- Laut Rentenkommission wird das Modell primär von gesünderen, männlichen und besserverdienenden Versicherten in Anspruch genommen.
- Frauen, Geringverdiener und Menschen in körperlich belastenden Berufen erfüllen die Voraussetzungen für die Frührente oft nicht.
Dagegen spricht vor allem Folgendes:
- Die "besonders langjährig Versicherten" müssten künftig noch länger arbeiten und dadurch mehr einzahlen als andere.
- In körperlich anstrengenden Berufen ist das oft gar nicht möglich.
- Ein Jobwechsel im Alter gestaltet sich ebenfalls schwierig.
Auch aus Ostdeutschland gibt es Kritik an der geplanten Reform. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) wies das Argument der Rentenkommission zurück, von der Rente mit 63 würden nur Gutverdiener, Gesunde und Männer profitieren. "Wer mehr arbeitet, muss besser gestellt sein, als wenn er weniger arbeitet", betonte sie im "Morgenmagazin" des ZDF.
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Rentenreform verzögert sich: Streit um die Rente mit 63 bremst den Zeitplan
Der anhaltende Streit um die Rente mit 63 hat zuletzt den Zeitplan für die Rentenreform durcheinandergebracht. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte im Frühjahr 2026 die umfassende Umsetzung der Empfehlungen der Rentenkommission angekündigt.
Das ambitionierte Vorhaben sah vor, dass die Reform der gesetzlichen Rente noch in diesem Jahr im Bundestag beschlossen wird. Doch dieses Ziel ist nun in weiter Ferne gerückt.
Unabhängig davon soll das Renteneintrittsalter aus Sicht der Rentenkommission in den kommenden Jahrzehnten über 67 Jahre hinaus in kleinen Schritten weiter steigen.
Rentenauskunft prüfen: So lassen sich Beitragszeiten rechtzeitig kontrollieren
Wer wissen möchte, ob die geforderten Beitragsjahre für einen abschlagsfreien Ruhestand erreicht werden, kann eine Rentenauskunft bei der Deutschen Rentenversicherung abrufen. Darin sind die bislang erworbenen Rentenansprüche und die gespeicherten Versicherungszeiten aufgeführt. Lücken im Versicherungsverlauf sollten frühzeitig geprüft werden, denn fehlende Zeiten lassen sich unter Umständen noch klären oder nachweisen.
Da die Pläne der Bundesregierung noch nicht beschlossen sind, lohnt sich dieser Blick besonders. Wer seine Versicherungszeiten kennt, kann besser einschätzen, ab wann ein Ruhestand ohne Abschläge möglich ist, und die eigene Planung entsprechend anpassen. Dass lange Beitragszeiten nicht automatisch vor finanzieller Not schützen, zeigt ein Fall aus Treuchtlingen: Dort hat ein Mann 51 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt und braucht nach einem schweren Schicksalsschlag nun Spenden.
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