Rentenantrag rechtzeitig stellen: Fristen und Rentenbeginn
Dritter Tipp: Rentenantrag frühzeitig stellen. Spätestens drei Monate vor Beginn des geplanten Ausstiegs aus dem Berufsleben und zum geplanten Rentenbeginn sollte der Antrag auf Altersrente eingereicht werden (Antragsformular R0100).
Um den Zeitpunkt des Rentenbeginns richtig abzuschätzen, hilft die letzte Renteninformation. Ab dem 55. Lebensjahr schickt die DRV automatisch alle drei Jahre eine ausführliche Rentenauskunft. Darin steht, wie viele Entgeltpunkte gesammelt wurden und wie hoch die Rente voraussichtlich ausfällt.
Mit dem Rentenbeginnrechner lässt sich der exakte Start der Altersrente ermitteln. Die Rentenauskunft kann zudem jederzeit selbst angefordert werden. Wer die eigene Rentensituation nicht kennt, sollte dies unbedingt tun, da andernfalls komplett im Dunkeln getappt wird. Sind 45 Versicherungsjahre erfüllt und die maßgebliche Altersgrenze erreicht, besteht Anspruch auf eine abschlagsfreie Rente, wobei bei dieser Rente der Zeitpunkt des Antrags entscheidend ist.
Unterlagen für den Rentenantrag und Möglichkeiten zur Aufstockung
Vierter Tipp: Angaben parat haben. Ohne die Rentenversicherungsnummer läuft beim Antrag nichts. Außerdem werden die Bankverbindung, Angaben zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie die steuerliche Identifikationsnummer benötigt. Weitere Nachweise sind erforderlich, etwa die Geburtsurkunden der Kinder, Unterlagen über eine Schwerbehinderung oder Nachweise über Versicherungszeiten im Ausland. Diese sind dem Antrag beizufügen.
Zur Aufstockung der Rentenhöhe bieten sich mehrere Möglichkeiten an: Sonderzahlungen ab 50: Ein Rentenpunkt kostet 2026 rund 9.662 Euro, die Zahlungen lassen sich steuerlich absetzen. Freiwillige Beiträge: Rentenlücken lassen sich mit freiwilligen Einzahlungen (zwischen 112 und 1.571 Euro pro Monat) schließen. Länger arbeiten: Jedes Jahr, das über die Regelaltersgrenze hinaus gearbeitet wird, bringt sechs Prozent Rentenzuschlag.
Ebenso kann man die neue Aktivrente nutzen, über die wir bereits berichtet haben. Selbstständige sind übrigens von der Aktivrente ausgeschlossen, was Verbände scharf kritisieren.
Rentenantrag online stellen oder kostenlose Beratung nutzen
Fünfter Tipp: Hilfen nutzen. Am schnellsten lässt sich der komplizierte Antrag auf eine Versichentenrente (R0100) über den kostenlosen Online-Service der DRV stellen. Die notwendigen Angaben sind zwar Schritt für Schritt erklärt, trotzdem ist es einfacher, sich Unterstützung zu organisieren.
Wer Unterstützung bei der Antragstellung benötigt, kann sich diese vor Ort bei den ehrenamtlichen Versichertenberaterinnen und -berater der DRV holen. Die DRV kann die Beraterin oder den Berater in der eigenen Region (Kontaktdaten) nennen. Alternativ lässt sich im Internet danach suchen. Die Beratung (auch bekannt als "Versichertenälteste") ist kostenlos, neutral und in allen Regionen Deutschlands vertreten.
Wie wichtig Beratung ist, zeigt auch die Praxis. Erfahrung hat auch Rentenberater Christian Hartmann gemacht: "In den Anfangsjahren des Coachings hatte ich manchmal Probleme, genug Teilnehmer für meine Kurse zusammenzubekommen", erinnert sich der Ruhestands-Coach. Heute ist das anders, auch weil Arbeitgeber die Wichtigkeit solcher Angebote erkannt haben. "Die Zeiten, in denen man langjährige Kollegen nur mit einem Händedruck und einem Blumenstrauß in den Ruhestand verabschiedet und sie dann sich selbst überlassen hat, sind vorbei."
Nützliche Links für den schnellen Weg zum Rentenantrag
Wo finde ich was, so gelangt man schnell zum Rentenantrag:
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