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WhatsApp-Updates begeistern: Doch Experte warnt vor Daten-"Achillesferse"

Der Messenger-Dienst "WhatsApp" liefert interessante Updates. Allerdings erklärt ein Experte, warum einige Funktionen kritisch zu beurteilen sind. Wie Sie vor allen anderen neue "WhatsApp"-Updates testen können, erfahren Sie hier.
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"WhatsApp" testet in aller Regelmäßigkeit neue Funktionen und nützliche Hilfestellungen. So wird aktuell unter anderem daran gearbeitet, Videochats mit mehr Teilnehmern zu ermöglichen. Auch gezieltere Chat-Suchen, verschlüsselte Cloud-Backups und das Öffnen des Messengers auf mehreren Geräten gleichzeitig stehen im Fokus der Entwickler.

Cybersicherheits-Experte Zak Doffman warnt in einem Beitrag für das US-Wirtschaftsmagazin Forbes jedoch vor der "Achillesferse" der Sicherheit - den Metadaten. Diesen könnte besonders im weiteren Verlauf des Jahres 2020 noch eine entscheidende Bedeutung zukommen. Wer "WhatsApp"-Updates bereits frühzeitig testen will, kann sich gesondert dafür anmelden. inFranken.de erklärt Ihnen, wie das funktioniert.

WhatsApp-Updates: Bekämpfen von Fake-News erleichtert

Unter den neuen "WhatsApp"-Updates, die in der Beta-Version bereits getestet werden können, befinden sich kleinere Neuerungen wie die Möglichkeit, Nachrichten per Datum zu suchen, eine optimierte Verwaltung des Gerätespeichers oder nutzerfreundliche Optionen beim Löschen von Nachrichten und Dateien. "Es gibt sogar ein neues Feature, mit dessen Hilfe man erhaltene Bilder ins Internet weiterleiten kann, um Fake News bekämpfen zu helfen“, erklärt Zak Doffman begeistert.

Gleichzeitig blickt der IT-Experte aber besonders auf die gesellschaftliche Lage in den USA. Denn dort sind im Zuge rassistisch-motivierter Polizeigewalt viele Menschen auf den Straßen, um als Teil der "Black-Lives-Matter"-Proteste ihre Stimmen gegen eben jene Polizeigewalt und Rassismus im Allgemeinen zu erheben.

Doch gerade für Demonstranten gebe es bei "WhatsApp" eine "Achillesferse". Metadaten seien "der stärkste Grund, warum den Demonstranten in den USA und weltweit aktuell geraten wird, von 'WhatsApp' zu einem anderen Messenger zu wechseln." Auch gibt es immer wieder Sicherheitslücken bei "WhatsApp". Eine davon macht sogar ihre Telefonnummer bei Google sichtbar - wie Sie das erkennen können, erfahren Sie hier.

Metadaten können von WhatsApp an Behörden weitergegeben werden

Bei Metadaten geht es nicht um die Nachrichteninhalte selbst, sondern zum Beispiel wie, mit wem und wann man schreibt. Doffman warnt davor, dass diese Daten gespeichert und theoretisch an die Behörden weitergegeben werden können. Mithilfe von Metadaten ließen sich Verhaltensmuster konstruieren und Netzwerke abbilden, so der Cyberexperte.

Zwar geschehe dies aufgrund der äußerst sicheren "Ende-zu-Ende-Verschlüsselung" unter normalen Umständen nicht, doch ist es "WhatsApp" möglich, auf Anfragen der Strafverfolgung gesammelte Metadaten auszuwerten und entsprechend zu verfahren.

Bei anderen Messengern würden Metadaten hingegen gar nicht erst gespeichert werden. Die Situation bei "WhatsApp" beunruhigt auch Doffman, der sich sicher ist: "Metadaten werden dieses Jahr noch in die Schlagzeilen kommen."

