische Fahrzeugregister zurück, um ausländische Halter zu ermitteln.
Der ADAC rät zu einer Vorabregistrierung bei AutoPASS oder einem kompatiblen Dienst, um nach der Reise keine unerwarteten Rechnungen aus Norwegen zu erhalten.
Praktische Tipps für die Reisevorbereitung
Ein strukturierter Blick auf die Route vor Reisebeginn erspart böse Überraschungen. Folgende Punkte helfen dabei:
Reiseroute analysieren: Welche Länder werden transit- oder zielweise durchfahren? Gilt dort Vignetten- oder Streckenmautpflicht?
Vignetten vorab kaufen: Für Österreich, Tschechien, Slowenien, die Slowakei und Ungarn empfiehlt sich der Kauf per App oder im Internet – so entfallen Wartezeiten an der Grenze.
ADAC-Mautbox: Für Frankreich, Italien, Spanien und Portugal bietet sich ein Transponder-System an, das das Anhalten an Mautstationen überflüssig macht.
Wechselkurse beachten: In Ländern außerhalb der Eurozone (Schweiz, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien) werden Preise in lokaler Währung berechnet; Beträge variieren je nach aktuellem Kurs.
Sondermaut einplanen: Tunnel, Alpenpässe und Brücken können trotz vorhandener Vignette zusätzliche Kosten verursachen.
ZTL-Zonen meiden: Wer in italienische Innenstädte fährt, sollte die Durchfahrtverbote für Touristen kennen – Strafen werden oft erst Wochen später zugestellt.
Umweltplaketten besorgen: Frankreich verlangt die Crit'Air-Plakette, Belgien die LEZ-Registrierung für Brüssel – beides ist rechtzeitig vor Reisebeginn zu klären.
Bußgelder im Blick behalten: Die höchsten Strafen bei Mautverstößen drohen in Slowenien (bis zu 800 Euro), Tschechien (bis zu 830 Euro) und der Schweiz (rund 217 Euro plus Vignettenpreis). Am günstigsten kommen Verstöße in Ungarn (ab 50 Euro) und der Slowakei (ab 80 Euro) davon.
Wer noch keine feste Route für den Sommerurlaub 2026 hat, findet in einem aktuellen Überblick zu überraschend günstigen Sommerzielen Inspiration – niedrige Mautgebühren in Ländern wie Rumänien oder Bulgarien können dabei das Reisebudget spürbar entlasten.
FAQ: Häufige Fragen zu Maut und Vignette in Europa
Brauche ich für Österreich eine Vignette? Ja. Auf allen österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen gilt Vignettenpflicht für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Ab 2026 wird das Klebepickerl schrittweise durch die digitale Vignette ersetzt – sie gilt unmittelbar nach dem Kauf, Klebevignetten erst nach dem Anbringen. Die Jahresvignette kostet 2026 106,80 Euro. Wer ohne gültige Vignette fährt, zahlt eine Ersatzmaut von 200 Euro – bei einem regulären Bußgeld ab 300 Euro.
Was kostet die Schweizer Vignette 2026? Die Schweizer Jahresvignette kostet 2026 unverändert 40 Schweizer Franken (circa 44,50 Euro). Eine Kurzzeit-Option gibt es nicht – wer auch nur kurz eine Schweizer Autobahn nutzt, benötigt die Jahresvignette. Das Bußgeld bei fehlender Vignette beträgt rund 217 Euro zuzüglich Vignettenkosten.
Welche Länder brauchen keine Vignette, erheben aber Maut? Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Kroatien, Griechenland, Polen und Norwegen erheben streckenabhängige Maut – ohne Vignettensystem. Dänemark, Schweden, die Niederlande und Belgien sind für Pkw weitgehend mautfrei, erheben aber teils Gebühren für Brücken, Tunnel oder Stadteinfahrten.
Was passiert, wenn ich ohne Vignette durch Slowenien fahre? In Slowenien drohen bei fehlender Vignette Bußgelder zwischen 300 und 800 Euro. Bei Sofortzahlung am Ort reduziert sich die Strafe auf 150 Euro. Slowenien gehört damit zu den strengsten Mautländern in Europa.
Kann ich in Kroatien noch bar an der Mautstation zahlen? Aktuell noch ja – Kroatien akzeptiert Euro-Bargeld und Kreditkarten an den Mautstationen. Bis Ende der Sommersaison 2026 soll jedoch ein volldigitales Free-Flow-System eingeführt werden. Barzahlung vor Ort wird dann nicht mehr möglich sein.
Was ist eine ZTL-Zone in Italien? ZTL steht für Zona a Traffico Limitato – gesperrte Innenstadtzonen in Städten wie Mailand, Florenz und Rom, in die nur bestimmte Fahrzeuge einfahren dürfen. Verstöße werden per Kamera erfasst; Bußgelder von 80 bis 600 Euro werden oft erst Wochen nach der Rückkehr per Post zugestellt.
Brauche ich für Frankreich eine Umweltplakette? Ja, für Fahrten in Paris und viele andere französische Städte mit Umweltzonen ist die Crit'Air-Plakette Pflicht – eine farbcodierte Umweltplakette, die die Schadstoffklasse des Fahrzeugs anzeigt. Die Beantragung sollte mindestens zehn Tage vor Reisebeginn online erfolgen. Verstöße kosten bis zu 135 Euro.
Gibt es in Portugal Maut? Ja. Portugal erhebt auf fast allen Autobahnen eine streckenabhängige elektronische Maut (Via Verde), die überwiegend ohne Schranken per Kamera erfasst wird. Ausländische Fahrzeuge können sich vorab über EASYtoll registrieren oder die ADAC-Mautbox nutzen. Auf der A22 in der Algarve gilt ebenfalls Mautpflicht.
Welche Länder erheben keine Autobahnmaut für Pkw? Niederlande, Belgien, Deutschland und Schweden erheben grundsätzlich keine allgemeine Autobahnmaut für Pkw. In Dänemark gibt es keine Autobahnmaut, aber Brückengebühren. Einzelne Tunnel oder Brücken können auch in mautfreien Ländern kostenpflichtig sein.
Was ist der Unterschied zwischen Vignette und Streckenmaut? Eine Vignette ist eine Pauschalgebühr für die Nutzung des Autobahnnetzes eines Landes für einen bestimmten Zeitraum – unabhängig von der gefahrenen Strecke. Die Streckenmaut wird kilometergenau abgerechnet: Man zahlt nur für die tatsächlich genutzte Strecke, meist an Mautstationen oder per elektronischem Transponder.
Alle Preisangaben sind Stand Mai 2026. Als Quellen dienen der ADAC und offizielle Vignettenportale der jeweiligen Länder. Da Mautgebühren regelmäßig angepasst werden, empfiehlt sich eine Prüfung der aktuellen Tarife kurz vor Reiseantritt.