Auch bei der Schuldenhöhe zeigten sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Alleinerziehende Mütter hatten im Durchschnitt Schulden von 34.386 Euro. Bei alleinerziehenden Vätern lag die durchschnittliche Schuldenlast mit 46.219 Euro deutlich höher.
Die meisten Ratsuchenden leben allein
Die größte Gruppe unter den Menschen, die eine Schuldnerberatung aufsuchten, bildeten 2025 Einpersonenhaushalte. Knapp 52 Prozent der beratenen Personen lebten allein. Rund ein Viertel dieser Gruppe nannte gesundheitliche Probleme als wichtigsten Grund für die Überschuldung.
Die durchschnittlichen Verbindlichkeiten von alleinlebenden Menschen lagen bei 32.155 Euro. Auch innerhalb dieser Gruppe gab es Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Alleinlebende Männer hatten im Durchschnitt Schulden in Höhe von 35.293 Euro, alleinlebende Frauen dagegen 27.629 Euro.
Die Daten machen deutlich, dass Überschuldung verschiedene Bevölkerungsgruppen betrifft. Besonders häufig sind Menschen betroffen, deren Lebensumstände sich durch Krankheit, Arbeitslosigkeit oder persönliche Veränderungen plötzlich verschlechtern.
Staatliche Stellen sind häufigste Gläubiger
Viele überschuldete Menschen haben nicht nur einen einzelnen Gläubiger, sondern offene Forderungen bei mehreren Stellen gleichzeitig. Besonders häufig bestanden Zahlungsrückstände gegenüber der öffentlichen Hand. Dazu zählen unter anderem Finanzämter, gesetzliche Kranken- und Rentenversicherungsträger sowie die Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter.
Rund 57 Prozent der beratenen Personen hatten im Jahr 2025 offene Forderungen gegenüber öffentlichen Einrichtungen. Ebenfalls häufig waren Schulden bei Telekommunikationsunternehmen: Etwa 47 Prozent der Ratsuchenden hatten dort Zahlungsrückstände.
Weitere häufige Schuldenarten waren Ratenkredite bei Banken sowie unbezahlte Rechnungen aus dem Online- und Versandhandel. Rund 37 Prozent der beratenen Personen hatten Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten, knapp 29 Prozent offene Forderungen aus dem Handel.
Statistik zeigt nur Teil der Überschuldung in Deutschland
Die Ergebnisse der Überschuldungsstatistik 2025 beruhen auf Angaben von 738 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Deutschland. Erfasst wurden rund 187.000 beratene Personen. Die Teilnahme an der Erhebung war für Beratungsstellen und Ratsuchende freiwillig.
Die Ergebnisse wurden auf alle Menschen hochgerechnet, die von Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in den Bundesländern beraten wurden. Sie zeigen jedoch nicht die gesamte Zahl der überschuldeten Menschen in Deutschland, da nicht alle Betroffenen professionelle Hilfe suchen oder von den teilnehmenden Stellen erfasst werden.
Mit dem Berichtsjahr 2025 wurde die Überschuldungsstatistik zum 20. Mal veröffentlicht. Die Erhebung besteht seit 2006 und wird seit 2011 auf Grundlage des Überschuldungsstatistikgesetzes als dauerhafte Bundesstatistik fortgeführt.