Datenschützer äußern Bedenken hinsichtlich der möglichen Überwachung durch die Kennzeichenerfassung. Die digitale Registrierung macht es möglich, Bewegungsdaten von Fahrzeugen zu speichern. Zudem könnten Ausweichrouten auf Nebenstraßen stärker belastet werden, wenn Autofahrer versuchen, die Mautkosten zu umgehen.
"Feuerrote" 2026er-Vignette ist die letzte zum Kleben
Für 2026 ist aktuell die letzte analoge Vignette in "feuerrot" erhältlich, bevor sie endgültig verschwindet. Wie der ADAC berichtet, wird sie 106,80 Euro kosten – bevor die Kosten 2027 weiter angepasst werden. Die digitale Vignette kann wie bisher nicht nur online, sondern auch an Kiosken, Tankstellen und Mautstellen gekauft werden. Autofahrer können zwischen einer Mautgebühr für einen Tag, zehn Tage, zwei Monate oder ein ganzes Jahr wählen. Für das Jahr 2026 liegen die Preise zwischen 9,60 Euro und 106,80 Euro.
In Österreich orientieren sich die Mautpreise am Verbraucherpreisindex und steigen jährlich. 2025 kostete die Jahresvignette für Pkw erstmals über 100 Euro. Diese Erhöhungen könnten insbesondere Vielfahrer und Pendler belasten, wie unter anderem die Schwäbische Zeitung berichtet.
Touristen könnten die Umstellung auf digitale Vignetten auf den ersten Blick als praktisch erscheinen, da der Kauf online oder bei Tankstellen im Ausland möglich ist. Dennoch könnten die steigenden Preise und die Notwendigkeit einer digitalen Registrierung abschreckend wirken, vornehmlich für Gelegenheitsnutzer.
Verhaltensregeln für ausländische Autofahrer
Möglicherweise werden ausländische Autofahrer, die Österreich nur auf der Durchreise nutzen, Schwierigkeiten haben, sich rechtzeitig mit dem neuen System vertraut zu machen. Der ADAC betont, dass die Vertriebswege international ausgeweitet werden sollen. Folgende Verhaltensregeln kommen auf ausländische Autofahrer in Österreich zu:
- Kaufe die digitale Vignette rechtzeitig: Laut dem Europäischen Verbraucherzentrum ist die digitale Zwei-Monats- und Jahresvignette bei Online-Bestellung erst am 18. Tag nach dem Kauf gültig. Grund hierfür ist das gesetzlich vorgeschriebene Widerspruchsrecht bei Internetkäufen. Erwirbt man die Vignette hingegen an Tankstellen oder ASFINAG-Verkaufsstellen, ist sie sofort gültig.
- Überprüfe das Kennzeichen: Dem Europäischen Verbraucherzentrum zufolge können Fehler bei der Eingabe des Kennzeichens zu Strafen führen.
- Informiere dich über Verkaufsstellen: Wie der ADAC erklärt, ist die digitale Vignette in Online-Shops, bei Tankstellen und beim ADAC erhältlich.
- Meide betrügerische Fakeshops: Laut Asfinag und dem ÖAMTC solltest du die Vignette nur über vertrauenswürdige Anbieter kaufen.
- Halte dich an die Mautpflicht: Wer die Mautpflicht nicht einhält, riskiert laut dem Europäischen Verbraucherzentrum Ersatzmautgebühren oder Bußgelder.
Digitale Kontrollen: Wer trickst, zahlt drauf
Mit der digitalen Vignette wird das Kontrollsystem auf Österreichs Autobahnen deutlich effizienter – und teurer für alle, die ohne gültige Vignette unterwegs sind. Wer erwischt wird, muss laut Südwest24 eine Ersatzmaut von 120 Euro oder im schlimmsten Fall sogar eine Verwaltungsstrafe von mindestens 300 Euro zahlen; im Extremfall können bis zu 3.000 Euro fällig werden.
