Clever vorbereitet: Mit diesen 5 Schritten gelingt der Start in die Rente

Der Übergang in die Rente bringt viele Herausforderungen mit sich. Diese fünf Strategien erleichtern den Start in den Ruhestand.

Die einen beschäftigen sich mit ihrem Renteneintritt. Der Termin steht schon lange im Blick. Für die anderen wird es auf der Zielgeraden dann doch noch einmal richtig hektisch. Die größte Hürde, die aber unbedingt notwendig ist, ist der R0100: der Antrag auf Rente (ein Formular, das 22 Seiten stark ist). Damit der Start in den Ruhestand nicht zur Strapaze wird, empfiehlt sich eine rechtzeitige Planung. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Baden-Württemberg gibt fünf Tipps zum perfekten Eintritt in die Altersrente und dazu, wie konkret vorgegangen werden kann.

Rentenplanung frühzeitig starten: Warum der richtige Zeitpunkt zählt

Erster Tipp: Rechtzeitig mit der Planung beginnen. Die DRV Baden-Württemberg rät, den Renteneintritt nicht zu verdrängen. Konkret: Die DRV empfiehlt Versicherten, bei denen innerhalb der nächsten Jahre die Altersrente startet und damit der Übergang in den Ruhestand ansteht, das Thema mental, aber auch ganz praktisch anzugehen.

Die DRV empfiehlt, sich fünf Jahre vorher mit dem Ruhestand zu beschäftigen. Rentenberater Christian Hartmann hält dagegen drei Jahre für ausreichend.

"Für die meisten ist das ein großer Einschnitt", sagt der 43-jährige Berater, "schließlich haben sie oft mehr Zeit mit ihrem Job und ihren Kollegen verbracht als mit ihrer Familie. Mit dem Wegfall ihrer Tätigkeit ändert sich quasi von heute auf morgen der gesamte Alltag, plötzlich ist da sehr viel freie Zeit vorhanden."

Versicherungskonto und Rentenhöhe prüfen: So verschafft man sich einen Überblick

Zweiter Tipp: Überblick verschaffen. Ein erster Blick sollte auf das Versicherungskonto bei der DRV gehen. Dort sind die Zeiten aufgeführt, die für die Rente berücksichtigt sind. Über die Online-Services der DRV lässt sich eine sogenannte "Lückenauskunft" erstellen oder der Versicherungsverlauf anfordern, einschließlich einer Prognose, was bis zum Renteneintritt passiert, wenn alles so weitergeht wie bisher.

Versicherungszeiten sind deshalb wichtig, weil damit notwendige Wartezeiten nachzuweisen sind und sich dadurch die Rentenhöhe bestimmt. Fehlen beispielsweise Zeiten der eigenen Ausbildung oder Kindererziehung, sollten diese möglichst sofort geklärt und entsprechende Nachweise eingereicht werden. Ein lückenloses Versicherungskonto ist die Basis dafür, dass die Rente korrekt berechnet und schnell bewilligt wird. Der entscheidende Punkt ist natürlich die Höhe der Rente: Reicht sie aus, um den eigenen Lebensstandard zu erhalten?

Folgendes sollte bekannt sein: Die durchschnittliche gesetzliche Altersrente in Deutschland liegt im Jahr 2026 bei rund 1.449 Euro monatlich für Männer und 994 Euro für Frauen (Nettorente nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherung). Mit dem aktuellen Rentenwert von 42,52 Euro pro Punkt kommt man nach 45 Versichertenjahren auf eine maximale Rente von rund 3.742 Euro. Nur 31.634 Rentner beziehen eine Nettorente von 3.000 Euro oder mehr. Das entspricht rund 0,15 % aller mehr als 21 Millionen Rentner. Die eigene Rente fällt vermutlich niedriger aus. Bei einem Rentenbeginn 2026 sind laut Deutscher Rentenversicherung 84 Prozent der Bruttorente steuerpflichtig, der Grundfreibetrag liegt bei 12.348 Euro. In einem separaten Artikel erklären wir, ab welcher Rentenhöhe tatsächlich Steuern fällig werden.

