• 200 Millionen Vögel sterben jährlich in Deutschland durch Katzen
  • Beute wird totgespielt
  • Australien verbietet lokal bereits Freigängerkatzen

13 Millionen deutsche Hauskatzen hinterlassen ihre Spuren in unserer Umwelt. Vor allem unsere Fauna hat darunter zu leiden. Geschätzt rund 200 Millionen Vögel fallen den Stubentigern jedes Jahr zum Opfer. Hinzu kommen unzählige Kleinsäuger, Reptilien, Amphibien, Insekten und Fische. Meist werden die Beutetiere über mehrere Stunden totgespielt. Die australische Gemeinde Knox, in der Nähe der Metropole Melbourne verhängt aus diesem Grund nun ein Freigängerverbot für Hauskatzen, was von den Katzenhaltern kontrovers diskutiert wird.

Die Katze ist eines unserer beliebtesten Haustiere

Einst fand die Hauskatze als natürlicher Schädlingsbekämpfer Einzug bei uns in Europa. Ihre Vorfahren, die Wildkatzen, kommen ursprünglich aus dem Nahen Osten und wurden dort wahrscheinlich auch vor rund 10.000 Jahren domestiziert.

Als Nützlinge waren sie auf den Bauernhöfen, in der Landwirtschaft und in menschlichen Siedlungen gerne gesehen. Die Hauskatzen mussten sich ihr Futter während ihrer Anfänge selbst erarbeiten und hielten den Menschen lästige Nager wie Mäuse oder Ratten fern. Deshalb wurden die sozialen Tiere von den Menschen gerne aufgenommen. Heutzutage gibt es eine riesige Bandbreite und Auswahl an Katzenfutter, weil wir unsere Stubentiger gerne verwöhnen.

So lieb, anhänglich und verschmust, wie sich die Tiere bei uns im Haus zeigen, desto räuberischer können sie als Freigänger sein. Man schätzt, dass 370 Tierarten durch den Beute-Druck der Katzen gefährdet sind. Das umfasst Kleinsäuger, wie etwa Siebenschläfer, Eichhörnchen, Spitzmäuse oder selten gewordene Insekten. Auch Amphibien und Reptilien, wie beispielsweise unsere einheimischen Eidechsen- oder Schlangenarten, nehmen großen Schaden durch die Hauskatzen. Lese-Tipp: Warum Kaninchen besser als Meerschweinchen sind, erfährst du in unserem Artikel.

Gemeinde bei Melbourne verbietet Freigängerkatzen

Ab 01. Oktober 2021 tritt in Australien, in der Gemeinde Knox, östlich der australischen Metropole Melbourne, das Gesetz in Kraft, dass Hauskatzen das Grundstück nicht mehr verlassen oder streunen dürfen. Bei Gesetzesverstößen drohen hohe Geldstrafen für die Katzenbesitzer.

Auf isolierten Landmassen, wie beispielsweise Australien, oder Inselökosystemen wie der Karibik oder Indonesien, bedeuten eingeschleppte Hauskatzen eine besondere Bedrohung für die endemische Tierwelt. In solchen Ökosystemen gibt es in der Regel kein mit Katzen vergleichbares Raubtier und die Kleintiere sind nicht auf die neuen Beutegreifer angepasst. Ein gutes Beispiel ist Neuseeland, wo nachweislich viele flugunfähige Vogelarten durch eingeschleppte Hausratten und Hauskatzen ausgerottet wurden.

Laut der IUCN gehört die Hauskatze zu den „100 weltweit gravierendsten invasiven Arten“. Empfehlungen, Freigängerkatzen mit Glöckchen auszustatten, die die Beutetiere frühzeitig warnen sollen, sind bisweilen großzügig gescheitert. Genauso wenig hat sich im Lauf der Jahre das Tragen von leuchtend bunten Halstüchern zur Warnung bewährt. In Deutschland können wildernde Hauskatzen im Rahmen des Jagdschutzgesetzes geschossen werden.

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