Aktuelle Zahlen: So lange haben die Deutschen etwas von ihrem Ruhestand

Statistisch betrachtet verbringen viele Deutsche einen erheblichen Teil ihres Lebens nach dem Rentenbeginn. Wie lang diese Phase ausfällt, lässt sich aber nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Aktuelle Daten zeigen sowohl die durchschnittliche Rentenbezugsdauer als auch die verbleibende Lebenserwartung ab 65.

Statistisch betrachtet verbringen viele Deutsche einen erheblichen Teil ihres Lebens nach dem Rentenbeginn. Wie lang diese Phase ausfällt, lässt sich aber nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Aktuelle Daten zeigen sowohl die durchschnittliche Rentenbezugsdauer als auch die verbleibende Lebenserwartung ab 65.

Rentendauer: Wie lange wird Altersrente im Durchschnitt bezogen?

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) weist für 2025 bei weggefallenen Altersrenten eine durchschnittliche Bezugsdauer von 21,93 Jahren aus. Bei Männern waren es 20,30 Jahre, bei Frauen 23,47 Jahre. Die Statistik zeigt damit rückblickend, wie lange Altersrenten im Durchschnitt gezahlt wurden, die im Jahr 2025 endeten.

Der Wert beschreibt allerdings keine persönliche Restlebenszeit. In die ausgewiesene Bezugsdauer kann laut DRV gegebenenfalls auch der Bezug einer vorhergehenden Versichertenrente einfließen. Außerdem kann der Rentenbeginn vom tatsächlichen Ausscheiden aus dem Berufsleben abweichen, etwa wenn jemand nach Rentenbeginn weiterarbeitet oder schon vorher nicht mehr erwerbstätig ist.

Die 21,93 Jahre lassen sich deshalb auch nicht direkt mit der heutigen ferneren Lebenserwartung verrechnen. Menschen, deren Altersrente 2025 endete, waren viele Jahre zuvor in Rente gegangen. Die Lebenserwartung der heute 65-Jährigen beschreibt dagegen eine andere Gruppe unter den aktuellen Sterblichkeitsverhältnissen.

Wie viele Lebensjahre bleiben ab 65 statistisch?

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hatten 65-jährige Männer im Jahr 2025 statistisch noch 18,2 Lebensjahre vor sich. Bei gleichaltrigen Frauen waren es 21,2 Jahre. Das entspricht einem durchschnittlich erreichbaren Alter von 83,2 beziehungsweise 86,2 Jahren.

Gegenüber 2024 ist die verbleibende Lebenserwartung nochmals gestiegen, bei Männern um etwa zwei Monate und bei Frauen um ungefähr einen Monat. Für 65-jährige Männer markierte der Wert 2025 laut Destatis sogar einen neuen Höchststand. Die statistisch zu erwartende Lebenszeit im höheren Alter kann sich demnach im Laufe der Jahre weiter verändern.

Diese Werte sind trotzdem keine Vorhersage für eine einzelne Person und sagen auch nicht, wie viele der verbleibenden Jahre bei guter Gesundheit verbracht werden. Die fernere Lebenserwartung ab 65 darf zudem nicht mit der Lebenserwartung bei der Geburt verwechselt werden. Wer ein Alter von 65 Jahren erreicht hat, hat die Sterberisiken der früheren Lebensjahre bereits hinter sich. Deshalb wird für diese Altersgruppe eigens berechnet, wie viele Lebensjahre ihr statistisch noch bleiben.

Warum beginnt die Rente im Schnitt schon vor 67?

Bei den neuen Altersrenten des Jahres 2025 lag das durchschnittliche Zugangsalter laut DRV bei 64,68 Jahren. Dahinter stehen unterschiedliche Rentenarten. Bei neuen Regelaltersrenten waren es im Mittel 66,26 Jahre, bei Altersrenten für besonders langjährig Versicherte 64,13 Jahre und bei langjährig Versicherten 63,43 Jahre.

Langfristig hat sich der Rentenbeginn deutlich nach hinten verschoben. Im Jahr 2000 wurden Altersrenten im Durchschnitt bereits mit 62,3 Jahren erstmals bezogen, 2025 waren es rund 64,7 Jahre. Als Gründe nennt die DRV vor allem die Anhebung der Altersgrenzen und das Auslaufen früherer Rentenarten, die teilweise schon ab 60 genutzt werden konnten.

Die gesetzliche Regelaltersgrenze liegt dennoch nicht bei knapp 65 Jahren. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 beträgt sie 67 Jahre, für frühere Jahrgänge gelten Übergangsgrenzen. Wer die Wartezeit von 45 Jahren für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte erfüllt, kann ab dem Jahrgang 1964 mit 65 Jahren abschlagsfrei in den Ruhestand gehen. Bei einer Wartezeit von mindestens 35 Jahren ist die Altersrente für langjährig Versicherte bereits ab 63 möglich. Vor der persönlichen Altersgrenze fallen dauerhaft 0,3 Prozent Abschlag pro Monat an, maximal 14,4 Prozent.

Beim Eintritt in die Rente ist dann besonders der Antrag RO100 für die Altersrente für viele eine Herausforderung. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat fünf wichtige Tipps parat, um den Start in die Altersrente optimal zu gestalten, und zeigt Schritt für Schritt auf, wie man dabei vorgeht. Schon gewusst? Nicht jeder Rentner muss eine Steuererklärung abgeben. Doch Rentenerhöhungen und zusätzliche Einkünfte können dazu führen, dass Ruheständler plötzlich steuerpflichtig werden.

Vorschaubild: © CC0 / Pixabay / EddieKphoto