Der oberfränkische Skirennfahrer Jacob Schramm hatte im Januar 2025 einen ernsten Unfall. Wo er heute steht, beeindruckt die Mediziner.
Jacob Schramm aus Grafengehaig im Landkreis Kulmbach lebt für den Skirennsport. Seit seiner Kindheit sammelt er bedeutsame Titel - vom mehrfachen Nordbayerischen Meister (U10) bis zum Siegér des Europacup Super-G in Kvitfjell 2024. Um seine Leidenschaft bestmöglich zu fördern, zog er sogar nach Berchtesgaden. Über den risikobehafteten Sport sagt er im Interview mit inFranken.de: "Der Skisport ist nichts für jemanden, der Sicherheit sucht." Verletzungen seien Berufsrisiko - vor etwa einem Jahr bekam er das gnadenlos zu spüen.
Es passierte am 22. Januar 2025 beim zweiten Training der Speed-Elite in Kitzbühel. Die dortige Piste namens Streif "ist brutal steil", so der 27-Jährige. Es gebe viel Licht- und Schattenwechsel, eisige Untergründe und "am Zielschuss hat man 145 bis zu 150 Stundenkilometer drauf". Ein kleines Loch wurde Schramm bei der Abfahrt zum Verhängnis. Ein Fahrfehler warf ihn aus der Bahn und schließlich in den Fangzaun. "Dann hatte ich einfach nur Unglück", resümiert er.
"Fast ein Wunder": Oberfränkischer Skisportler kämpft sich nach heftigem Unfall zurück
Der Oberfranke riss sich das rechte Kreuzband und zog sich eine Luxation des linken Knies zu. Hierbei wurden Meniskus, Außenband, Sehnen und Muskulatur stark beschädigt. Großes Pech, denn "das sollte normalerweise nicht passieren, wenn man in einen Fangzaun fliegt", sagt der Sportler. Auch Fußball-Ikone Lothar Matthäus ist kürzlich auf Skiern folgenschwer gestürzt. Für Schramm folgten ein Helikopterflug in eine Klinik und drei Operationen. Der Unfall warf den 27-Jährigen derart zurück, dass es zunächst nur darum ging, alltagsfähig zu werden, wie er sich erinnert.
"Bekommt man das alles so hin, dass ich zumindest im Alltag keine Probleme habe?", sei die große Sorge gewesen. Schramms Physiotherapeut verwendete im Bezug auf die Verletzung im linken Knie den Begriff "Jahrhundertbruch". Die meisten Physiotherapeuten würden solch einen Fall maximal einmal im Leben haben, habe er seinem Patienten erählt. "Zum Glück hatte meiner schon vier", fügt Schramm hinzu. Monatelang absolvierte er demnach mehrere Stunden Physiotherapie und die gute medizinische Versorgung erlaubte ihm schleßlich, "wieder an Sport zu denken".
Noch "viel später" sei der Gedanke ans Skifahren gefolgt und dann erst die Idee, wieder an Rennen teilzunehmen. "Die Aussichten waren deutlich negativer, als wie es sich jetzt darstellt. Der Doktor sagte, es ist fast ein Wunder, weil damit rechnen konnte man nicht." Laut dem 27-Jährigen hätte die Verletzung ohne eine derartige Betreuung und auch in einer Amputation enden können.
Kommende Monate werden spannend: Wird Jacob Schramm es zum Weltcup schaffen?
Stattdessen stehe Jacob Schramm jetzt so oft wie möglich auf den Skibrettern, um sich auf lange Sicht auf den Weltcup und die Weltmeisterschaft 2027 zu fokussieren, berichtet er. Stolz blickt er auf den Erfolg zurück, sich als Oberfranke in der Alpenregion behauptet zu haben und freut sich darauf, sich künftig weiter "auf ein neues Level zu heben". Durch den starken Schneefall wurde in der letzten Januarwoche jedoch sogar Nürnberg zum Skigebiet. In den sozialen Medien tauchten außergewöhliche Szenen von der Kaiserburg auf.