Die Kontrollen laufen künftig sowohl durch automatische Kameras als auch durch mobile Einheiten der Polizei, Zollwache und Mautaufsicht. Die Erfassung erfolgt sekundenschnell: Das Kennzeichen wird automatisch abgeglichen und Fehler – etwa falsch eingegebene Nummern oder eine vergessene Registrierung – fallen sofort auf.
Praktisch für alle, die alles richtig machen wollen: Die Gültigkeit der digitalen Vignette lässt sich jederzeit online überprüfen. Wer allerdings die Fristen verpasst oder das Kennzeichen falsch eingibt, riskiert hohe Bußgelder – wie reisereporter.de warnt.
Mit Wohnmobil & Familie: Mauttipps für entspannte Abenteuer
Österreich bleibt ein Traumziel für Wohnmobilfans und Familien – vorausgesetzt, die digitale Vignette stimmt. Für Camper und Wohnmobile unter 3,5 Tonnen reicht sie aus, während größere Fahrzeuge die spezielle Go-Box benötigen, erklärt das Fachportal promobil.de erklärt. Besonders praktisch: Seit Kurzem gibt es eine Tagesvignette, ideal für spontane Ausflüge oder die Durchreise.
Familien und Gruppen sollten bei der Registrierung des Kennzeichens besonders genau sein – denn ein Zahlendreher kann teuer werden. Wer mit Gespann oder Wohnwagen unterwegs ist, sollte sich vorab informieren, welche Strecken zusätzlich mautpflichtig sind. Für Vielreisende durch Europa empfiehlt AlpacaCamping die Anschaffung einer Mautbox, mit der man an vielen Grenzen Zeit spart und entspannt das Abenteuer Österreich genießen kann.
Ebenfalls gut zu wissen: Eine Analyse zeigt, dass Verkehrsverstöße wie Geschwindigkeitsübertretungen oder Alkohol am Steuer in vielen Ländern mit deutlich höheren Bußgeldern geahndet werden als in Deutschland. Auch die Auswirkungen der aktuellen Renovierungsarbeiten an der Brennerautobahn sollte jeder Österreich-Reisende kennen. Alternative Strecken wie der Reschenpass oder die Tauernautobahn können genutzt werden, sind jedoch teilweise ebenfalls von Bauarbeiten betroffen.
Das Pickerl: Ein Stück österreichische Autobahngeschichte
Wenn Österreich "Baba" ("Tschüss") zum "Pickerl" sagt, geht auch eine Ära zu Ende, die für viele Nostalgiker auch mit Urlaubserinnerungen und dem typischen Ritual des "Pickerl-Klebens" verbunden war. In Österreich wird der Begriff "Pickerl" seit Jahrzehnten als Synonym für die klassische Klebevignette verwendet, die den Nachweis für die Bezahlung der Autobahnmaut liefert.
Wie die Asfinag mitteilt, wurde das Pickerl erstmals 1997 eingeführt und erlangte schnell Symbolcharakter. Autofahrer waren verpflichtet, die jährlich wechselnd farbige Vignette gut sichtbar an der Windschutzscheibe anzubringen, um auf österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen fahren zu dürfen. Der Name "Pickerl" leitet sich übrigens vom österreichischen Wort "picken" ab, das "kleben" bedeutet, und beschreibt die einfache Handhabung des Aufklebers.
Tipp für einen Wochenendtrip: Wien besticht mit Sehenswürdigkeiten wie dem Schloss Schönbrunn und dem Stephansdom sowie einer vielfältigen Museumslandschaft. Aber auch der Bodensee ist ein vielseitiges Ausflugsziel: Die Region lockt mit Attraktionen wie der Blumeninsel Mainau, dem Rheinfall und dem Pfänder-Berg. Sowohl Naturliebhaber als auch Kulturinteressierte kommen im Dreiländereck voll auf ihre Kosten.
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