Verwendung von Metadaten bei WhatsApp und Facebook: Nutzer verlieren Vertrauen

Immer wieder werden Stimmen laut, dass "WhatsApp" die in seiner App erfassten Metadaten an den "WhatsApp"-Inhaber "Facebook" weitergibt, um dadurch etwa zielgruppengenaue Werbung ausspielen zu können. Auch wenn "WhatsApp" diese Vorwürfe im Mai 2020 zurückwies, so bleibt doch eine gewisse Skepsis bei den Nutzern zurück. Als weiteren Grund für das gesunkene Vertrauen in den Messenger-Dienst sieht Goffman die Anstrengungen von "Facebook", gezielter gegen Kindesmissbrauch im Netz vorgehen zu wollen. So wolle "Facebook" zunächst in seiner "Messenger"-App Metadaten sammeln, um Erwachsene ausfindig zu machen, die Kinder kontaktieren. Gerade weil "Facebook" behaupte, mit einer Chat-Verschlüsselung zu arbeiten, hinterfragt Goffman das Ausmaß der Überwachung: "Das lässt viele Fragen offen - etwa, wie viel über die Kommunizierenden auf beiden Seiten bekannt ist."

Die "Facebook"-Initiative sei für ihn die "größte Bedrohung für unbeeinträchtigte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung." Dabei sucht er nicht zwingend die Schuld bei den Messenger-Diensten. So sei es der Gesetzgeber, der überlege, die jeweiligen Plattformen für kriminelle Handlungen auf ihren Portalen zur Rechenschaft zu ziehen. Daher müssten die Plattformen  von selbst dazu in der Lage sein, solche Inhalte zu erkennen. Der Datenschutz komme bei solchen Vorgängen jedoch deutlich zu kurz: "Die Verschlüsselung von Nachrichten stand schon vor den Protesten im Fokus - und jetzt umso mehr."

WhatsApp: Neueste Beta-Version vorab testen - so geht's

Wer die neuesten Beta-Versionen von "WhatsApp" frühzeitig testen will, kann dies tun, bevor das offizielle Update herauskommt. Während dieses Vorhaben Android-Nutzern früher Komplikationen bereitet hat, ist das nun ziemlich leicht möglich. Wie inside-digital.de berichtet, lässt sich diese nun ganz einfach im "Google Play-Store" finden.

Um ein Beta-Tester von "WhatsApp" zu werden, muss zunächst die Beta-Version von "WhatsApp" aus dem Play-Store heruntergeladen werden. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass die Anmeldung zu dieser Testversion über das auf dem Smartphone angemeldete "Google"-Konto läuft. Da die Freischaltung auf Kontenebene erfolgt, wird folglich auch auf allen anderen Android-Geräten, die das gleiche "Google"-Konto verwenden, die entsprechende Beta-Version verwendet.

Wer nach einer Weile nicht mehr an dem Beta-Programm teilnehmen möchte, kann sich dies auch ganz einfach wieder beenden. Es wird allerdings in diesem Fall empfohlen, die App zu deinstallieren und nach einem Neustart anschließend wieder herunterzuladen. Wichtig: Es gibt nur eine begrenzte Anzahl an zugelassenen Testern - weshalb nicht immer jeder an dem Programm teilnehmen kann.

WhatsApp: Beta-Version auch für iPhone und Windows

Auch beim iPhone ist ein solcher Test-Zugang möglich. Hierfür wird die "Testflight"-App von "Apple" benötigt. Darüber erhält man Zugang zu allen möglichen Beta-Apps. "Windows-Phones" kommen über den "Windows Store" zu den entsprechenden Beta-Versionen.

Was bei der Verwendung von Beta-Versionen allerdings nicht vergessen werden darf: Die Installation ist zum einen freiwillig. Zum anderen handelt es sich dabei um unfertige Versionen, die durchaus fehleranfällig sein können. Unveröffentlichte Neuheiten können somit zwar frühzeitig getestet werden, doch mögliche Probleme sind in keinem Fall ausgeschlossen.

ml