Rentenantrag rechtzeitig stellen: Fristen und Rentenbeginn

Dritter Tipp: Rentenantrag frühzeitig stellen. Spätestens drei Monate vor Beginn des geplanten Ausstiegs aus dem Berufsleben und zum geplanten Rentenbeginn sollte der Antrag auf Altersrente eingereicht werden (Antragsformular R0100).

Um den Zeitpunkt des Rentenbeginns richtig abzuschätzen, hilft die letzte Renteninformation. Ab dem 55. Lebensjahr schickt die DRV automatisch alle drei Jahre eine ausführliche Rentenauskunft. Darin steht, wie viele Entgeltpunkte gesammelt wurden und wie hoch die Rente voraussichtlich ausfällt.

Mit dem Rentenbeginnrechner lässt sich der exakte Start der Altersrente ermitteln. Die Rentenauskunft kann zudem jederzeit selbst angefordert werden. Wer die eigene Rentensituation nicht kennt, sollte dies unbedingt tun, da andernfalls komplett im Dunkeln getappt wird. Sind 45 Versicherungsjahre erfüllt und die maßgebliche Altersgrenze erreicht, besteht Anspruch auf eine abschlagsfreie Rente, wobei bei dieser Rente der Zeitpunkt des Antrags entscheidend ist.

Unterlagen für den Rentenantrag und Möglichkeiten zur Aufstockung

Vierter Tipp: Angaben parat haben. Ohne die Rentenversicherungsnummer läuft beim Antrag nichts. Außerdem werden die Bankverbindung, Angaben zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie die steuerliche Identifikationsnummer benötigt. Weitere Nachweise sind erforderlich, etwa die Geburtsurkunden der Kinder, Unterlagen über eine Schwerbehinderung oder Nachweise über Versicherungszeiten im Ausland. Diese sind dem Antrag beizufügen.

Zur Aufstockung der Rentenhöhe bieten sich mehrere Möglichkeiten an: Sonderzahlungen ab 50: Ein Rentenpunkt kostet 2026 rund 9.662 Euro, die Zahlungen lassen sich steuerlich absetzen. Freiwillige Beiträge: Rentenlücken lassen sich mit freiwilligen Einzahlungen (zwischen 112 und 1.571 Euro pro Monat) schließen. Länger arbeiten: Jedes Jahr, das über die Regelaltersgrenze hinaus gearbeitet wird, bringt sechs Prozent Rentenzuschlag.

Ebenso kann man die neue Aktivrente nutzen, über die wir bereits berichtet haben. Selbstständige sind übrigens von der Aktivrente ausgeschlossen, was Verbände scharf kritisieren.

Rentenantrag online stellen oder kostenlose Beratung nutzen

Fünfter Tipp: Hilfen nutzen. Am schnellsten lässt sich der komplizierte Antrag auf eine Versichentenrente (R0100) über den kostenlosen Online-Service der DRV stellen. Die notwendigen Angaben sind zwar Schritt für Schritt erklärt, trotzdem ist es einfacher, sich Unterstützung zu organisieren.

Wer Unterstützung bei der Antragstellung benötigt, kann sich diese vor Ort bei den ehrenamtlichen Versichertenberaterinnen und -berater der DRV holen. Die DRV kann die Beraterin oder den Berater in der eigenen Region (Kontaktdaten) nennen. Alternativ lässt sich im Internet danach suchen. Die Beratung (auch bekannt als "Versichertenälteste") ist kostenlos, neutral und in allen Regionen Deutschlands vertreten.

Wie wichtig Beratung ist, zeigt auch die Praxis. Erfahrung hat auch Rentenberater Christian Hartmann gemacht: "In den Anfangsjahren des Coachings hatte ich manchmal Probleme, genug Teilnehmer für meine Kurse zusammenzubekommen", erinnert sich der Ruhestands-Coach. Heute ist das anders, auch weil Arbeitgeber die Wichtigkeit solcher Angebote erkannt haben. "Die Zeiten, in denen man langjährige Kollegen nur mit einem Händedruck und einem Blumenstrauß in den Ruhestand verabschiedet und sie dann sich selbst überlassen hat, sind vorbei."

Wo finde ich was, so gelangt man schnell zum Rentenantrag:

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