Skala von 100 bis 999 Punkten: Wie setzt sich mein Schufa-Score zusammen?

Was der Schufa-Score aussagt, wie er sich zusammensetzt und ab wann ein Wert - der zwischen 100 und 999 Punkten liegen kann - einen bei Banken und Vermietern kreditwürdig erscheinen lässt.

Egal, ob du in Deutschland einen Kredit aufnimmst, einen Mobilfunkvertrag abschließt, ein Konto eröffnest - es wird eine Auskunft bei der Schufa eingeholt. Auch wer eine Wohnung mieten will, muss dem Vermieter meist eine Schufa-Auskunft vorlegen.

Am besten ist diese positiv. Sonst sinken die Chancen auf den Mietvertrag erheblich, ebenso auf den neuen Kredit, etwa zur Autofinanzierung.  

Schufa AG in Wiesbaden ist keine Behörde, sondern eine Auskunftei

Die Schufa Holding AG in Wiesbaden ist keine Behörde, sondern eine so genannte Auskunftei von denen es mehrere in Deutschland gibt. Die Schufa ist nach eigenen Angaben aber mit großem Abstand Marktführer.

Auskunfteien verdienen Geld damit, die Bonität, also Zahlungsfähigkeit, einer Person zu bewerten und diese Infos Unternehmen zur Verfügung zu stellen.

Dafür berechnet die Schufa einen sogenannten Score-Wert zwischen 100 und 999 Punkten.  Dieser soll aussagen, wie wahrscheinlich es ist, dass der jeweilige Mensch seine Rechnungen, Kreditraten oder die Miete bezahlen kann.

Diese zwölf Kriterien fließen in den Schufa-Score ein und entscheiden über die Bonität

Die Schufa hat im März 2026 ihre Bonitäts-Berechnung komplett verändert: Statt Prozentwerten gibt es nun Score-Punkte. Wie das Unternehmen mitteilt, fließen diese zwölf Kriterien in die Berechnung ein.

  1. Zahlungsstörungen
  2. Alter des ältesten Bankvertrags
  3.  Alter der ältesten Kreditkarte
  4. Alter der aktuellen Adresse
  5. Alter des jüngsten Rahmenkredits
  6. Anzahl Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen zwölf Monaten 
  7. Anzahl Anfragen außerhalb des Bankenbereichs in den vergangenen zwölf Monaten   
  8. Aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen zwölf Monaten 
  9. Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite 
  10. Kreditstatus
  11. Immobilienkredit 
  12. Vorliegen einer Identitätsprüfung 

Keine Zahlungsstörung? Das macht schon mal 264 Punkte beim Schufa-Score

Die Schufa nennt ein paar Beispiele:

  • Du hast keine Zahlungsstörung – also alle Rechnungen immer pünktlich bezahlt? Dann hast du schon mal 264 Score-Punkte sicher – mehr geht bei diesem Kriterium nicht.
  • Du zahlst einen Immobilienkredit ab? Das macht 55 Punkte. Denn die Statistik zeige, dass es bei Personen mit Immobilienkrediten seltener zu Zahlungsausfällen kommt.
  • Du nutzt schon zwölf Jahre ein- und dieselbe Kreditkarte? Das bringt 74 von 81 möglichen Punkten. In weiteren drei Jahren gibt’s dann die volle Punktzahl.
  • Dein ältester Bankvertrag besteht seit über 20 Jahren? Dann gibt’s mit 69 Punkten die maximale Punktzahl des Kriteriums. 
  • Keinen einzigen Bankvertrag zu besitzen, ergibt ebenfalls 18 Punkte für den Score – denn ohne Bankkonto besteht laut Schufa auch kein Risiko, das Konto zu überziehen.

Wie kann ich meinen Schufa-Score sehen?

Den neuen Schufa-Score erhältst du laut Verbraucherzentrale, wenn du eine "Datenkopie nach Art. 15 DSGVO" bei der Schufa einforderst. Das geht hier: https://www.meineschufa.de/dakobs/. Die Datenkopie wird per Post versendet und ist kostenlos.

Auf dem Schreiben werden laut Verbraucherzentrale der neue Score genannt sowie alle persönlichen Informationen aufgeführt, welche die Schufa über eine Person gespeichert hat. Diese sollten den Verbraucherschützern zufolge ohnehin regelmäßig auf Richtigkeit überprüft werden.

Zudem gibt es seit Einführung des neuen Scores auch einen neuen Schufa-Account.  Hier können Personen Einblick laut Unternehmensangaben ebenfalls kostenlos in ihre Daten und Punktwerte erhalten. Sie können dann auch ihren neuen SCHUFA-Score abrufen und im Erklärtool transparent nachvollziehen, wie er sich Punkt für Punkt zusammensetzt: Neuer SCHUFA-Score: Digital, transparent und kostenlos im Account  Für die Registrierung ist eine vorherige Identifizierung und Legitimation nötig, die auch mittels PIN-Brief erfolgen kann.

Wie erst kürzlich bekannt wurde, betreibt die Schufa neben der offiziellen Datenbank auch eine Sammlung mit "historischen Daten". In dieser "Schattendatenbank" befinden sich teils weit zurückliegende Zahlungsvorgänge von Millionen Menschen. 

Vorschaubild: © Sebastian Kahnert/dpa