Hinzu kommen versteckte Preiserhöhungen: Bei der sogenannten Shrinkflation verringern Hersteller die Füllmenge einer Verpackung, während der Verkaufspreis unverändert bleibt.
Nicht jede Preissteigerung lasse sich allein durch höhere Herstellungskosten erklären, so die Verbraucherzentrale. Sie fordert deshalb eine unabhängige Preisbeobachtungsstelle, die die Entwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette untersucht – vom Erzeuger bis zum Handel.
Was die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen
Auch das Statistische Bundesamt (Destatis) bestätigt den deutlichen Preisanstieg. Im September 2026 lag der Verbraucherpreisindex für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke bei 137,2 Punkten. Das entspricht einer Verteuerung um 37,2 Prozent gegenüber dem durchschnittlichen Preisniveau des Jahres 2020.
Zuletzt hat sich die Inflation bei Lebensmitteln allerdings deutlich abgeschwächt. Gegenüber September 2025 stiegen die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke nur noch um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
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Das bedeutet jedoch nicht, dass die Produkte wieder so günstig sind wie vor der Inflationswelle. Die hohen Preissteigerungen der vergangenen Jahre wirken weiterhin nach.
Die im Facebook-Post behauptete Verteuerung um 191 Prozent lässt sich aus diesen Daten nicht ableiten. Allerdings reichen die amtlichen Zahlen für die Zeit seit 2020 nicht aus, um die gesamte Entwicklung seit 2006 zu beurteilen.
Löhne gestiegen: Können wir uns heute trotzdem weniger leisten?
Allerdings haben sich in den vergangenen 20 Jahren nicht nur die Preise, sondern auch die Einkommen verändert. Nach Angaben von Destatis lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst von Vollzeitbeschäftigten 2006 bei rund 2.950 Euro. Für 2025 weist das Bundesamt rund 4.851 Euro aus. Das entspricht einem nominellen Anstieg von etwa 64 Prozent. Wegen statistischer Änderungen sind die Werte allerdings nur eingeschränkt direkt vergleichbar.
Aussagekräftiger ist deshalb die Entwicklung der Reallöhne, bei der die allgemeine Inflation berücksichtigt wird. Nach den amtlichen Indizes stiegen die Reallöhne zwischen 2007 und 2025 insgesamt um rund 13 Prozent.
Doch der langfristige Anstieg verdeckt zwischenzeitliche Kaufkraftverluste. Besonders die hohe Inflation 2022 und 2023 setzte die Einkommen unter Druck. Erst 2024 und 2025 erholten sich die Reallöhne wieder.
Verbraucherzentrale: Gesunde Ernährung darf keine Frage des Geldbeutels sein
Für die Verbraucherzentrale Bayern ist deshalb entscheidend, wie viel Geld den Menschen nach Abzug ihrer notwendigen Ausgaben tatsächlich bleibt.
„Wer einen großen Teil des Einkommens für Lebensmittel, Wohnen und Energie ausgeben muss, spürt Preissteigerungen besonders stark“, erklärt Krehl. Gerade für Menschen mit geringem Einkommen werde es zunehmend schwieriger, sich abwechslungsreich und ausgewogen zu ernähren.
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Die Expertin betont: „Lebensmittel müssen bezahlbar bleiben – eine gesunde Ernährung darf keine Frage des Geldbeutels sein.“
Der virale Kassenbon-Vergleich ist somit kein verlässlicher Beleg für eine Verdreifachung der Lebensmittelpreise. Er greift aber ein reales Problem auf: Lebensmittel sind erheblich teurer geworden. Und auch wenn die Löhne langfristig gestiegen sind, trifft die Teuerung längst nicht alle Menschen gleichermaßen.
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