Laut einem neuen Dokument aus dem Bundesfinanzministerium sollten auch Zero-Limonaden von der Zuckersteuer betroffen sein. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil spricht sich nach Widerstand aus der Koalition gegen diesen Vorschlag aus und erklärt, wie es dazu kam.
Update vom 27.08.2026: Klingbeil äußert sich zu kontroversem Zuckersteuer-Entwurf
Ein Vorschlag aus dem Finanzministerium, einen größeren Kreis an Produkten in die Zuckersteuer einzuschließen, hat zu hitzigen Diskussionen geführt. Nun veröffentlichte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) eine Klarstellung in den sozialen Medien.
„Was keinen Sinn ergibt, ist eine Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke“, schreibt Klingbeil in einem Instagram-Beitrag. „Das mache ich nicht. Das wird nicht kommen.“ Es handele sich bei dem Papier nur um einen Arbeitsstand, einen Vorschlag, der intern diskutiert wurde, und nicht um einen politisch geeinten Entschluss. „Solche Debatten sind sinnvoll und notwendig. Am Ende entscheide aber ich, welches Gesetz vorgelegt wird“, so der Minister.
Originalmeldung vom 26.08.2026: Zuckersteuer auch auf Zero-Getränke? Das soll sich ändern
Die geplante Zuckersteuer könnte doch mehr Produkte umfassen, als bisher gedacht. Neben Limonaden sollen auch Säfte, Eistees und Biermischgetränke betroffen sein – und sogar "zuckerfreie" Getränke, wie laut "Bild" aus einem Papier des Bundesfinanzministeriums hervorgeht.
Die Höhe der Steuer soll sich nach dem Zuckergehalt richten. Zero-Getränke, die Süßstoff statt Zucker verwenden, sollen mit einem pauschalen Betrag ebenfalls unter die Steuer fallen.
Dem Papier zufolge wären somit folgende Getränke betroffen:
- Limonade
- Zero bzw. zuckerfreie Limonade
- Saft
- Eistee
- Milchgetränke und Milchalternativen
- Fertigkaffee
- Biermischgetränke
Pro Liter werden je nach Zuckergehalt zwischen 26 Cent und 38 Cent Steuer fällig. Getränke mit Süßstoff würden mit 26 Cent pro Liter besteuert werden. Insgesamt erwartet das Bundesfinanzministerium laut erstem Entwurf zusätzliche Steuereinnahmen von rund 650 Millionen Euro im ersten Jahr nach der Einführung. Im Folgejahr werden "nur" noch 450 Millionen erwartet, da viele Hersteller vermutlich ihre Rezepturen anpassen werden, um eine höhere Abgabe zu vermeiden.